Flüchtlinge

Kein Durchatmen für Stadtverwaltung

LWL-Klinik: Die Gebäude 17 und 18 werden für die Unterbringung von Flüchtlingen hergerichtet.

LWL-Klinik: Die Gebäude 17 und 18 werden für die Unterbringung von Flüchtlingen hergerichtet.

Foto: WP

Warstein.   Im ehemaligen Haus Silberstreif auf dem LWL-Gelände sollen Flüchtlinge untergebracht werden. Damit kehrt aber noch keine Ruhe in der Verwaltung ein.

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Erleichterung mag in der Stadtverwaltung nicht eintreten – obwohl im Stadtgebiet innerhalb weniger Tage fast 200 Plätze für Asylbewerber geschaffen werden. Am Haus Teiplaß ist bereits ein Duschcontainer aufgebaut worden und in dieser Woche folgen die Trennwände. Zudem erklärte sich jetzt die LWL-Klinik bereit, zwei Gebäude am Stillenberg herzurichten (wir berichteten).

„Wir sind darauf angewiesen“, sagte Fachbereichsleiter Franz Wiese im Gespräch mit der WESTFALENPOST, „gerade angesichts der in den vergangenen Wochen weiter zunehmenden Zuweisungen.“ 30 bis 40 Flüchtlinge erreichen die Stadt derzeit pro Woche. Wiese zitierte den Sozialamtsleiter Josef Pieper: „Wir haben den Bereich der langfristigen Planungen verlassen.“ Dabei bleibe es trotz der beiden größeren Einrichtungen.

Das Haus Teiplaß soll Ende des Monats bezugsfertig sein. Je nach Zuweisungssituation solle es einen Tag der offenen Tür für die Bevölkerung geben, bevor die ersten Flüchtlinge einziehen.

Wann im ehemaligen Haus Silberstreif auf dem LWL-Gelände die ersten Flüchtlinge wohnen werden, ließ Franz Wiese auch auf Nachfrage offen. „Der genaue Zeitpunkt ist noch nicht endgültig abgestimmt“, sagte er. Der Ärztliche Direktor, Dr. Josef Leßmann, hatte im WP-Gespräch einen Zeitraum von einer bis zwei Wochen für die Herrichtung veranschlagt.

In welche Richtung sich die Zahl der Asylbewerber in Warstein künftig entwickelt, könne niemand absehen, betonte Franz Wiese. „Wir nehmen an, dass das erst einmal auf dem derzeitigen Niveau bleiben wird. Aber eine verlässliche Auskunft ist nicht möglich.“ Daher sei die Stadt weiter darauf angewiesen, zusätzlichen Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen.

Häuser in Belecke vorbereiten

Im gesamten Stadtgebiet werden derzeit Häuser und Wohnungen vorbereitet. So werden etwa in Belecke das Anno-Haus, das Haus Hesse und das Gebäude neben dem Feuerwehrgerätehaus an der Silbkestraße/Lanfer derzeit hergerichtet, wie Ortsvorsteherin Elke Bertling auf der Versammlung der Vereine erklärte. 42 Asylbewerber leben derzeit in Belecke; bislang sind alle in privaten Wohnungen untergebracht.

Am 22. November wird es ein Begegnungsfest im Jugendheim geben, zu dem alle in Belecke lebenden Asylbewerber eingeladen sind. „Politik, Kirche und Vereine werden vertreten sein“, beschreibt Bertling die Veranstaltung, „wir möchten den Asylbewerbern die Gelegenheit geben, sich untereinander, aber auch ihre Belecker Mitbürger kennen zu lernen.“

Die Ortsvorsteherin hält solche Begegnungen für wichtig: „Es ist etwas anderes, wenn die Flüchtlinge ein Gesicht bekommen und nicht länger anonym sind.“

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