Kinderbetreuung

Wie Kinder in Velbert besser betreut werden sollen

Fachbereichsleiterin Claudia Schmidt, v.l., Dunja Ochwat und Ewelina Waletzko vom SKFM Velbert sind mit dem neuen Projekt beschäftigt.

Fachbereichsleiterin Claudia Schmidt, v.l., Dunja Ochwat und Ewelina Waletzko vom SKFM Velbert sind mit dem neuen Projekt beschäftigt.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert.  Tagespflegeltern werden künftig deutlich besser qualifiziert und es gibt eine Vertretung, wenn die Betreuungsperson einmal ausfallen sollte.

Der Sozialdienst Katholische Frauen und Männer Velbert (SKFM) ist eine von deutschlandweit 40 Teilnehmern am Bundesprogramm „Prokindertagespflege“. Damit soll die Betreuung von Kindern bei Tagesmüttern und -vätern verbessert werden. So wurde die Beratungsstelle um eine weitere Kraft verstärkt und es gibt nun eine verbindliche Vertretungsregelung, wenn die Tageseltern wegen Krankheit oder Urlaub einmal ausfallen sollten.

Über den SKFM bieten rund 65 Tageseltern etwas 200 Betreuungsplätze an. Fallen die Tageseltern aus, wurde bislang in der Betreuungsstelle des SKFM einen Telefonaktion gestartet und gefragt, wer das Kind vorübergehend betreuen könnte. „Das wurde im Laufe der Jahre immer schwieriger. Denn die meisten Tageseltern haben mittlerweile mit fünf Plätzen das Maximum erreicht und können nicht zusätzlich aufnehmen“, sagt Fachbereichsleiterin Claudia Schmidt.

Vertretung im Krankheitsfall

Das wird nun anders. Es gibt zwei Tagesmütter, die immer einen Platz frei halten und dafür einen finanziellen Ausgleich erhalten. Und in Birth gibt es jetzt eine Wohnung, die gut auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist, in der bis zu fünf Kinder im Notfall betreut werden können. Dunja Ochwat, erfahrene Tagesmutter, hat diese Aufgaben übernommen und schon die ersten Kinder betreut. „Ich stelle mich zudem bei allen Tagesfamilien vor, damit die Kinder mich kennenlernen“, sagt sie. Denn in der Tagespflege werden vor allem Kleinstkinder betreut und da ist eine unbekannte Person weder für die Kinder noch für die Eltern angenehm.

Ein Qualifizierungsprogramm

Einen ganz großen Bereich im Bundesprogramm, das vom Bundesfamilienministerium mit rund 400.000 Euro gefördert und vom SKFM um 80.000 Euro aufgestockt wird, nimmt die Qualifizierung der Tageseltern ein. Statt bislang 160 Stunden wird die Ausbildung für neue Tagespflegepersonen künftig 300 Stunden – an Wochenenden und nach Feierabend – umfassen. Bereits als Tageseltern Aktive bekommen einen 140-stündige Fortbildung.

Zusammenarbeit mit der VHS

Die kostenlose Qualifizierung wird in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule unternommen. Die Schulungen, so Claudia Schmidt, würden individueller, die Tageseltern müssten sich dort persönlich mehr einbringen. Es würden vermehrt das Verhalten in schwierigen Situationen durchgespielt und auch dem Thema Inklusion würde mehr Raum gegeben. Am Ende der verlängerten Ausbildung könnte dann – nach Absprache mit der Stadt Velbert - auch eine höhere Bezahlung der nun besser qualifizierten Betreuungspersonen stehen.

Neue Mitarbeiterin eingestellt

Eingestellt wurde mit Sozialpädagogin Ewelina Waletzko eine neue Mitarbeiterin für die Fachberatungsstelle. Sie besucht regelmäßig die Tagesfamilien, kann direkt Tipps geben, wenn es Probleme geben sollte. Sie will aber auch die Zusammenarbeit mit den Eltern verbessern. So wird es einen Fragebogen gegen, mit dem die Zufriedenheit der Eltern abgefragt und ihre Bedürfnisse erkundet werden sollen. Auch gemeinsame Elternabende sind geplant. Und sie wird das Team verstärken und Elterngespräche führen. Schließlich werden pro Jahr rund hundert Plätze neu besetzt und noch einmal so viele Gespräche mit Eltern geführt, die sich dann am Ende doch für eine andere Betreuungsform entscheiden.

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