Lyrik

Infineon-Sprecher veröffentlicht erstes Gedichtband

Hat seinen ersten Gedichtband veröffentlicht: Jörg "Yosh" Malzon-Jessen

Foto: Tanja Frohne

Hat seinen ersten Gedichtband veröffentlicht: Jörg "Yosh" Malzon-Jessen

Warstein.  Schreiben kann Jörg Malzon-Jessen sehr gut, das gehört zu seinem Arbeitsalltag. In seinen Gedichten schlägt er aber eine andere Tonalität an.

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Kritisch und spitzfindig, oft melancholisch und ein wenig sperrig: Für Jörg Malzon-Jessen, Unternehmenssprecher bei Infineon, ist das Schreiben von Gedichten und Aphorismen eine kreative Abwechslung zum Arbeitsalltag.

Nun hat er seinen ersten Gedichtband mit Kurzprosa herausgebracht. „Lyrisches Kaleidoskop“ hat er diesen Band betitelt, der Lyrik aus insgesamt 30 Jahren Schaffenszeit beinhaltet – wobei das jüngste Stück gerade einmal drei Wochen vor Drucklegung entstand.

Titel mit Bedacht gewählt

Kaleidoskop – dieser Titel entstand nicht von ungefähr. „Ich habe ihn gewählt, da das Buch verschiedene Stilrichtungen vereint, die Thematik recht bunt ist“, erläutert Jörg „Yosh“ Malzon-Jessen.

Eines haben die Gedichte allerdings gemeinsam: Sie thematisieren nichts, was der Autor selbst erlebt hat, sondern sind aus Erzählungen und Beobachtetem heraus entstanden.

„Wenn ich Gespräche geführt habe mit Menschen über Erlebnisse und Empfindungen, die mich besonders interessiert haben, habe ich in meinem Inneren ein Bild erstellt.

Dann habe ich angefangen, Geschichten um diesen visualisierten Rahmen herum zu verdichten – im wahrsten Sinne des Wortes.“ Mit Worten Bilder zeichnen nennt der Autor dies.

Kritische Worte

Mal sind es Geschichten voller Hoffnung, die Malzon-Jessen mit knappen Worten erzählt. Mal hat er einen kritischen Blick, wie in „Gerechte“, in dem er einen Blick in die Kirche wirft. Mal sind die Gedichte eher traurig – wie „Dunkel“:

„Es ist so leicht, die Schatten zuzulassen. So einfach nur, die Sonne ziehen zu sehen. Es kostet Kraft, ein Licht ins Dunkel einzupassen. So großen Mut, dem Zweifel noch zu widerstehen“, heißt es da.

„Damals war eine gute Freundin im Stadium des Verlassenwerdens. Sie war mir dankbar, dass ich ihren Empfindungen in dieser Situation Worte gegeben habe“, erklärt Malzon-Jessen.

Mit 18 Jahren fing er an zu schreiben

Angefangen zu schreiben hat Malzon-Jessen bereits mit 18 Jahren. „Aber ich bin jetzt erst so weit, dass ich sage: Damit kannst du an die Öffentlichkeit gehen.“

Nicht durchgehend hat er sich in den vergangenen 40 Jahren mit dem Schreiben beschäftigt, immer wieder gab es Perioden der Ruhe. „Das ist eine Form der Kreativität, die aus dem Innersten kommt“, erklärt er.

Auch wenn die Gedichte oft eine melancholische Note haben, legt der Autor doch Wert auf eine professionelle Herangehensweise. „Ich wehre mich gegen Betroffenheitslyrik“, betont er.

Daher fasst er auch keine eigenen Seelenzustände in Worte. „Was im Leben wiegt, sind oft die melancholischen Momente, in denen man nach Stärke und Rückhalt sucht – Momente, die einen auch weiterbringen.“

Diese Krisen, die einen das Leben aufbürdet, faszinierten ihn, erläutert der Autor. Schließlich gehe jeder Mensch anders mit diesen Situationen um. „Es gibt ein Kaleidoskop der Möglichkeiten, sein Leben zu gestalten.“

Zweiter Gedichtband entsteht

Derzeit arbeitet Malzon-Jessen an seinem zweiten Gedichtband, das wahrscheinlich Ende 2018 erscheinen soll – Material ist auf jeden Fall genug vorhanden.

„Ich habe alles verwahrt, was ich geschrieben habe – auf abgerissenen Zetteln, Bierdeckeln, selbst auf Klopapier. Ich habe eigentlich immer Zettel und Stift dabei.“

Oft seien es nur Versatzstücke, die er sich notiere. Irgendwann hole er diese aus der Schublade „und dann spricht mich irgendetwas an“.

Und was schreibt Malzon-Jessen lieber – Gedichte oder Aphorismen, die sich ebenfalls in „Lyrisches Kaleidoskop“ finden? „Das ist stimmungsabhängig“, erklärt er. „Für Gedichte brauche ich Zeit. Die müssen bearbeitet werden.

Aphorismen fallen mir so ein.“ Sie sind aber genau so hintersinnig. Ein Beispiel: „Zu allem eine Meinung – zu nichts einen substanziellen Beitrag.“ Sicher fallen (fast) jedem Leser Personen ein, auf die dies zutrifft. Das zeigt eben auch die Erfahrung eines bewegten Lebens.

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