Jubiläum

Grundschule Birth feiert 50. Geburtstag im Zirkuszelt

Schulleiterin Sabine Klose ist ganz begeistert davon, was die Schüler in dem Projekt gelernt haben: Katila kann sich sogar mit dem Fahrrad auf dem Hochseil halten.

Schulleiterin Sabine Klose ist ganz begeistert davon, was die Schüler in dem Projekt gelernt haben: Katila kann sich sogar mit dem Fahrrad auf dem Hochseil halten.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Velbert.  Grundschule Birth in Velbert wird 50 Jahre alt. In einem Zirkusprojekt können die Schüler sich ausprobieren und wachsen dabei über sich hinaus.

Ein erstauntes Raunen geht durch die Manege, als die sechsjährige Aimée mit enormer Geschwindigkeit durch die Luft fliegt. Es sieht so einfach aus, wie sie kopfüber am Trapez hängt und die Hände von sich streckt. Sogar lächeln kann sie dabei noch. Aimée wirkt schon wie ein richtiger Profi, dabei hat sie erst vor zwei Tagen mit dem Training begonnen.

An der Grundschule Birth ist zur Zeit die Familie Casselly zu Gast. Schon von der Straße aus ist das große Zirkuszelt zu sehen, eine große Gruppe aufgeregter Schüler betritt gerade die Manege. Doch nicht als Zuschauer: „Die Kinder können alles selbst mal ausprobieren. Sehen Sie sich das doch mal an“, sagt Schulleiterin Sabine Klose und zeigt auf eine Schülerin, die gerade mit einem Fahrrad über das Hochseil fährt.

Schüler als Fakire, Clowns und Seiltänzerinnen

Anlässlich des 50. Jubiläums von der Grundschule Birth findet zum dritten Mal das Zirkusprojekt statt. 2011 hat Sabine Klose das Projekt zum ersten Mal organisiert und ist überzeugt von dem Konzept: „Die Kinder kommen diese Woche jeden Morgen mit strahlenden Augen zur Schule“, sagt sie. Die Augen der Schulleiterin glänzen nicht viel weniger, als sie ihre Schützlinge bei den Proben für den großen Auftritt beobachtet.

Konzentriert steht in der Manege ein Schüler auf einem Nagelbrett, während daneben die Clowns „durch die Mayonnaise“ rennen. Auf dem Schulhof werden die Ponys gepflegt, im Pausenraum jongliert, in der Mensa wird gezaubert. „Ich bin immer wieder sprachlos, was die Kinder alles können“, sagt Sabine Klose euphorisch.

Die Geheimnisse der Zauberkunst

So stehen gerade zum Beispiel Amar und Maxime vor einer magischen Röhre und ziehen eine meterlange Tücherkette daraus. „Hä, da war doch vorher gar nichts drin“, sagt ein Mitschüler aus dem Publikum. Zaubertrick geglückt. Aber „Psssst“, sagt Zauberlehrer Bobori und legt den Finger auf die Lippen. Er fragt die Kinder, welche die wichtigste Regel in der Zauberei sei: „Nicht den Trick verraten“, antworten alle Schüler wie im Chor.

Am anderen Ende des Schulhofs probt eine Gruppe gerade mit den Ponys: „Wir rennen durch die Manege und machen eine Indianer-Show“, verrät Marie und tätschelt dabei ihrem Pony Moritz den Kopf. Die 24-jährige Romina Casselly betreut die Kinder während der Proben: „Die Kleinen wissen selbst oft gar nicht, was sie schaffen können“, glaubt sie. Seit 27 Jahren bietet die Zirkusfamilie bereits Aktionen für Kinder an und ist damit sehr erfolgreich, „weil wir eben selbst mit Leib und Seele Artisten sind“, erklärt Romina.

Zirkusfamilie will Begeisterung weitergeben

Es sei für die Familie ein tolles Gefühl, ihre Leidenschaft an Kinder weiterzugeben und – auch wenn sie nur wenige Tage mit den Kindern arbeiten – ihre Entwicklung zu beobachten. „Ich bekomm Gänsehaut, wenn ich nur darüber rede“, sagt Romina und beobachtet ihren Bruder Alfons beim Training am Trapez. Alle Kinder vertrauen ihm blind, halten sich an ihm fest und gehen hoch in die Luft.

„Es ist verrückt, wieviel die Kinder seit gestern schon gelernt haben“, meint auch Lehrerin Mareike Apolte. Sie findet es schön, ihre Schüler bei dem Zirkusprojekt auch mal von einer anderen Seite kennenzulernen „und auch verborgene Talente zu entdecken.“ Schon in den letzten Wochen haben viele in ihrem Unterricht gefragt, wann die Zirkuswoche denn endlich losgehen würde. „Und jetzt sind natürlich alle ganz aus dem Häuschen“, weiß die Lehrerin.

Aufregung vor dem großen Auftritt

Dass das Zirkusprojekt und 50. Jubiläum dieses Jahr zusammen fallen, „passt einfach perfekt“, findet Sabine Klose. Auch für den Festakt seien noch einige Dinge geplant. „Diese Woche ist eine logistische Meisterleistung“, sagt die Schulleiterin und bedankt sich bei den Kollegen und Schülern für ihr Engagement. Denn auch für die Feier haben die Schüler und Lehrer wohl einiges vorbereitet, „und das läuft alles nebenbei“, freut sich Sabine Klose.

Die sechsjährige Aimée hat die Proben am Trapez jetzt hinter sich. Sie freut sich auf den großen Auftritt, aber: „Ich bin auch total aufgeregt“, gibt sie zu. Ihr habe die Zeit beim Zirkusprojekt so viel Spaß gemacht, weil sie so viel ausprobieren konnte. Angst vorm Fallen habe sie – trotz der Höhe – keine gehabt. Aimée sagt sogar: „Ich hatte eher Angst, dass ich oben an das Zirkuszelt komme.“

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