Lokalpolitik

Klaus Baulmann fordert das Aus für die Röhrtalbahn

Ein klares Bekenntnis zum Aus für die Röhrtalbahn fordert Klaus Baulmann in der Titelgeschichte der 25. Ausgabe der Heimatblätter des Heimatbundes Sundern.

Ein klares Bekenntnis zum Aus für die Röhrtalbahn fordert Klaus Baulmann in der Titelgeschichte der 25. Ausgabe der Heimatblätter des Heimatbundes Sundern.

Foto: SCHÄFER, Matthias

Sundern.   Klaus Baulmann ist im Heimatbund-Heft klar für das Aus der Röhrtalbahn. Doch ein politischer Beschluss ist aber erst Anfang 2018 zu erwarten.

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Der Heimatbund hat in diesen Tagen die 25. Folge seiner „Heimatblätter rund um Linnepe, Röhr und Sorpe“ vorgelegt. Die Titelgeschichte heißt „Abschied von der Röhrtalbahn“. Darin beschäftigt sich Klaus Baulmann, vormals Vorsitzender des Heimatbundes Sundern, mit den aktuellen Fragen.

„Kultur und Heimatpflege sind Aufgaben für die Gegenwart und die Zukunft“, schreibt Baulmann zu Beginn seines Artikels.

Fragen über Fragen

„Wie wollen wir leben, wie können wir Weichen stellen für die Zukunft? Diese Fragen sind aktuell und brauchen Antworten, gerade auch, wenn es um wie hier bei der Röhrtalbahn einen wichtigen Bereich des Verkehrskonzeptes der Stadt Sundern geht“, führt er aus.

Und bezieht sich auf die WP-Serie „Was braucht Sundern?“ Leider sei nicht explizit gefragt worden, ob Sundern die Röhrtalbahn brauche, aber „trotzdem zeigten die Antworten einen Trend: Zum Beispiel fanden sich nur sieben Prozent aller Befragten bereit, der vorgegeben These (Die Bahn hat Bedeutung für Wirtschaftsstandort und Güterverkehr) zuzustimmen. Das spricht nicht für ein großes Interesse an der Röhrtalbahn“, folgert Klaus Baulmann.

Autos steht ganz oben

Frage man Mitbürger, komme immer ein „überzeugtes Jein“. In der Folge begründet er diese Haltung und die Nutzung des Autos mit der Infrastruktur und der Dezentralität der Stadt. Fakten seien, dass Pendler in Deutschland im Durchschnitt 16,9 Kilometer mit dem Auto zur Arbeit fahren würden, nur 14 Prozent nutzen den ÖPNV.

Baulmann nennt weitere Fakten, warum es im bergigen Sauerland so schwierig sei, mit alternativen Möglichkeiten die Arbeitsstelle zu erreichen. Und zitiert Bürgermeister Ralph Brodel, der am 22. Juni 2017 erklärt hat, dass er in Sachen Röhrtalbahn vom Saulus zum Paulus geworden sei, also nun die Bahn befürworte.

Die Entscheidung soll fallen

Eine Entscheidung soll noch Anfang 2018 fallen. Dazu fordert Klaus Baulmann eine ehrlich, ideologiefreie Diskussion mit tatsächlichen Argumenten. „Schon 1900 gab es bei der Einrichtung der Röhrtalbahn ein Entweder-Oder, nämlich Bahn oder Postkutsche.“

Damals habe die Bahn ihre Zeit gehabt, habe Sundern in der Industrialisierung nach vorn gebracht, und sie habe beim Bau der Sorpetalsperre enorm geholfen.

Rückschritt

Doch später sei der Rückschritt gekommen: „Das Güterverkehrsaufkommen sank 1998 auf nur noch 22 000 Tonnen“, schreibt Baulmann.

Die Zeit der Massengüter sei vorbei, nur das Jahr 2007 und 2008 habe bessere Zahlen durch den Abtransport des Kyrill-Holzes gebracht. Als einen unerträglichen Skandal“ sieht Baulmann an, dass auf der einen Seite alle Autos auf der Hauptstraße zusammengepfercht würden, auf der anderen die Gleise der Röhrtalbahn vor sich rosten würden.

Klare Forderungen

Am Ende des Artikels formuliert Klaus Baulmann klare Forderungen: „Alle Parteien und Gruppierungen im Sunderner Stadtrat sollten ideologiefrei miteinander sprechen und parteiübergreifend aus dem bisherigen diffusen Jein ein klares Ja zum Aus für die Röhrtalbahn machen.“

Sundern brauche eine neue Gesamtplanung ohne Röhrtalbahn: „Die Stadt Sundern braucht einen störungsfreien Zugang zur Autobahn, um für alle seine Ortsteile Mobilität und Arbeitsplätze zu sichern.“ Den Artikel sieht Baulmann als Beitrag im Sinne der Satzung des Heimatbundes an, darin sind Geschichte, Kultur und Heimatpflege verankert.

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