Politik

Stadtrat lehnt eine Bürgschaft als Lösung ab

Im Stadtrat wurden Rettungsmodelle für Gastwelten vorgestellt.

Im Stadtrat wurden Rettungsmodelle für Gastwelten vorgestellt.

Foto: WP

Sundern.   Neben der neuerlichen Insolvenz der Sundern Projekt GmbH ging es bei der Ratssitzung am Donnerstag abermals um die Gastwelten. Bürgermeister Detlef Lins informierte die Politiker über zwei mögliche Szenarien, um das Projekt zu retten.

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Neben der neuerlichen Insolvenz der Sundern Projekt GmbH ging es bei der Ratssitzung am Donnerstag abermals um die Gastwelten. Bürgermeister Detlef Lins informierte die Politiker über zwei mögliche Szenarien, um das Projekt zu retten. Möglichkeit A: „Es findet sich ein Privatinvestor, der ins Rad packt.“ Möglichkeit B: „Die Gastwelten Partner eG kauft Flächen von den Teileigentümern zurück, erstellt das Gebäude dann fertig, um es zu betreiben. Dieses Grundkonzept hätte einen Rahmen von 4 Mio. Euro.“ Lins betone auch, dass dazu die Stadt eine Bürgschaft übernehmen müsste.

Keine Vorlage

In der Folge wurde dieses Thema, zu dem es keine Vorlage gab, heftigst diskutiert. Im Mittelpunkt dabei stand die Bürgschaft. „Das Ende der Fahnenstange ist erreicht“, hielt Oliver Brenscheidt, Fraktionsvorsitzender der FDP, fest und forderte rückhaltlose Aufklärung durch eine Taskforce. Auch sein Gegenüber von der CDU, Günter Martin, lehnte das „Rettungsmodell B, pauschal ab: „Das kann man so nicht mittragen.“ Um sich dem Modell zu nähern, müsse man umfangreiche Analyse betreiben. Und auch Matthias Schulte-Huermann von den Grünen hielt fest, dass dies nicht mit seiner Partei zu machen sei. Michael Stechele (SPD) pflichtete der FDP bei: „Vor ein paar Wochen war Gastwelten ein Privatprojekt, so die CDU damals.“ Man dürfe derzeit nicht alles auf eine Person fokussieren, stellte er auch selbstkritisch in den Raum, dass man die Ideen von Geschäftsführer Franz-Josef Rogoll immer mit „Klasse gemacht“ gewürdigt habe. Stechele plädierte weiter dafür „tabula rasa“ zu machen.

An diesem Punkt lenkte Stefan Lange (CDU) ein: „Es bringt nicht, jetzt die Schuldigen zu suchen. Alle Fraktionen haben Mitglieder im Aufsichtsrat.“ Er plädiere für eine andere Lösung, denn ansonsten sehe er weiteren Schaden auf die Stadt zu kommen.

Weiteren Schaden abwenden

Noch schärfer fragte Oliver Brenscheidt nach, ob der Bürgermeister die Bürgschaft schon zugesagt habe. Lins daraufhin: „Ich habe eine Lösung vorgeschlagen. Ich kann diese Bürgschaft nicht erteilen.“ Kämmerin Ursula Schnelle klärte auf, dass die Stadt nur bei einem nachgewiesenen besonderen Interesse bürgen könne. In der Folge verwies Bürgermeister Lins auf den Zeitfaktor. Auf einen Hinweis von Dr. Sabine Richert-Rother (FDP) gab es eine Tendenzabstimmung, für die Stefan Lange namentliche Abstimmung beantragte. Im Vorfeld bat Michael Stechele den Bürgermeister um eine Einschätzung: „Der Insolvenzexperte Korn, der uns begleitet, sagt: Man muss an Gastwelten glauben“, so Lins und bat, dass er als Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtmarketing nicht mehr dazu sagen könne. Nach einer kurzen Pause ergab die namentliche Abstimmung dann 34 Stimmen, die sich gegen eine Bürgschaft aussprachen. Vier Stadträte enthielten sich mangels Fakten.

Die Fakten fehlen

In der Folge kam die Diskussion der brennenden Fragen auf den Ferienpark. Lins betonte, dass er sehr bedauere, dass die Holländer nichts vorstellen würden. Auf Drängen der SPD stellte er dann etliche Aktivitäten vor (Besprechungen im Oktober und November, Planungstätigkeiten, Gespräche im Planungsamt).

Thema war dann auch ein Brief der Holländer an den Bürgermeister. In diesem empfinden die Investoren das Verhältnis durch die Insolvenz der Sundern Projekt GmbH als gestört, so zitierte der grüne Ratsherr Antonius Becker. „Verstimmt ist das eine, aufhören ist das andere“, bewertete Lins. Die im Brief genannte Forderung über 200 000 Euro sei unberechtigt.

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