Kommunaler Ordnungsdienst

Viel Arbeit in den Abendstunden

Brennpunkt Stadionweg: Kurz nach 22 Uhr suchen Hermann Habben, Susanne Schneider und Diane Lieven (v.l.) das Gelände an. Nach dem Alkoholverbot in der City ist dieser Bereich auch abends zu einem beliebten Treffpunkt geworden.

Brennpunkt Stadionweg: Kurz nach 22 Uhr suchen Hermann Habben, Susanne Schneider und Diane Lieven (v.l.) das Gelände an. Nach dem Alkoholverbot in der City ist dieser Bereich auch abends zu einem beliebten Treffpunkt geworden.

Foto: Jochen Boerger

Oer-Erkenschwick.  Seit Mitte vergangenen Jahres gibt es den Kommunalen Ordnungsdienst. Was erleben die Mitarbeiter in ihrem Abendeinsatz. Ein Streifzug:

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Amtshilfe-Ersuchen erfüllen, Kontrolle von Spielplätze und Schulhöfen, das Aufgabengebiet von Diane Lieven, Susanne Schneider und Hermann Habben ist vielfältig an diesem Abend. Amtshilfe-Ersuchen am Freitagabend heißt beispielsweise, dass ein Mann aufgesucht wird, der rund 100 Kilometer von OE entfernt reichlich schnell unterwegs war und dem die Post samt "Blitzerfoto" nun zugestellt werden muss.

Einmal in den Außenbezirken unterwegs, geht es weiter zu einer Gaststätte. Es reicht ein kurzer Blick, um festzustellen: Mit der Tür im Raucherbereich ist diesmal alles in Ordnung. Ja, das sind Kleinigkeiten, die der KOD abends fast nebenbei erledigt. Wer aber nun glaubt, man konzentriere sich ausschließlich auf das "Sorgenkind City", der liegt falsch. "Natürlich liegt der Schwerpunkt dort, aber soweit es uns möglich ist, schauen wir überall nach dem Rechten", sagt Habben.

In einer Imbiss-Stube muss der Inhaber nach kurzer Belehrung ziemlich kleinlaut seinen Gästen zu verstehen geben, dass an den Glücksspielgeräten heute Abend kein Glück mehr zu erwarten ist. Es fehlt schlicht und einfach die Genehmigung. Dann werden zunächst in ähnlicher Mission Internet-Cafs aufgesucht, ehe die Alkohol-Kontrollen folgen. In großen Teilen der City herrscht Verbot, im Stadtpark ist es aber ruhig. "Überhaupt hat sich dort vieles verbessert", berichten die KOD-Mitarbeiter.

Dass sich das Problem nur verlagert hat, ist indes nicht von der Hand zu weisen. Der junge Mann aus Gelsenkirchen, der sich bei minus vier Grad ein Fläschchen Krombacher auf dem Hünenplatz gönnt, hat aber ziemlich glaubhaft keine Ahnung, dass ein Bierchen dort unter freiem Himmel verboten ist. Verbot hin oder hier, der Alkohol und auch Gruppen von Jugendlichen vor der "Neuen Mitte" beschäftigen den KOD nahezu alltäglich. Sobald die Ordnungshüter dort auftauchen, schwärmt die Schar Heranwachsender oftmals ins Treppenhaus hinauf - und dort darf man dann höchst süßliche Gerüche "genießen".

Und - allen gewiss guten Aspekten eines Alkoholverbotes zum Trotz - gibt es nun andere Treffpunkte. Offiziell verzeichnet Oer-Erkenschwick zwar keine Obdachlosen. Doch es gibt eine Reihe von Menschen, die einst an der Seilscheibe am Ewaldkreisel stundenlang ihr Dasein fristeten und dort nun nicht mehr willkommen sind. Nun weichen sie oft zum kleinen Stadionweg aus. Fahren wir also dorthin. Es ist 22.01 Uhr, aber diesmal ist niemand zu finden. Es mag zu kalt sein. "Aber hier müsste trotzdem zumindest mal eine Bank aufgestellt werden", fordert Habben.

Zum Tagesgeschäft gehört auch, dass neuralgische Spielplatz-Punkte wie am Calluna-Park oder an der Sterngasse angefahren werden. Fünf Jugendliche sitzen derweil gelangweilt auf einer Fensterbank an der Friedrich-Fröbel-Schule. Alkohol ist nicht im Spiel, einer aus dem Quintett schafft es während der viereinhalbminütigen Ansprache nicht ein einziges Mal aufzublicken. Das Smartphone ist wichtiger als reale Kommunikation.

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