Gesundheit

Pilotprojekt soll Untersuchungslücke von Schülern schließen

Recklinghausen.  600 Drittklässler im Kreis Recklinghausen werden jetzt von einem Amtsarzt untersucht, da oft nach Früherkennungs- und Schuleingangsuntersuchungen der Gang zum Arzt vermieden wird. Experten rechnen bei einem Drittel der Kinder mit Auffälligkeiten.

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Was passiert, wenn Kinder jahrelang nicht untersucht werden? Ein Pilotprojekt soll nun Antwort geben. 600 Drittklässler im Kreis Recklinghausen werden ab diesem Montag von einem Amtsarzt untersucht. Der Modellversuch des Bundesgesundheitsministeriums wird in nur drei Regionen bundesweit getestet: Der Kreis in NRW ist eine davon.

Experten wollen herausfinden, ob und welche gesundheitlichen Gefahren auftreten könnten, wenn Schüler jahrelang nicht zum Arzt gehen. Nach Beobachtungen der Fachleute entsteht nämlich nach den Früherkennungs- und Schuleingangsuntersuchungen oft eine lange Untersuchungspause. Auch der von den Kassen bezahlte Gesundheitscheck bei Teenagern werde in den letzten Jahren immer weniger genutzt, besonders bei Kindern aus ärmeren Verhältnissen oder Familien mit Migrationshintergrund.

Der Fokus des Projekts liegt auf psychischen Problemen, Übergewicht, Haltungsschäden, dem Herz, Zähnen, Motorik, Sprache und Verhalten. Checks bleiben aber freiwillig. Die Leiter der Studie gehen von Auffälligkeiten bei einem Drittel der Kinder aus. Auch Fragen zur Ernährung und Bewegung dürften berücksichtigt werden. Das Ziel ist ein möglichst gesunder Schulalltag.

Projekt soll Teil der schulischen Gesundheitsförderung werden.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und die Universität Osnabrück verlangen, dass die Untersuchung Baustein der schulischen Gesundheitsförderung wird. Teil des Projektes ist es auch, die Schulen besser in die Gesundheitsförderung einzubeziehen. Um gezielte Wege und Lösungen zu bieten, sollen den Schulen zunächst die Probleme aufgezeigt werden, an denen ihre Schüler leiden.

Flächendeckende Arztbesuche an Grundschulen gibt es bislang in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Laut der Machbarkeitsstudie des Projekts, würden dort hohe Teilnehmerzahlen erreicht. (dpa)

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