Naturschutz

Kinder lernen bei Exkursion in Langenberg Deilbach kennen

Bei der Bachexkursion zeigen die Kinder vollen Körpereinsatz: Mit Gummistiefeln und Keschern ausgestattet erkunden sie den Deilbach.

Bei der Bachexkursion zeigen die Kinder vollen Körpereinsatz: Mit Gummistiefeln und Keschern ausgestattet erkunden sie den Deilbach.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Langenberg.  Familienzentrum Langenberg und Nabu vermitteln Kindern in einer Exkursion Wissen rund um Bachbewohner. Kinder freuen sich über spannende Funde.

Wasser spritzt auf als rund zwanzig große und kleine Forscher, die mit Keschern und bunten Gummistiefeln bewaffnet durch den Deilbach waten. Sie sind auf der Suche nach den Bewohnern dieses Gewässers, das auf den ersten Blick gar nicht vermuten lässt, dass sich unter der Oberfläche unzählige kleine Tiere verbergen.

Bei dieser Bachexkursion handelt es sich um ein Projekt des Familienzentrums in Kooperation mit dem Nabu. „Diese Zusammenarbeit hat sich nach und nach entwickelt“, erzählt Manuela Müller, Koordinatorin des Familienzentrums. Begonnen habe alles 2010 mit einer Fledermausaktion. „So eine Bachexkursion ist immer ein kleines Abenteuer“, spricht sie aus Erfahrung. Die Funde der letzten Jahre reichen von fast tellergroßen Krebsen über seltene Fische bis hin zu verloren geglaubtem Diebesgut. „Ich bin gespannt, was wir heute so alles im Wasser finden“, lacht sie.

Auch die kleinsten Tiere entdecken

Dietmar Albrecht vom Nabu ist ein Experte, wenn es um Natur und Tiere geht. Damit es aber auch den weniger naturkundigen Teilnehmern gelingt, die kleinen Wasserkrebse, Larven und Würmer richtig zu bestimmen, hat er ein Plakat mitgebracht. Damit können nicht nur die Tiere identifiziert, sondern auch die Wasserqualität bestimmt werden. Sind Tiere aus dem blauen Bereich vorhanden, so spricht das für eine hervorragende Qualität.

„Haltet alle mal Ausschau nach dem Schielewurm“, fordert Albrecht die Teilnehmer auf und deutet auf die entsprechende Stelle auf seinem Poster. Natürlich heißt der Wurm nicht wirklich so, gibt er zu, „aber wenn man ihn unter der Lupe betrachtet, erkennt man wirklich, dass er schielt.“ Mit Keschern, Behältern und kleinen Pinsel geht es dann endlich rein in den Bach. „Flusskrebse sind zum Beispiel so klein, dass man sie gar nicht mit der Hand anfassen kann“, erklärt Albrecht. „Dafür brauchen wir eben die Pinsel.“

Stolz auf eigene Entdeckungen

„Manche Kinder ekeln sich anfangs sogar ein wenig vor der Natur und den kleinen Tieren“, erzählt Manuela Müller, aber nach kurzer Zeit erwache eigentlich bei Jedem das Jagdfieber. „Es ist einfach wichtig, dass die Kinder ein Gespür für die Natur entwickeln“, sagt Müller und lacht, „Und die Eltern natürlich auch.“ Darum sei der Bach fast direkt vor der Haustür natürlich ideal.

„Der ist bestimmt dreißig Meter lang“, ruft ein kleiner Junge und läuft durch das niedrige Wasser auf seinen Vater zu. „Guck mal der Riesenwurm da“, ertönt es von der anderen Seite. Sorgsam wird fast jeder Stein umgedreht und oft findet sich darunter eine freudige Überraschung. Schnell sind die besten Stellen des Flusses ausgemacht und schon bald wimmelt es in den Keschern und Gefäßen nur so von Tieren.

Hervorragende Wasserqualität im Deilbach

Zuletzt geht es wieder zurück zum Poster, um die Flussbewohner zu bestimmen und anschließend in die Freiheit zu entlassen. „Der Fluss fließt an vielen Biobauernhöfen vorbei“, zeigt sich Albrecht zuversichtlich, als schließlich Bilanz gezogen wird, „da landen kaum Schadstoffe im Wasser.“ Und tatsächlich hat der Deilbach auch in diesem Jahr wieder eine hervorragende Wasserqualität.

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