Orgelkonzert

Ausnahme-Organist Leon Immanuel Sowa begeistert in Warstein

Leon Immanuel Sowa gibt an der Feith-Orgel in St. Pankratius Warstein ein „Orgelkonzert über den Wolken“.

Leon Immanuel Sowa gibt an der Feith-Orgel in St. Pankratius Warstein ein „Orgelkonzert über den Wolken“.

Foto: Alexander Lange

Warstein.   Mit erst 20 Jahren zählt Leon Immanuel Sowa zu den größten Orgel-Talenten der Welt. Wie er die Warsteiner St.-Pankratius-Kirche bezirzte.

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Orgelmusik zum Abheben mit einem Musiker, der alles andere als abgehoben ist – dabei hätte er mit seinen zwanzig Jahren allen Grund dazu: Leon Immanuel Sowa faszinierte am Samstagmittag mit seinem Orgelkonzert in der Warsteiner Kirche St. Pankratius die Kenner seiner Kunst. Dass nur knapp 50 Zuhörer in den Kirchenbänken saßen, tat der Qualität des mittäglichen Konzertes keinen Abbruch, die Veranstalter um Heinz-Helmut Schulte und Dr. Rolf Cramer hätten sich jedoch sicher mehr Interesse gewünscht.

Was der Nachwuchs-Organist präsentierte, lag fernab gewöhnlicher Orgelmusik. „Beeindruckend, faszinierend, nach Cameron Carpenter vielleicht einer der besten Organisten an dieser Orgel in den letzten Jahren“, sprachen die Zuhörer in Superlativen über den zurückhaltenden Musiker aus Ostwestfalen. Mit popmusikalischen Klängen der „Toccata for Today“ von Matthias Nagel intonierte er den knapp einstündigen Orgelpfeifen-Marathon, folgte mit Stücken von Bach, Max Reger und Brahms und Vierne.

Die Saga von Jean Guillou leitete zur Uraufführung von Sowas eigener Komposition über, der Fantasie super „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser“. Die Passion des Orgelspiels, so sagt der 20-Jährige, habe sich durch das Klavierspiel entwickelt.

Ausnahmetalent aus Ostwesfalen – vom Klavier zur Orgel

Mit elf Jahren startete der Löhner als Jungstudent an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford, seit seinem 16. Lebensjahr ist er angestellter Organist der Kirchengemeinde Mennighüffen: „Orgeln heißen nicht umsonst Königin der Instrumente. Sie können extrem vielseitig sein. Es kann mit Allmachtsgefühlen verglichen werden, wenn man solch ein riesiges Instrument zur Verfügung hat.“ Das Konzert krönte er mit dem Blues „Die ganze Welt hast du uns überlassen“ und „Help – Aus der Tiefe rufe ich zu dir“: „Wenn man aus der Orgel alles herausholen kann, ist das ein beeindruckendes Gefühl. Und die Warsteiner Orgel kann besonders gut laut spielen.“

Es sei etwas Besonderes in Warstein, dass die Orgel nicht wie üblich aus einem Block bestehe, sondern über zehn Meter verteilt sei: „Das hat unterschiedliche Effekte und auch Schwierigkeiten. Die Traktur ist sehr angenehm, auf der Orgel lässt es sich sehr gut spielen. Es macht schon Spaß.“ Knapp dreieinhalb Stunden bedürfe es, sich auf ein solches Konzert vorzubereiten. Nicht zu üben, sondern vorzubereiten: „Man muss im Grunde jedes Stück vorher anhand der Register planen.“

In rechte Licht gerückt

Bei der Einregistrierung während des Spiels half auch Vater Gerhard Sowa, der das Konzert moderierte und den Sohn ins rechte Licht rückte. Kameras und Scheinwerfer setzten den Solokünstler in Szene, die Videos sollen dem neugegründeten YouTube-Kanal des Organisten dienen. Auch wenn das Orgelkonzert zum Abheben über die Wolken einlud, blieb für Leon Sowa kaum Zeit, die Montgolfiade zu besuchen: „Ich kenne die Veranstaltung, war aber bisher leider noch nicht da. Am Abend steht der nächste Termin an.“

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