Karneval

Sunderns Narren entführen Bürgermeister aus Rathaus

Blick auf die Uhr – alles passt: Pünktlich haben die Sunderner Narren am Donnerstag den Rathausschlüssel aus Händen von Bürgermeister Ralph Brodel empfangen. Dieses Jahr nicht nur eine spaßige, sondern auch sichere Sache...Foto:Beate Feische

Blick auf die Uhr – alles passt: Pünktlich haben die Sunderner Narren am Donnerstag den Rathausschlüssel aus Händen von Bürgermeister Ralph Brodel empfangen. Dieses Jahr nicht nur eine spaßige, sondern auch sichere Sache...Foto:Beate Feische

Sundern.  Um Brandschutzbestimmungen bei der Schlüsselübergabe nicht zu verletzen, wandern Ralph Brodel und Mitarbeiter vom Rathaus in die Hubertushalle .

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Das war eine Premiere, wie sie schöner nicht hätte sein können. Der Rathausschlüssel wurde in diesem Jahr von Bürgermeister Ralph Brodel an die Präsidenten und Vorsitzenden aller Karnevalsvereine Sunderns übergeben – vor weit über 500 Sunderner ­Närrinnen und Narren.

Vorab hatte die obligatorische Schlüsselübergabe in diesem Jahr für Empörungsstürme gesorgt, denn Brodel musste den Besuch im Rathaus auf 199 Personen begrenzen. Die Brandschutzbestimmungen lassen mehr nicht zu.

„Das konnte nicht länger gut gehen.“

„2016 waren 400 Personen, 2017 dann schon an die 500 Personen bei der Übergabe dabei“, erklärt der Verwaltungschef im Gespräch mit dieser Zeitung, „und in diesem Jahr wären es noch mehr geworden, da waren wir uns sicher. Das konnte nicht länger gut gehen.“ Im September 2017 sei das Thema schon einmal aufgekommen, aber dann durch die vielen anderen anliegenden Dinge etwas in Vergessenheit geraten.

Da schon die Karnevalsgesellschaft Flotte Kugel, der Elferrat Hövel, der Karnevalsverein Langscheid und die Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Stemel gemeinsam mit den Rathausmitarbeitern die zahlenmäßige Obergrenze gesprengt hätten, sah Ralph Brodel sich gezwungen, nur die geladenen Gäste ins Rathaus einzulassen.

„Zweiklassen-Karneval“ oder gar „der Pöbel muss draußen bleiben“, stürmten die Sunderner gegen diese Entscheidung an. Auch die Flotte Kugel fühlte sich damit nicht wohl. Schnell fand sie eine Lösung: Wir stürmen das Rathaus und holen den Bürgermeister zu uns in die Hubertushalle!“

Schon um 11 Uhr quoll die Halle förmlich über. Die Karnevalisten gingen um 11 Uhr zum Rathaus, um es zu stürmen und den Rathauschef samt Schlüsselgeist und Mitarbeitern abzuholen. Das Foyer war schon recht gut gefüllt, als alle Karnevalisten eine Runde darin drehten. Kurze Begrüßung – und schon wurde der Bürgermeister von Helga Wortmann und Andreas Albaum in die Mitte genommen. Bei herrlichem Sonnenschein ging es über den Platz zur Halle.

„Nicht so viel mit Karneval am Hut“

Auf der Bühne angekommen, ergriff Brodel, der laut eigener Aussage „nicht so viel mit Karneval am Hut hat“ und darum die Gepflogenheiten erst lernen muss, das Wort. „Es ist schön zu sehen, dass hier heute eine so tolle Stimmung herrscht und eine neue, nicht nur sichere, sondern auch spaßige Tradition begründet wird. Aber ich muss mich auch entschuldigen. Das Sicherheitskonzept erst acht Tage vorher bekannt zu geben, war ein Fehler. Das muss ich auf meine Kappe nehmen, ich hätte es besser machen können.“ Er dankte der Flotten Kugel für die schnelle Reaktion und die Umsetzung.

Schlüsselgeist auf Abwegen

Endlich war es soweit, der Schlüssel sollte übergeben werden. Doch dann der erste Schreck. Schlüsselgeist Heinz Sommer war anscheinend auf dem kurzen Weg abhanden gekommen. Dann Erleichterung. Er hatte wohl nur Schwierigkeiten, sich einen Weg durch die Menschenmenge zu bahnen, denn nach bangen Minuten stand er plötzlich vor der Bühne.

Wenig später regierten dann die Narren das Rathaus. Zu neuen Schlüsselgeistern wurden Stefan Laufmöller (Stadt) und Marc Oliver Stiewel (Flotte Kugel) ernannt.

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