Saisoneröffnung Panoramaradweg

ADFC geht mit Stadt hart ins Gericht wegen der Fahrradwege

Bei der Saisoneröffnung des Panoramaradwegs stellte Simone Drange-Miskiw ein so genanntes Halfbike vor.

Bei der Saisoneröffnung des Panoramaradwegs stellte Simone Drange-Miskiw ein so genanntes Halfbike vor.

Foto: Ulrich Bangert

Neviges.   Zur Saisoneröffnung des Panoramaradwegs in Tönisheide hagelte es Kritik an dem Radwegenetz der Stadt Velbert. Trotzdem wurde auch gefeiert.

Selbstverständlich mit dem Fahrrad kam der Velberter Bürgermeister Dirk Lukrafka zur offiziellen Saisoneröffnung des Panoramaradwegs am Sonntag. Mit im Gepäck hatte er ein Grußwort an die zahlreichen Besucher auf Tönisheide: „Ich wünsche Ihnen allen eine tolle Fahrradsaison und genießen Sie die Natur.“ Doch bei den „Profi-Radfahrern“ des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs kam das nicht ganz so gut an: „Velbert ist fahrradfeindlich“, so das nüchterne Urteil von Bernd Zielke, dem Vorsitzenden des ADFC Velbert und im Kreis Mettmann.

„Es ist einfach zu eng, es bleibt kein Platz für Radfahrer“

Und weiter: „Es ist einfach zu eng, es bleibt kein Platz für Radfahrer. Einbahnstraßen dürfen von Rädern nicht in der Gegenrichtung befahren werden, deshalb müssen wir große Umwege machen“, so Zielke. Zudem komme man vom Panoramaradweg nicht gescheit in die Stadtmitte: „Die Höferstraße und die Sternbergstraße haben zu wenig Platz.“ Der Fahrradpraktiker schlägt vor, die beiden Straßen für den Autoverkehr einspurig zu machen, die zweite Fahrbahn sollte den Räder im Gegenverkehr zugebilligt werden. „Wenn man das ausbaut, hätte man ein richtigen kleinen Ring für den Radverkehr.“

Nun weiß Zielke auch, dass ein Planungsbüro beauftragt ist, Lösungen für Velbert vorzuschlagen. „Am Ende wird man sich in den Ausschüssen wieder für den Autoverkehr entscheiden, denn keiner möchte auch nur einen Parkplatz aufgeben“, so die persönliche Meinung des ADFC-Chefs, der außerdem Unterschriftenlisten bereit hielt, damit der Landtag ein Fahrradgesetz für mehr Sicherheit auf Straßen und Radwege verabschiedet. Denn: „In Berlin gibt es so was schon.“

Vorsicht vor E-Bikes, die schneller fahren

Für Recht und Ordnung entlang des Radwegs sorgten gestern die Polizisten Heinz Keller und Andreas Piorek auf ihren Diensträdern. „Es ist nichts Besonderes los, das ist ja gut so“, lachte Piorek, „wir sind einfach nur da und ansprechbar für die Bürger.“ In Sachen Unfallverhütung erhielt die Polizei Unterstützung durch die Aktion Seniorensicherheit (ASS), deren Mitarbeiter Helmuth Spathmann für das Tragen eines Helmes warb. „Besonders Senioren fahren gerne mit E-Bikes. Die sind schneller, als viele denken, auch Autofahrer unterschätzen das Tempo der älteren Radfahrer.“ Sein Rat: „Auffällig anziehen, auch wenn man wie Papagei aussieht.“

Ein ganz neues Fahrgefühl musste Sophie Krüger entwickeln, als sie das erste Mal ein „Halfbike“ ausprobierte. Dabei ist die Stange nur zum Festhalten, zum Richtungswechsel muss das Körpergewicht verlagert werden. „Das ist ganz schön schwer“, stöhnte die junge Tönisheiderin, die nach wenigen Augenblicken aber den Dreh raus hatte.

Jede Menge Begleitprogramm und Informationen

Neben jeder Menge Informationen rund ums Rad und schönen Ausflugstipps gab es auch viel Unterhaltung, angefangen von der Jugendband „Station T.“ über die „Tanzmäuse“ und den „Dreamdancers“ des Nevigeser Turnvereins. Außer der obligatorischen Bratwurst servierten die Tönisheider Burschen einen Kartoffel-Möhreneintopf, der stark nachgefragt wurde. „Ich glaube, der ist so beliebt, weil es heute so kalt ist“, vermutete da Philip Bürgener.

>>>BESONDERER DANK AN DIE VEREINE

  • Olaf Knauer, Geschäftsführer der Velbert Marketing GmbH, dankte allen Vereinen und Organisationen, die sich rund um die Saisoneröffnung des Panoramaradwegs engagiert hatten.
  • Besonders hob er den Bürgerverein Tönisheide hervor, der das Fest vor einigen Jahren ins Leben gerufen hatte.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben