Politik

Kommt bei Sunderns SPD am 27. September die Wende?

Nich ist Serhat Sarikaya Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes Sundern.

Nich ist Serhat Sarikaya Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes Sundern.

Foto: Privat

Sundern.  Die Zeichen bei der SPD in Sundern stehen weiter auf Sturm. Aber jetzt gibt es einen Termin für die außerordentliche Mitgliederversammlung.

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Ein Sturm hat kurz vor den Sommerferien die SPD in Sundern erwischt. Unter dem Stichwort „Sauerländer Intrigen“ hatte ein freier Journalist für das Hamburger Wochenmagazin „Stern“ über den inneren Zustand der SPD in Sundern berichtet. Die Folgen sind bekannt, die Aufregung groß, das Nacharbeiten hält an. Der Fokus liegt nun seit Wochen auf einem Mann, dem Vorsitzenden des SPD-Stadtverbandes, Serhat Sarikaya.

Sieben Wochen sind seit der Veröffentlichung ins Land gezogen. Die Forderungen nach einer außerordentlichen Stadtverbandsversammlung bzw. einer vorbereitenden Vorstandssitzung wurden immer lauter. Auch die Kritik am Vorsitzenden, der keinen Termin anberaumte: „Der steht seit Montag fest. Die außerordentliche Mitgliederversammlung ist am 27. September“, berichtet Serhat Sarikaya nach der Vorstandssitzung am Montag unserer Zeitung auf Anfrage.

Brisant für den Jura-Studenten dabei: Behandelt werden muss ein Antrag des SPD-Ortsvereins Sorpetal (Amecke, Allendorf und Hagen), der auf seine eigene Abwahl zielt. Das Antragsdatum liegt übrigens einige Tage vor Erscheinen des „Stern“-Artikels am 4. Juli, hat also grundsätzlich wohl nichts mit dem Artikel zu tun: „Aber bis heute habe ich noch keinen Grund gehört, warum ich abgewählt werden soll“, betont Sarikaya, bevor er zunächst einmal in Urlaub fährt.

Auch Nachwahlen möglich

Für Freitag, 27. September, ist zunächst nur dieser Antrag auf der Tagesordnung der außerordentlichen Sitzung. Sollte Sarikaya tatsächlich abgewählt werden, dann ergeben sich daraus sicherlich Nachwahlen zum Vorstand. Dann greift das Prozedere nach der Satzung des SPD-Stadtverbandes, es muss eine weitere Sitzung gebeben.

Nachfragen bei anderen Genossen in Sundern bleiben derzeit - für unsere Redaktion - ohne Antwort. Wie durchsickerte, habe es gerade zu Ferienbeginn Mitte Juli viele Gespräche auf den unterschiedlichsten Ebenen und in den verschiedensten Kreisen der SPD in Sundern gegeben. Auch wurden Sarikaya und der freie Journalist, der den „Stern“-Artikel geschrieben hat, in Sundern gemeinsam gesehen. Das befeuerte Mitte Juli auch Gerüchte, es gebe einen weiteren „Stern“-Artikel. Doch nach einer intensiven Austauschphase, die nicht immer auf sachlicher Ebene vor allem in den sozialen Netzwerken geführt wurde, ist es jetzt still geworden. Ob es einen Maulkorb gibt, ist nicht bekannt, aber es gibt keine Äußerungen der verschiedenen Gruppierungen zum Sachstand der Diskussion in der SPD Sundern.

Fakten zu erkennen

Aber es gibt einige sichtbare Fakten: So hat das SPD-Fraktionsmitglied Bernd Schwens in der Vorwoche den Antrag in Sachen Auszahlung der Zuschüsse an die Stadtmarketing eG als einziger Sozialdemokrat mitunterzeichnet. Und auch in Sachen Tigges-Platz steht der Architekt aus Seidfeld gegen seine Fraktion. Ein Riss, der sich für Ratsbeobachter schon seit längerem abgezeichnet hat. Auch von anderen SPD-Fraktionsmitgliedern erzählt man in der Stadt, sie würden sich bald absetzen. Namen nennt keiner.

SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Stechele hingegen mahnt zur Sachlichkeit und erläutert die notwendigen Formalien. Er möchte in dieser Angelegenheit, weder zu den Personalien, noch zum Verlauf der gesamten Ereignisse, Stellung nehmen. „Ich hoffe, egal wie die Entscheidung am 27. September fällt, dass ein Vorstand klare Positionen findet, wie wir in den Kommunalwahlkampf 2020 gehen“, schiebt er noch nach. Und wie man die Zeit bis dahin gestalte. Es gebe auch weitere Themen, wie der Klimawandel, die bundesweite Relevanz habe, die ein Stadtverband klären müsse.

Wann SPD-Kandidat vorstellen?

Offen bleibt bei alldem, wann die SPD den Kandidaten für die Bürgermeister-Wahl benennen will: „Ich

hatte da einen Plan: Im Dezember wollte ich den Kandidaten vorstellen“, sagt Serhat Sarikaya unserer Zeitung zu seinem schon im Vorjahr gefassten Fahrplan für die Kommunalwahlen 2020. Doch der gilt in Kürze wahrscheinlich nicht mehr.

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