Innenstadt

Sunderns Bürger wollen mitdiskutieren

Bürgerworkshop

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Foto: Lukas Hentschel

Sundern.   Die Stadt hatte die Bürger um Beteiligung gebeten, und sie kamen in die Stadtgalerie, fast 100, um mitzureden bei der Innenstadtentwicklung.

Die Stadt hatte die Bürger um Beteiligung gebeten, und sie kamen in die Stadtgalerie, fast 100, und dass obwohl schon am Abend zuvor eine ähnliche große Gruppe im nahen Tagwerk sich mit der Innenstadt und ihrer Entwicklung auseinander bei der CDU gesetzt hatte. Tenor beider Veranstaltungen: Es muss eine Lösung für die Parkplätze gefunden werden. Fazit beim Bürgerdialog der Stadt für viele Anwesende: Ohne Parkplätze geht es nicht.

Planer denken anders

In andere Richtungen dachten dabei die Planer der Bürogemeinschaft „Brandenfels – Post, Welters – Planinvent“. Sie zeigten am Donnerstag

Lösungen, wie man den Röhrpark verwirklichen könne und das Parken in den Griff bekommt: So sieht der Plan eine Verschiebung der Sunderland-Kreuzung in nördliche Richtung vor, auf dem dann größeren Platz an der Polizei soll ein Eckhaus mit „klarer Kante“, so Gordon Brandenfels, entstehen. Darin befinden sich Büros, Ladenlokale und ein Parkdeck. Zudem bleibt die Parkpalette am jetzigen Hubertustunnel bestehen. Außerdem wurden kreative Ansätze gezeigt, wie sich ein Weg von der Brücke im Norden bis zur Settmecke durch ein grünes Band entlang der Röhr ziehen könne.

Keine Wohnblocks

Auf blankes Entsetzen stieß die Lösung, die bislang unschönen Hinterhöfe am Schimmerlingshof durch zwei neue Wohnblöcke zu schließen: „Das bringt dann aber wenig Sonne in den Röhrpark“, gab es später in den vier Diskussionsrunden gleich Kritik. Auch sonst werden die Wohnblöcke als unpassend empfunden: „Die Bewohner müssen ja auch irgendwo parken.“

Überhaupt: Das Parken, ob nun in bisheriger Form oder in neuer Art und Weise, war in allen vier Gruppen (Eigentümer, Einzelhandel/Dienstleister und Interessierte (2)) ein großes Thema. Dabei kam es zu einigen Konfrontationen, denn längst nicht alle Anwesenden sehen die Zukunft im Autoverkehr: So wurden Ladestationen für E-Bikes gefordert, Radwege, rollatorgeeignete Straßenbeläge, Gewässer- und Aufenthaltsqualität und Gastronomieangebote in der Innenstadt sollen verstärkt werden und mehr Aufenthaltsangebote.

45 Minuten Diskussion

Nach gut 45-minütiger Diskussion in den Kleingruppen, die zum Teil sehr emotional geführt wurde, ging es ins Plenum zurück. Das Büro Brandenfels nahm die Aspekte aus den Gruppen mit für die weitere Arbeit. In den Gruppen waren mehrheitlich kritische Stimmen zu hören, ob die vorlegte Planung der richtige Weg sei. Einige Hausbesitzer sehen ein ganz anderes Problem: Im Süden von Sundern, rings um den Kreisverkehr in der Röhre, entwickele sich ein zweites Zentrum. Gravierende Änderungen, wie der Wegfall der Parkplätze nahe der Innenstadt, könnten dazu führen, dass sich verschiedene Ketten dort neue Domizile suchten, eben da, wo auch Parkplätze seien. Dies müsse verhindert werden. „Die kostenfreie Parkplätze sind unser Kapital“, sagte schon am Mittwoch bei der CDU-Veranstaltung ein Sprecher der Eigentümer-Gemeinschaft.

Bürgermeister fehlt die Jugend

Bürgermeister Ralph Brodel fand den ersten Bürgerdialog äußerst anregend, es fehlt ihm aber noch die Jugend, die mitdiskutiert, wenn es um die Innenstadt geht.

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