Vereinsjubiläum

MHC Flandersbach gibt es nun schon seit 40 Jahren

Rudolf Herm und einer seiner Modellhubschrauber. Seit 40 Jahren fliegt er rund um den Platz in der Flandersbach

Rudolf Herm und einer seiner Modellhubschrauber. Seit 40 Jahren fliegt er rund um den Platz in der Flandersbach

Foto: Sascha Döring

Velbert-Mitte.  Der MHC Flandersbach wird 40. Rudolf Herm blickt zurück und berichtet von der Modellfliegerei an der Grenze zwischen Velbert und Wülfrath.

Das einspurige Sträßchen führt hinaus aus dem Wülfrather Ortsteil Flandersbach, links und rechts erstrecken sich Felder, ein Greifvogel zieht seine Runden.

Kurz vor einem kleinen Wald ist ein Stück Wiese abgezäunt, ein Bauwagen steht etwas oberhalb der Straße. Hier, genau zwischen den Städten Velbert, Wülfrath und Heiligenhaus, hat Rudolf Herm einen Platz für sein Hobby gefunden: Seit 40 Jahren lässt er seine Modellhubschrauber fliegen. Und genauso lange gibt es nun auch schon den MHC Flandersbach – den Modell-Helikopter-Club.

Am Anfang waren zwei Quadratmeter

„Damals bin ich hier lang gefahren und habe dieses Stück Land gesehen“, erinnert sich der Hobby-Flieger an die Anfänge zurück. Er habe dann den Eigentümer ausfindig gemacht, die Familie von Bögel. „Ich habe geschellt, mich vorgestellt und erläutert, was ich gerne möchte.“ Hubschrauber fliegen. „Wie, fliegen?“ sei die erste Reaktion gewesen. Er habe dann sein Modell vorgezeigt. „Dann habe ich zwei Quadratmeter bekommen.“

Das Verhältnis zum Eigentümer, so erzählt es Rudolf Herm, sei immer besser geworden. Irgendwann habe der dann zu ihm gesagt: „Du bist immer so allein da, nimm Dir doch mal nen Kumpel mit.“ Und so kam es, dass erst ein zweiter, schließlich ein dritter Mann dazu kamen.

Eine Beschwerde gefährdet den Flugbetrieb

Auch das Gelände wuchs: Erst gab es ein paar Quadratmeter mehr, damit auch das Auto Platz fand, später noch ein bisschen mehr, damit der Bauwagen – Ersatzteillager und „Vereinsheim“ – abgestellt werden konnte. „1980 haben wir dann vom Eigentümer ein Schreiben bekommen, dass wir hier fliegen dürfen.“

Allerdings – ein amtliches Schreiben war das nicht, nach einer Beschwerde 1989 mussten die Helikopter erst einmal am Boden bleiben. Nach einigen Recherchen habe sich dann rausgestellt, dass der Beschwerdeführer ein recht dubioser Zeitgenosse gewesen sei, erzählt Herm. „Aber Henri Schmidt, der Velberter Polizeichef, hat uns dann geholfen.“

Zuständige Behörde macht nur eine Auflage

Um weitermachen zu dürfen, benötigte Herm jetzt aber einen Vertrag und eine amtliche Genehmigung. „Das waren die Bedingungen vom Ordnungsamt Wülfrath“, erzählt er. Bei einem Ortstermin mit dem Chef der zuständigen Düsseldorfer Behörde sei dann alles glatt gegangen. „Aber wir brauchten ein Netz, um die Piloten zu schützen.“ Inzwischen ist der Schutz fest verankert, grenzt den Startbereich deutlich ab. Ein weiteres Netz über Kopf schützt die Piloten auch vor eventuell herab fallenden Teilen.

„Bis heute“, Herm klopft drei Mal auf den kleinen Campingtisch vor dem „Vereinsheim“, „bis heute ist nichts passiert. Keine Verletzten.“ Rund 1000 Quadratmeter groß ist der Flugplatz heute – Platz genug für einen kleinen Parkstreifen, den Bauwagen und natürlich die Vereinsmitglieder, die ihre Modelle starten lassen.

Hubschrauber dürfen nur in bestimmtem Bereich fliegen

„Fliegen dürfen wir etwa 200 Meter im Quadrat“, erläutert Rudolf Herm und zeigt grob die Richtung. „Und bis zu 50 Meter hoch.“ Das eigentliche Training – früher habe er regelmäßig an Wettbewerben teilgenommen – finde aber in einem viel kleineren Luftraum statt.

„Sie müssen sich vorstellen“, erläutert er, „dass der Juror sitzt und den Kopf nicht bewegt. Alles, was in seinem Sichtfeld passiert, ohne dass er den Kopf dreht, wird bewertet.“ Also bestimmte Flugfiguren wie etwa Loopings. „Das geht bis etwa 20 Meter Höhe.“ Wer im Training aber bis auf 50 Meter gehe, „der wird es im Wettkampf schwer haben, seine Figuren in dem kleineren Bereich zu fliegen.“

Rudolf Herm will weiter fliegen und wenn er auf die letzten Jahrzehnte zurück blickt, dann schwingt ein bisschen stolz in der Stimme mit: „Kein Mensch hätte doch geglaubt, dass Rudolf Herm einen Flugplatz schafft, der heute noch Bestand hat.“

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