Jugendarbeit

Langenberger Verein Spectaculum lockt junge Kreative

Das Repertoire von Spectaculum ist breitgefächert, kreuz und quer durch die Musical-Landschaft. Beim Neujahrsempfang des Bü̈rgervereins Langenberg führte der Verein unter anderem ein Stück aus „Sister Act“ auf.

Das Repertoire von Spectaculum ist breitgefächert, kreuz und quer durch die Musical-Landschaft. Beim Neujahrsempfang des Bü̈rgervereins Langenberg führte der Verein unter anderem ein Stück aus „Sister Act“ auf.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Langenberg.  Der Langenberger Verein Spectaculum spielt Musical-Shows für den guten Zweck. Die Mitglieder schwärmen von der Atmosphäre und sind gern dabei.

Selbstsichersicherheit, Selbstbewusstsein und Freunde: Viele aktive Mitglieder des Vereins Spectaculum verbinden diese Begriffe mit ihrem Werdegang bei dem Velberter Jugendverein, der seit mehr als fünf Jahren in Langenberg ansässig ist. In aufwendigen Kostümen stehen rund 30 Akteure auf der Bühne, tanzen und schauspielen zu Musicalmelodien und -liedern.

Seit 2004 gehört Marvin Fischer dazu. Er wurde von seinem Cousin, Marcel Berowski, gefragt, ob er mal zuschauen und eventuell mitmachen wolle. „Ich fand es direkt sehr familiär“, erinnert sich Fischer. „Dazu kam der Gedanke, dass man etwas für den guten Zweck tut.“

Die anfängliche Unsicherheit weicht schnell

Allerdings hatte letzteres keine Priorität, eher die komplett neue Erfahrung, die er machte: „Bühne, neue Freunde und dass man mit Spaß auch etwas bewirken kann.“ Doch einfach war es nicht für ihn, den 14-jährigen Jungen, heranwachsend, im Kreis von anderen Pubertierenden, für die Fußball der Sport schlechthin war.

Anfänglich war er unsicher und spielte nur die Sicherheit: „Aber nach kurzer Zeit bin ich in diese Selbstsicherheit hineingewachsen und konnte davon profitieren.“ Der heute 29-Jährige spielt damit auf seine berufliche Laufbahn an. Generell habe er von dem Schauspiel, von den Charakteren, die er interpretierte, profitiert: „Spectaculum ist meine Droge, ich kann nicht ohne.“

Die Vorbereitung auf die Shows fördert auch die persönliche Entwicklung

Tim Weber ist seit drei Jahren dabei. Eine der Trainerinnen fragte damals, ob er bei einem Großauftritt mitmachen wolle, weil männliche Mitstreiter gebraucht würden. „Ich habe es mir einfach mal angesehen“, beim ersten Mal war er skeptisch, aber schon beim zweiten Treffen fand er die Atmosphäre, das Miteinander schon sehr gut: „Ich war direkt integriert.“

Die Musikrichtung war ihm unbekannt, doch die verschiedenen Rollen, dazu die Mimik zum Ausdruck zu bringen, das gefiel und gefällt dem Velberter. Der 18-Jährige selbst hat sich verändert: „Ich bin Fremden gegenüber viel offener.“ Auch für Tim waren die Reaktionen im Umfeld erst einmal ablehnend. Sein Tipp: „Man sollte sich ruhig zwei, drei Proben anschauen. Es ist ein Hobby, bei dem man richtige Freunde, nicht nur oberflächlich, finden kann.“

Der Vorsitzende wünscht sich einen prominenten Gaststar

Lucas Müller, 1. Vorsitzender und Gründungsmitglied, sieht die Entwicklung jedes einzelnen, sieht, wie manche ihre Schüchternheit abgelegt haben: „Tim hatte eine besondere Herausforderung, er war gleich in seiner ersten Hauptrolle der Tod in ,Elisabeth’, ein mega schönes Musical.“ Das Musical würde er selbst gerne mal live sehen und schmunzelt: „Die Vereinsfahrten enden regelmäßig in Musicalbesuchen.“ Auch würde Müller gerne einen berühmten Darsteller für die eigenen Aufführungen gewinnen können.

