Ehrenamt

Förderverein hilft seit Eröffnung dem Bürgerhaus Langenberg

Die dekorativen Kugeln vor dem Haupteingang, die sich im Frühjahr 1975 auf der Hauptstraße verselbstständigt hatten, weil ein Lastwagen gegen sie gefahren war, wurden 2016 ersetzt.

Die dekorativen Kugeln vor dem Haupteingang, die sich im Frühjahr 1975 auf der Hauptstraße verselbstständigt hatten, weil ein Lastwagen gegen sie gefahren war, wurden 2016 ersetzt.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Langenberg.  Der Förderverein des Bürgerhauses unterstützt seit 2009 das historische Veranstaltungshaus in Langenberg – und wirkt am Programm mit.

Der Bürgerhausverein erinnert an die Historie des Hauses „…welches bestimmt sein soll für Versammlungen jeglicher Art, Vorträge,musikalische und theatralische Aufführungen, Wohltätigkeitsveranstaltungen, Ausstellungen und dergleichen, um der Bürgerschaft auch zu guter Unterhaltung und edler Erholung zu dienen...“. So steht es in „Velbert“ vom Bergischen Geschichtsverein, veröffentlicht 2009.

Förderverein arbeitete auf originalgetreue Sanierung hin

Als „Freunde und Förderer des Bürgerhauses Langenberg“ im Jahr 2009 gegründet, hatte der Förderverein vor allem ein Ziel: dass das Haus in seiner letztlich zehn Jahre währenden Sanierungsphase, 2006 bis 2016, möglichst originalgetreu wieder hergerichtet werde. Zu diesem Zweck gründete er sich überhaupt. So versäumten seine Vorstands- und interessierten Mitglieder keinen Termin, in dem die Öffentlichkeit über die Schritte der Sanierung informiert wurden und brachten nicht selten in Erinnerung, woran zu denken sei.

So liegt seinen Mitgliedern nach wie vor viel an der historischen Orgel, die von den Mitarbeitern des Hauses inzwischen den liebevollen Spitznamen „Die Diva“ erhalten hat, ist sie doch nicht so leicht zu warten und instand zu halten. Auch das Bergische Zimmer war den Mitgliedern des Fördervereins ein Anliegen, weshalb sie auf Wunsch des damals zuständigen Geschäftsführers für das Bürgerhaus antike Möbel im gleichen Stil des Zimmers anschafften. Auch die ursprünglichen Möbel sollen langfristig erhalten bleiben und eingesetzt werden.

Brunnen erst 2018 instand gesetzt

Doch woran wohl in der gesamten Zeit niemand gedacht hatte, war beispielsweise die Instandsetzung des Brunnens gleich neben dem Eingang. Das holte der Förderverein im vergangenen Jahr nach und finanzierte zusammen mit dem Verkehrs- und Verschönerungsverein, den Stadtwerken Velbert und Gelsenwasser die Wiedereinrichtung des Brunnens, der nun in der warmen Jahreszeit tagsüber wieder plätschert.

Auch die dekorativen Kugeln vor dem Haupteingang, die sich im Frühjahr 1975 auf der Hauptstraße verselbstständigt hatten, weil ein Lastwagen gegen sie gefahren war, wurden ersetzt. Bis dahin zierten Blumenkübel die Sockel. Zusammen mit Spenden der Sparkasse HRV und des Bestattungshauses Sonnenschein sowie Steinmetz Matthias Sonnenschein wurden die beiden Kugeln im Jahr der Wiederöffnung des Bürgerhauses neu montiert.

Vereine beteiligen sich an Wiedereröffnung

Seit dem das Haus im Frühjahr 2016 den laufenden Betrieb wieder aufgenommen hat, hat sich der Verein vor allem auch für Veranstaltungen eingesetzt. Gerade zu den Eröffnungswochen war der damalige Vorsitzende, Hans-Jörg Haase, stark in die Vorbereitungen einbezogen, so dass sich viele Langenberger Vereine beteiligen konnten. Erstmalig waren im April 2016 die Rotarian Castle City Stompers Gast des Fördervereins. Seitdem kamen sie in jedem Frühjahr wieder. Im März des letzten Jahres richtete der Verein die erste „Spanische Gitarrennacht“ aus, im Januar des kommenden Jahres wird der Förderverein das kulinarisch-kulturelle Rahmenprogramm für „Französischen Abend“ ausrichten.

Langenberger Künstlerinnen und Künstler treten auf

Doch warum in die Ferne schweifen, ist das Gute doch so nah. Und so wird am Sonntag, 24. November, die langgehegte Idee einer Veranstaltung umgesetzt, bei der ausschließlich Langenberger Künstler und Künstlerinnen auftreten werden. Dazu wird zur Klassik-Matinee in den Kleinen Saal des Bürgerhauses eingeladen. Das Künstlerpaar Birgitt und Klaus Saeger wird Stücke von Gabriel Fauré und Camille Saint-Saens vortragen, Martin Tchiba von Johannes Brahms und die Brüder Roland und Carlos Faber spielen Stücke von Arvo Pärt und Pablo de Sarasate. Karten gibt es im Vorverkauf keine. Bei freier Platzwahl bittet der Verein um eine Spende von zehn Euro.

Das Programm der ersten Klassik-Matinee des Fördervereins

Mit zwei Duos und einem Solisten präsentieren sich die Langenberger Künstler und eine Künstlerin bei der ersten Klassik-Matinee des Fördervereins Bürgerhaus Langenberg. Diese werden in loser Reihenfolge in den kommenden Wochen vorgestellt.

Beginnen wird das Künstlerduo Birgitt Saeger, Violoncello, und Klaus Saeger, Klavier. Sie spielen die Elegie op. 24 von Gabriel Fauré (1845-1924), der als Komponist vor allem für die leiseren Töne bekannt war: Klavier- und Kammermusik zählen zu seinen bevorzugten Formaten. Es folgt das Allegro Appassionato op. 42 von Camille Saint-Saens (1835-1921), das als eines der schönsten Stücke der romantischen Celloliteratur gilt.

Birgitt Saeger war Lehrbeauftragte an der Universität Köln

Birgitt Saeger studierte Violoncello an der Folkwanghochschule in Essen bei Ernest Strauß und an der Kölner Musikhochschule bei Siegfried Palm. Zahlreiche Konzertreisen in kammermusikalischen Ensembles und als Solistin führten sie unter anderem durch das europäische Ausland. Daneben war sie Lehrbeauftragte an der Universität in Köln und unterrichtete an verschiedenen Musikschulen, zuletzt an der Musik- und Kunstschule Velbert als Fachbereichsleiterin. Sie arbeitet auch improvisatorisch und tritt mit eigenen Kompositionen für Violoncello Solo auf. Birgitt Saeger spielt ein Instrument des unbekannten lothringischen Meisters aus der Schule Mirecourt von 1780.

Klaus Saeger unterrichtete am Langenberger Gymnasium

Klaus Saeger erhielt als Zwölfjähriger ersten Klavier- und Cellounterricht und studierte an den Universitäten Marburg und Köln Schulmusik, Germanistik, Musikwissenschaft und Kunstgeschichte. Nach den Staatsexamen erfolgten fortgesetzte Studien sowie die Teilnahme an Kammermusikkursen. Es folgte eine Tätigkeit im Lehramt am Gymnasium Langenberg. Diese war begleitet von zahlreichen Konzertveranstaltungen mit diversen Ensembles, bei denen er als Dirigent, Pianist und Cellist mitwirkte.

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