Karnevalsgeschichte

Karneval in Drewer nimmt seit 1950er Jahren Fahrt auf

Seit 33 Jahren gibt es in Drewer einen Karnevalsverein. Ortsvorsteher Bernd Cordes hat Bilder aus der Zeit vor der Gründung zusammengetragen. Sie zeigen: Auch früher schon wurde im Dorf närrisch gefeiert.

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Seit 33 Jahren gibt es in Drewer einen Karnevalsverein. Ortsvorsteher Bernd Cordes hat Bilder aus der Zeit vor der Gründung zusammengetragen. Sie zeigen: Auch früher schon wurde im Dorf närrisch gefeiert. Foto: privat

Drewer.   Mit Holzdegen zum „Lütkern“. Wann der Mütterverein die erste Sitzung auf die Beine stellte und ab wann Frauen und Männer zusammen feierten.

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Lange bevor es in Drewer einen Karnevalsverein gab, der am heutigen Samstag sein 33-jähriges Bestehen feiert, gab es im Dorf närrische Zeiten. Verbrieft sind sie laut Ortsvorsteher Bernd Cordes mindestens seit den 1950er Jahren. Aus dieser Zeit gibt es Fotos, die Kinder beim Lütkern zeigen, dem bis heute gepflegten Umherziehen von Haus zu Haus an Lütke Fastnacht.

Nur gab es damals nicht Kamelle in die Tüte, sondern Deftiges und Süßes auf den Holzdegen: Brot, Waffeln und Würste. Bis heute wird schließlich gesungen: „Ich hab’ gehört, ihr habt geschlacht, habt ne dicke Wurst gemacht, gib mir eine“.

Karneval nimmt Fahrt auf

Dass der Karneval in Drewer so richtig Fahrt aufnahm, dafür sorgten die Frauen. Mit dem Mütterverein, der heutigen kfd, begannen die organisierten Veranstaltungen. Gefeiert wurde auf Kemper Saal im Gasthof gleich neben der Kirche. Der hatte sogar eine Bühne. „Dort gab es Tanzkurse und Hochzeiten, dort ist der Karneval entstanden“, erinnert sich Cordes an die Zeit, an der es im Dorf noch zwei direkt nebeneinander liegende Gasthäuser gab.

Als Protagonistinnen der ersten Stunde nennt er Änne Appoltshauser und die inzwischen verstorbene Minna Speckenheuer. „Die haben immer das Dorf auf die Schüppe genommen“, berichtet der Ortsvorsteher.

Feiern unter einem Dach

Als gegenüber die Schützenhalle gebaut wurde, verlagerte sich der Schwerpunkt des närrischen Treibens 1974 dorthin. Und dann kamen verstärkt auch die Männer ins Spiel. „Alle wollten unter einem Dach feiern“, weiß Bernd Cordes.

Federführend organisiert worden sei der Karneval damals vom Schützenverein. Bald schon gab es auch ein erstes Prinzenpaar: Herbert Tigges und Änne Simon schwangen das Narrenzepter unter der Präsidentschaft von Johannes Lenze.

Tanzgruppen kommen groß raus

Was heute nicht mehr in dieser Ausschließlichkeit zu stemmen ist, weil viele engagierte Dorfbewohner in gleich mehreren Vereinen aktiv und dort voll ausgelastet sind, war damals selbstverständlich: „Das Programm wurde nur von heimischen Vereinen gestaltet. Manche Gruppen hatten am Abend bis zu drei Auftritte“, berichtet Cordes.

Mit dem Bau der Halle seien auch „erste Tanzgruppen groß raus gekommen“. Aus den Reihen des Sportvereins heraus entstanden, sind sie bis heute eine tragende Säule des Karnevals. So hat die Gruppe „Jazz Control“ bzw. ihre Vorgänger eine lange Geschichte.

Zwei Sitzungen im Dorf

Letztes Prinzenpaar des von den Schützen organisierten Karnevals waren Hansi und Renate Löbbecke, das erste des 1984 gegründeten Karnevalsvereins Drewer (KVD) Josef und Gabi Speckenheuer. Da zeitgleich auch der JuKa entstand, gab es bis zur Fusion in 2010 zur heutigen Dreweraner Karnevalsgemeinschaft (DKG) sogar zwei Prinzenpaare und zwei Kappensitzungen im Dorf.

Übrigens ziehen nicht nur die Kleinen singend durch Drewer. Was für sie das Lütkern, ist für die Großen das Eiersingen. Früher wurden dabei an Veilchendienstag Würste auf Forken gespießt.

Wagentaufe nach Zug

Seit einigen Jahren ist es auf den Freitag nach Lütke Fastnacht verlegt. „Es war echt hart, sich nach den Karnevalstagen noch mal aufzuraffen“, nennt Jörg Engel, amtierender DKG-Präsident als Grund. Nun treffen sich die Karnevalisten nach dem Zug durch die Gemeinde gleich noch zur Wagentaufe.

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