Umweltschutz

Gesamtschul-Projekt macht auf Plastikmüll im Meer aufmerksam

Der Religionskurs von Nicole

Der Religionskurs von Nicole

Foto: Alexandra Roth

Velbert-Mitte.   Gesamtschüler informieren an zwei Projekttagen über die Gefahren von Plastikmüll in den Weltmeeren. Umweltschutz ist häufig eine Kopfsache.

Die Weltmeere verkommen zu Müllhalden, riesige Strudel aus Plastiktüten treiben in den Ozeanen. Wissenschaftler präsentieren Fotos von Seevögeln, in deren Mägen sich ganze Einkaufstaschen finden lassen. Neuntklässler der Gesamtschule Velbert haben sich in ihrem Religionskurs intensiv mit der Plastikverschmutzung beschäftigt und präsentieren ihre Ergebnisse derzeit in der Schulaula.

Das Ziel: Mitschüler informieren und Spenden sammeln

Inspiriert wurden Lehrerin Nicole Odunayo-Ojo und ihre Schüler von einer jungen Architektin namens Marcella Hansch, die eine schwimmende Plattform entwickelt hat, mit der Plastikmüll künftig auch aus größeren Wassertiefen gefischt werden könnte. „Wir fanden, dass die Idee sehr gut zu unserem Thema ,Verantwortung in der Welt übernehmen’ passen würde“, erzählt Nicole Odunayo-Ojo, die daraufhin mit ihren Schülern ein Konzept ausarbeitete. Das Ziel: Mitschüler über das Plastikproblem im Meer informieren und bestenfalls Spenden für die Idee von Marcella Hansch sammeln.

Jürgen Rodermund bringt noch einen weiteren Aspekt ins Spiel: „In meiner Studienzeit ist man schräg angeschaut worden, wenn man seine eigene Einkaufstasche mitbrachte. Ich denke, auch heutzutage muss man bei den Menschen noch Hemmschwellen abbauen.“ Umweltschutz sei häufig auch eine Kopfsache, so der stellvertretende Schulleiter.

Rundgang für die jüngeren Schüler aufgebaut

In der Aula der Gesamtschule hat der Odunayo-Ojo-Kurs einen ganzen Rundgang für die Fünft- und Sechstklässler der Schule auf die Beine gestellt. An acht Stationen werden alle Facetten der Umweltproblematik beleuchtet. „Viele können sich die Konsequenzen gar nicht vorstellen. Dabei ist das ein ernstes Thema“, betont Moritz und klickt langsam durch die Präsentation auf seinem Laptop. Die Bilder von verendeten Robben und Vögeln stimmen nachdenklich. Ein paar Tische weiter erzählen zwei Mitschülerinnen gerade die Geschichte eines Pottwals aus dem Mittelmeer, in dessen Magen 17 Kilo Plastikmüll gefunden wurden – darunter auch 30 Quadratmeter Plastikplane eines Gewächshauses. „Die Bilder der toten Tiere emotionalisieren natürlich“, erklärt Odunayo-Ojo. Eigentlich müsse man sich an Zigarettenschachteln orientieren und solche Motive auf Plastiktüten drucken.

Umweltfreundliche Alternativen

Till und Lowis liefern traurige Zahlen: Geschätzte 5,5 Millionen Tonnen Plastik treiben in den Ozeanen. „Die Zersetzung dauert ewig, bei einer Spüli-Flasche rund 450 Jahre.“ Dabei gibt es im Supermarkt umweltfreundliche Alternativen zum Kunststoff. Essschälchen aus Palmenblättern, Teller aus Chinagras oder kompostierbares Besteck. „Wir wollen für das Thema sensibilisieren“, sagt Nicole Odunayo-Ojo. Sie selbst trinke Wasser jetzt nur noch aus Glasflaschen.

>>> Mit einem Planschbecken auf dem Schulfest

Auch beim Schulfest am 11. Juli ist der Reli-Kurs mit seinem Umwelt-Projekt vertreten. Die Besucher können am Stand selbstgebastelte Fische aus einem Planschbecken mit Plastikmüll retten und sich näher über das Thema informieren.

Infos zum Pacific-Garbage-Screening-Projekt von Marcella Hansch gibt’s im Internet unter www.pacific-garbage-screening.de. Wer spenden möchte, kann sich gerne an Nicole Odunayo-Ojo und ihren Kurs wenden oder sich im Schulfoyer melden.

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