Schule

Elternabend zu Computerspielen im Velberter Gymnasium

Um den Umgang mit Computerspielen ging es an dem Elternabend am GSG.

Um den Umgang mit Computerspielen ging es an dem Elternabend am GSG.

Foto: Georg Wendt / dpa

Velbert-Mitte.  Das Velberter Scholl-Gymnasium hat einen Elternabend zu Computerspielen veranstaltet. Nach den Vorträgen durften die Erwachsenen selber zocken.

Gras wiegt sich leicht im Wind, ein bestelltes Feld taucht am Wegrand auf, in der Ferne sind Berge zu erkennen. Ein langhaariger Mann steht auf dem Feldweg, als ein Reiter erscheint. Es kommt zum Kampf, der Langhaarige verliert, stirbt. Mareike Orlowski-Marzok legt die Maus zur Seite, steht auf. Auch andere Eltern möchten an dem Laptop das Spiel „The Witcher“ ausprobieren.

Im Geschwister-Scholl-Gymnasium drehte sich einen Abend lang alles um das Thema Computerspiele: Was fasziniert Kinder und Jugendliche an den digitalen Welten? Wie gefährlich sind Gewaltdarstellungen und ab wann wird zocken zur Sucht? Dazu durften die Erwachsenen in drei Räumen selber zur Tastatur oder zum Gamepad greifen und ausprobieren, was den Nachwuchs so fasziniert.

Was Kinder und Jugendliche mit Gaming verbinden

„Computerspiele sind eigentlich gar nicht so meins“, sagt Mareike Orlowski-Marzok. „Aber ich möchte mich interessieren, weil sie meine Kinder interessieren.“ Und sie möchte für sich die Frage beantworten, was Kinder versuchen, durch Spiele zu ersetzen. Zeit vielleicht?

Die Antwort bekommt sie direkt am Anfang der Veranstaltung. Auf einer Folie stehen gesammelte Begriffe – Dinge, die Kinder und Jugendliche mit „Gaming“ verbinden. Da stehen die Namen von bestimmten Spielen und Konsolen, aber auch Spaß oder Aggressionsabbau. Und Sucht.

Eltern werden in den Vortrag eingebunden

Genau dieses Thema stellen auch die Medienscouts des Birther Gymnasiums in den Mittelpunkt eines Vortrags: Ab wann ist Gaming eine Sucht, ab wann wird es gefährlich? Die Eltern werden mit einbezogen, sollen die einzelnen Stufen einer Suchterkrankung – neun sind es – in die richtige Reihenfolge bringen. Das klappt ganz gut, überrascht sind die Eltern aber, dass es erst ab Stufe sechs langsam brenzlig wird.

Medienscouts stellen Fortnite vor

Im Anschluss stellen zwei weitere Medienscouts das Spiel Fortnite vor, das gerade bei Jugendlichen extrem beliebt ist. Die Teenager warnen aber auch vor den Gefahren – etwa Käufe mit echtem Geld, die im Spiel getätigt werden können. Dazu gibt es noch einen kurzen Abriss über das Thema Gewalt in Computerspielen. Fazit aus den Studien: Gewalttätige Spiele allein führen nicht zu Verhaltensänderungen. Im Zusammenspiel mit anderen Faktoren – etwa Gewalterlebnisse in der Familie, Mobbing – können Spiele aber Einfluss haben.

Eltern dürfen selber die Spiele ausprobieren

Dann dürfen die Eltern selbst ran an die Konsolen und Laptops. „Ich bin direkt zu den Ab-18-Spielen gegangen“, sagt Mareike Orlowski-Marzok. „Das, was ich persönlich als besonders hart empfinde, wollte ich zuerst spielen.“ Der Ego-Shooter „Doom“ gefällt ihr nicht, „diese Perspektive mit der Pistole in der Hand und die extreme Gewalt stoßen mich ab.“

Das Fantasyspiel „The Witcher“ hingegen „hat mich sofort reingezogen.“ Die Grafik, die Entscheidungsmöglichkeiten, „das alles finde ich interessant.“ Gerne hätte sie die Situation, in der sie sich für einen Kampf entschied und starb sofort noch einmal gespielt. „Aber andere wollen ja auch mal.“

„Viele Eltern haben überhaupt keine Ahnung“

Die anderen, das ist zum Beispiel Robert Tillmann. Sein Hintergrund ist ein ganz anderer: „Ich spiele selber, habe früher viel gespielt.“ Für ihn gehe es an dem Abend besonders darum, wie er richtig damit umgehen kann, dass sein Sohn eben auch zocken will. Viel Neues habe er nicht erfahren, „trotzdem ist diese Veranstaltung eine gute Idee“, sagt Robert Tillmann. „Die digitalen Medien sind allgegenwärtig und manche Eltern haben überhaupt keine Ahnung.“ Deswegen sollte das GSG „solche Abende ruhig öfter veranstalten.“

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