Nevigeser Tennisclub

Ferienkinder lieben ihr Tenniscamp in Neviges

Nils in Aktion. Luis, Lilli und Öyküsu sind als Nächste dran.

Nils in Aktion. Luis, Lilli und Öyküsu sind als Nächste dran.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Neviges.  Beim Feriencamp des Nevigeser Tennisclubs bekommen Anfänger Spiellust und Cracks den letzten Schliff. Was stört da schon ein kleines Malheur.

Extrawürste gibt’s nicht im Nevigeser Tennisclub. Es sei denn, Clubwirt Toni wirft den Grill an für seine Ferienkinder, die dürfen gern mal einen Wunsch äußern. „Gestern hatten wir Nudeln und Salat, war auch lecker“, meint Jed. Der Elfjährige macht bereits zum fünften Mal mit beim Feriencamp des NTC. „Ich hab ja sonst nichts zu tun, besser als mit dem Handy rumzumachen.“ Wer allerdings meint, Jed bliebe sechs Wochen daheim , der irrt: „Nee, erst Legoland, dann England, dann Spanien.“

Aber bis Freitag heißt es erstmal: Vorhand trainieren, Rückhand stärken, den Aufschlag sauber hinbekommen. 22 Kinder von sechs bis 16 Jahren tummeln sich auf fünf Plätzen der Anlage am Waldschlösschen. Blutige Anfänger, die hier zum ersten Mal einen Schläger in der Hand halten, ebenso wie ehrgeizige kleine Cracks, die sich hier den letzten Schliff holen für ihr nächstes Jugendturnier.

Am wichtigsten ist der Spaß am Spiel

So verschieden das Niveau ist, so gleich ist das Prinzip, nach dem Trainer Krystian Paterak und seine vier Assistenten hier unterrichten: „Die Kinder sollen vor allem Spaß haben, das ist mir am wichtigsten“, sagt Paterak, der nach 40 Jahren Trainererfahrung weiß: „Es bringt überhaupt nichts, wenn Eltern am Rad drehen, Druck machen und die Kinder vier Mal in der Woche zum Platz kutschieren.“ Dann machten Kinder „dicht“, aber davon ist hier wahrlich nichts zu merken.

Anfänger wollen weitermachen

„Sehr schön, weiter, schöner Ballwechsel“, ruft Co-Trainer Harry Bolder, und Nils (11) sprintet wieselflink ans Netz. „Ich spiel sonst Fußball auf dem Bolzplatz, nicht im Verein“, erzählt er später bei der Trinkpause. Was er beim Tennis mag: „Man muss den Ball die ganze Zeit im Auge behalten.“ Maya nickt, auch die Dreizehnjährige spielt sonst Fußball und gehört zu den wenigen, die zum ersten Mal beim Camp dabei ist. „Doch, macht wohl Spaß. Und die Trainer sind alle nett.“ Auch Öyküsu (11), die noch nie einen Tennisschläger in der Hand hatte, ist ganz angetan. „Ich hab bisher nur Federball gespielt. Doch, ich glaub schon, dass ich das weitermache.“

Auf dem Platz gegenüber spielt, wer schon die ersten Anfänger-Klippen gemeistert hat. Jetzt gilt es, im Doppel zu punkten. „Los Paul, das ist deiner, ihr müsst euch alle mehr zum Ball bewegen und nicht warten, bis der zu euch kommt.“ Co-Trainer Thomas Lohrmann hat ein waches Auge auf seine Schützlinge, korrigiert hier eine Rückhand, muntert da auf. Dass Leon im Eifer des Gefechts und vor lauter Siegeswillen mit Karacho gegen den Ballwagen rennt, kann auch er nicht verhindern.

Benimmregeln auf dem Tennisplatz

Der Schläger fliegt zu Boden, Leon reibt sich kurz das schmerzende Schienbein. Aber Pause einlegen, das Spiel unterbrechen? Im Leben nicht. „Geht schon, lass mal“, meint er tapfer zum Trainer, und weiter geht’s. Spiel, Satz, Sieg. Und rennen, was das Zeug hält.

„Nicht übers Netz klettern, außen herum gehen“, hört derweil Jed mahnend und er merkt: Auch ein Geburtstagskind lässt nicht die Zügel schleifen. Co-Trainerin Jacqueline Ollegott steht an ihrem 16. Geburtstag auf dem Tennisplatz, und das mit Argusaugen: „Sowas geht einfach nicht, genau wie essen auf dem Platz, das kann ich nicht leiden.“ A propos Essen: Pause und ab auf die Terrasse, Tonis Würstchen werden sonst schwarz.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben