Kriminalität

Langfinger suchen auch Velberter Seniorenresidenzen heim

Im Krankenhaus und Seniorenheimen haben Diebe leichtes Spiel.

Im Krankenhaus und Seniorenheimen haben Diebe leichtes Spiel.

Foto: Walther-Fotodesign

Velbert-Mitte.   Immer wieder sind Diebe in den Seniorenheimen unterwegs, auch in Velbert. Die Einrichtungen wollen sich aber dennoch nicht abschotten.

Immer wieder machen Meldungen von besonders fiesen Langfingern die Runde: Die Diebe treiben sich in Altenheimen und Krankenhäusern herum und bestehlen Alte und Kranke.

Auch der Kreis Mettmann bleibt von diesen Delikten nicht verschont. „Das kommt immer wieder in allen Städten des Kreises vor“, berichtet Daniel Uebber, Pressesprecher der Kreispolizei Mettmann. Es sei aber schwierig, die Zahlen für einzelne Städte zu nennen, so der Polizeisprecher.

Niveau ist in NRW seit knapp zwei Jahren konstant

Die Zahlen des Landeskriminalamtes (LKA) für Nordrhein-Westfalen sind erschreckend: So meldete das LKA für das Jahr 2017 6497 Delikte. Das sei zwar noch geringer als im Vorjahr, aber das Niveau sei seit knapp zwei Jahren konstant hoch. Die Kreispolizei bestätigt die Zahlen: Gab es 2016 in den Krankenhäusern des Kreises 75 Diebstähle, so waren es 2017 schon 94. Die Zahl der Diebstähle in Altersheimen ist zwar von 2016 auf 2017 gesunken, war aber mit 128 Fällen immer noch besonders hoch.

Zum Teil sind professionelle Banden am Werk

„Das nimmt teilweise schon professionelle Züge an“, sagt auch André Dravenau. „Vor zwei Jahren hat es da einen Vorfall bei uns gegeben“, berichtet der Leiter der Alloheim Seniorenresidenz Haus Bergisch Land. Damals hätte sich eine Gruppe von etwa drei bis fünf Leuten während des Oktoberfestes in die Einrichtung gemogelt und sei dann von Flur zu Flur gegangen. „Wir haben Anzeige erstattet, es gab Personenbeschreibungen.“ Für Dravenau stellt die Gefahr durch mögliche Kriminelle ein Dilemma dar: „Wir können und wollen ja die Tür nicht abschließen“, sagt er. Schließlich sei die Residenz das Zuhause der Bewohner. „Und wenn die abends mit Angehörigen in den Geburtstag reinfeiern wollen oder so was, dann sollen die auch die Möglichkeit dazu haben.“

„Wir sensibilisieren Mitarbeiter und Bewohner“

Um dennoch dafür zu sorgen, dass möglichst keine Langfinger ins Haus kommen, „sensibilisieren wir die Mitarbeiter und die Bewohner.“ Treffen die auf einen Fremden, „dann sollen die nett fragen, ob sie weiterhelfen können.“ Das helfe. Ein weiteres Problem könne aber auch der Diebstahl durch Angestellte oder Mitarbeiter von Fremdfirmen darstellen. „Haben wir beides schon erlebt“, sagt André Dravenau. Im Falle einer klauenden Mitarbeiterin gab es die fristlose Kündigung, der Prozess beginnt bald. Und der Firma, deren Mitarbeiter versuchte, die Bewohner zu bestehlen, wurde der Vertrag gekündigt. „Bei uns kommt jeder Diebstahl zur Anzeige“, betont Dravenau. Das solle potenzielle Täter abschrecken und den Bewohnern zeigen, dass sie sicher in dem Haus leben können.

Klinikum meldet kaum Vorfälle

Im Helios Klinikum Niederberg wiederum sei die Lage entspannter, sagt Pressesprecherin Nadine Formicola. „Diebstahl kommt vor, aber die Zahl der Fälle ist jetzt nicht dramatisch hoch.“ Grundsätzlich rate sie Patienten, keine Wertgegenstände oder größere Geldbeträge mitzubringen.

>>WERTSACHEN AM BESTEN ZU HAUSE LASSEN

  • Sich zu 100 Prozent vor Diebstählen zu schützen, sei schwierig. Die Polizei rät: „Am besten ins Krankenhaus nur ein bisschen Geld mitbringen und wichtige Wertsachen direkt zu Hause lassen“, rät Daniel Uebber.
  • Das Problem: „Krankenhäuser sind halt einfach Einrichtungen, in die prinzipiell jeder reinkommt, wenn er das möchte. Und in einem unbemerkten Moment sind die Sachen schnell geklaut“, erzählt der Pressesprecher.

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