Klimawandel

Gesamtschüler werden gegen den Klimawandel aktiv

Eifrige Diskussionen begleiten das Projekt.

Eifrige Diskussionen begleiten das Projekt.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Velbert-Mitte. „Verantwortung in der Welt übernehmen.“ Diesem Thema hat sich die Religionslehrerin Nicole Odunayo Ojo vor einigen Wochen erstmals mit ihrer neunten Klasse der Gesamtschule Velbert im Unterricht gewidmet. „Es sollte einen Anstoß geben, um zu erfahren, was den Schülern auf dem Herzen liegt“, so Odunayo Ojo. Dass sich dieser Anstoß allerdings in politischer Energie und Tatendrang bei den Jugendlichen entladen würde, hatte sie so allerdings nicht erwartet.

Schnell machte sich die Klasse für das Thema Klimawandel stark. „Wir befassten uns intensiv damit, doch wir merkten, dass das allein nicht ausreicht“, sagt die Lehrerin. So entstand die Idee dazu, das angeeignete Wissen auch aktiv an andere Schüler weiterzugeben. So entwickelt der Kurs aktuell eine Klima-Rallye für Fünft- und Sechstklässler der Schule. Dazu will die Klasse bald in der Schulaula in Kleingruppen zu den einzelnen Aspekten des Klimawandels kurze Referate halten und anschließend mithilfe von Puzzeln, Kreuzworträtseln und Quizfragen das Wissen der Unterstufenschüler auf die Probe stellen.

Experimente sollen den Klimaschutz erlebbar machen

Dustin Löther (15) und Celine Schmidt (14) möchten an ihrer Station den Treibhauseffekt näher beleuchten. Hierzu wollen die beiden kindgerecht anhand eines Experimentes veranschaulichen, wie die Erderwärmung in der Atmosphäre funktioniert. „Alles, was man dafür braucht, sind zwei Gläser Wasser, etwas Klarsichtfolie und ein Thermometer“, beschreibt Schülerin Celine. Und so funktioniert das Experiment: Eines der beiden Gläser Wasser wird mit Klarsichtfolie abgedeckt.

Dann stellt man beide gleichgefüllte Gläser für eine Weile in die Sonne. Anschließend werden die Wassertemperaturen in beiden Gläsern gemessen. „Es ist auch wichtig zu verstehen, wie wir Menschen mit unserem Handeln dafür sorgen, dass die Erderwärmung schneller voranschreitet“, meint Dustin Löther. Dass die Auseinandersetzung mit dem Thema schon erste Früchte trägt, merken die beiden auch an ihrem Verhalten im Alltag. „Ich versuche beispielsweise, nicht mehr so oft mit dem Auto gefahren zu werden, sondern nehme lieber den Bus oder gehe zu Fuß“, sagt Celine Schmidt.

„Fridays for Future“ als Vorbild

Motiviert wurden die Schüler zu dem Projekt vor allem von der internationalen „Fridays for Future“ Bewegung, weiß Lehrerin Odunayo Ojo. Viele Schüler seien wütend, dass der Klimawandel von Politikern nicht ernst genommen werde. Auch Schülerin Jelita Leistner (15) ist für ihre Anliegen bereits auf einer „Fridays for Future“ Demonstration in Düsseldorf mitgelaufen und ist von der Notwendigkeit solcher Protestaktionen überzeugt: „Es ist wichtig, auf das Problem aufmerksam zu machen. Es geht schließlich jeden etwas an“.

Da die Demos immer während der Unterrichtszeiten stattfinden, sorgen sie allerdings bei vielen Politikern und Pädagogen für Unmut. Antje Häuser, Schulleiterin der Gesamtschule, sieht das Engagement der Schüler allerdings eher als unterstützenswert an: „Oberstufenschülern haben wir bereits einige Male die Möglichkeit gegeben, im Rahmen eines Projektausflugs in Begleitung von Lehrern, an einer dieser Demos teilzunehmen“.

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