Verbraucher

Strom- und Gaspreis steigen

Als Gründe für den steigenden Strompreis führen die Stadtwerke höhere Netzentgelte und gesetzliche Abgaben sowie Bezugskosten an.

Als Gründe für den steigenden Strompreis führen die Stadtwerke höhere Netzentgelte und gesetzliche Abgaben sowie Bezugskosten an.

Foto: Peter Steffen / picture alliance / dpa

Strom und Gas von den Stadtwerken Velbert werden im nächsten Jahr teurer. Beim Anschreiben der Kunden hat es einen tausendfachen Lapsus gegeben.

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Kunden der Stadtwerke Velbert müssen im nächsten Jahr mehr berappen als bislang. Strom und Gas werden zum 1. Januar 2020 in der Grundversorgung um rund 6,2 bzw. 3,6 Prozent teurer. Darüber hat der Velberter Versorger bereits pflichtgemäß öffentlich per Anzeigen informiert, hat zudem seine Kunden angeschrieben, sowohl die mit Grundversorgung als auch die mit Sonderverträgen. Dabei ist allerdings irrtümlich die Kundengruppe mit einer bestehenden Preisgarantie nicht ausgeklammert, sondern ebenfalls angeschrieben worden.

Systemfehler verursachtfalsche Filterung der Daten

Bei dem Erstellen der dieser Tage verschickten Anschreiben seien die Kundendaten „aufgrund eines Systemfehlers fehlerhaft gefiltert worden“, erklärte Bert Gruber auf WAZ-Anfrage. Es handele sich um Sondervertragskunden, so der Prokurist weiter, denen im November 2018 eine zweijährige Preisgarantie zugesagt worden sei. Das betreffe Strom und Gas; diese Verbraucher seien selbstverständlich von der Erhöhung nicht betroffen, die Garantie habe weiterhin Bestand.

Insgesamt seien rund 15.000 Sondervertragsinhaber bei Strom und Gas davon betroffen. Man habe allerdings keinen Weckruf von außen gebraucht, versichert der Bereichsleiter für Vertrieb, Marketing und Kommunikation, vielmehr sei der Filter-Fehler hausintern aufgefallen: „Da waren die Briefe aber leider gerade raus.“ Bislang habe es lediglich Reaktionen auf die Preiserhöhung gegeben. Die betroffenen Kunden sollten nunmehr in der nächsten Woche einen weiteren Brief mit der Überschrift „Rückruf – Keine Preiserhöhung für Sondervertragskunden mit Preisgarantie“ mit einer Erklärung, einer Entschuldigung und mit einem Gutschein für einen Schwimmbad-Besuch bekommen. „Sie brauchen nichts zu unternehmen“, betont Bert Gruber, „wir kümmern uns darum.“

Ursächlich für den steigenden Strompreis sind nach Stadtwerke-Angaben höhere Netzentgelte und gesetzliche Abgaben sowie Bezugskosten. „Wir reichen das nur durch und verdienen keinen Cent mehr.“

Mehrkosten im Durchschnittbei 63 und 36 Euro im Jahr

Beim Gas handele es sich hauptsächlich um Bezugspreise. „Wir kaufen ja im Rahmen der Daseinsvorsorge immer weit im Vorfeld ein“, begründet der Stadtwerke-Mann den Umstand, dass aktuelle, kurzfristige Senkungen beim Gaspreis nicht jetzt spürbar durchschlagen. Das erfolge erst mit Zeitverzug. „Wir sind in der Region als Stadtwerke recht günstig“, stellt er heraus, „und wir sind eben mit Personal vor Ort.“

Konkret zu den neuen Tarifen: Der Arbeitspreis bei der Strom-Grundversorgung steigt von 26,55 auf 28,49 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Der Jahres-Grundpreis bleibt bei netto 80,67 Euro. Macht laut Stadtwerke bei einem Haushalt mit 3280 kWh durchschnittlichem Jahresverbrauch eine Mehrbelastung von 63,63 Euro im Jahr.

Beim Gas (ebenfalls Grundversorgung) summiert sich bei einem Verbrauch von 15.000 kWh die Mehrausgabe auf 36,50 Euro/Jahr. Der Arbeitspreis beträgt 6,54 statt bisher 6,33 und beim Mehrmengentarif 5,99 statt 5,78 Cent/kWh. Der Grundpreis klettert von netto 98,17 auf 103,17 bzw. beim Mehrmengentarif von netto 134,98 auf 139,98 Euro/Jahr.

Nach Stadtwerke-Angaben halten sich die Menge der vergleichsweise teureren, aber auch flexibleren Grundtarif- und die der Sondertarifverträge mittlerweile in etwa die Waage.

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