Einfach mal zur Probe gegangen

Lea Brauksiepe kommt aus Essen-Überruhr und ist das neuestes Ensemble-Mitglied: „Freunde haben mich mit zur Probe geschleppt, nachdem ich mir vorher schon zehn Aufführungen angesehen hatte.“ Sie mochte Musicals, war aktiv im Ballett und rhythmischer Sportgymnastik. „Was keinesfalls eine Voraussetzung ist, auch singen muss man nicht können,“ betont Lucas Müller.

Lea ist jetzt mehr als ein Jahr dabei: „Ich habe auf jeden Fall an Selbstbewusstsein gewonnen. Anfangs war es katastrophal für mich, vor den anderen zu spielen. Doch vor Publikum war das gar nicht so schlimm, weil ohne Brille“, grinst die 21-Jährige. Auch ihre Freundschaft mit Marla Mintert sei intensiver geworden.

Kreativität in der Arbeit im Verein ist ein großer Anreiz

Die heute 21-jährige Mandy Schmidt aus Wülfrath wurde von ihrer besten Freundin mitgebracht. Bereits mit 12 oder 13 Jahren stand Mandy auf der Bühne. Das es nur ein Hobby ist, sei untertrieben: „Es ist ein großer Freundeskreis, auch über die Proben hinaus.“ Für Lucas Müller hat Mandy den größten Entwicklungssprung gemacht: „Auf der Bühne zu stehen, das gibt Selbstbewusstsein.“

Heute kann sie gut ihre eigene Meinung vertreten. Nervös sei sie manchmal immer noch, aber sprachlich habe sie sich sehr verbessert. „Gereizt hat mich die Kreativität, jeder kann sich selbst mit einbringen.“ In der Gemeinschaft geben sie sich gegenseitig Tipps und würden sich auch über neue Gesichter sehr freuen.

Anfänge liegen in der Jugendfeuerwehr

Beim Musical-Verein Spectaculum suchen insgesamt fünf Trainer und Trainerinnen die Stücke aus, die später auf die Bühne kommen. Sie führen auch die Castings durch, bei denen festgelegt wird, wer welche Rolle bekommt. Tänzer und Trainer kommen aus allen Velberter Stadtbezirken und umliegenden Städten, sogar aus Münster, wie beispielsweise Sabrina Fischer, die immer wieder gerne den Weg auf sich nimmt.

Es gibt auch passive und Fördermitglieder, die ihren Beitrag frei wählen können. Für die Aktiven liegt der Jahresbeitrag bei mindestens 60 Euro, gerne auch freiwillig höher. Mitmachen können Jugendliche ab einem Mindestalter von zwölf Jahren, bei einzelnen Stücken spielen auch Kinder mit.

Trainiert wird montags von 18 bis 21 Uhr in den Vereinsräumen an der Voßkuhlstraße 40a, auch mittwochs nach Bedarf vor Auftritten. Alle Mitglieder würden sich über Zuwachs, gerne jüngeren, sehr freuen.

Helfer für die Arbeit hinter der Bühne werden auch gesucht

Doch auch Helfer werden immer gesucht: in der Vorbereitung, bei Auftritten hinter der Bühne oder beim Nähen der schönen, auch kreativen Kostüme. Auch wenn die Mitglieder des Spectaculums selbst alle noch recht jung sind, müssen sie sich jetzt schon um Nachwuchs für den Verein kümmern.

Über Zuwachs würde sich der aktuelle Vorstand – Lucas Müller (1. Vorsitzender), Marvin Fischer (2. Vorsitzender), Bettina Gerhardt (Kassiererin) sowie die Beisitzerinnen Jasmin Zech und Sabrina Kleeberger – freuen.

Weitere Infos gibt es auf www.spectaculum-musical.de. Dort können auch in diesem Jahr erstmalig die Karten zu den beiden Benefizveranstaltungen, die am 5. und 6. Oktober im Historischen Bürgerhaus Langenberg stattfinden, online gebucht werden. Darüber ist der Kartenkauf bei den bekannten Vorverkaufsstellen von Neanderticket möglich.

Was einmal als Idee in der Jugendfeuerwehr anfing, hatte sich schnell zu dem eigenständigen Verein Spectaculum mit heute 64 Mitgliedern, davon 30 Aktiven, entwickelt, der mit Spaß an Tanz und Schauspiel Kinder und Jugendliche in der unmittelbaren Nähe durch gemeinnützige Hilfe finanziell unterstützt.

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