Neuer Dorfladen

Hagener Dorfgemeinschaft zeigt Stärke

Auch an die kleinen Kunden ist im neuen Hagener Dorfladen gedacht: Hier gibt es farbenfrohe Einkaufswagen für den Konsumenten-Nachwuchs.

Auch an die kleinen Kunden ist im neuen Hagener Dorfladen gedacht: Hier gibt es farbenfrohe Einkaufswagen für den Konsumenten-Nachwuchs.

Foto: Frank Albrecht

Hagen.  NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach kommt zur offiziellen Eröffnung des neuen Dorfladens in Sundern-Hagen.

Großer Auflauf mit Politik und Kapelle – am Samstag ist in Sundern-Hagen der Dorfladen feierlich eröffnet worden. Doch was heißt schon „der“ Dorfladen? „Unser Dorfladen“ nennt sich das Projekt und wird von ganz vielen in Sundern-Hagen gelebt und verkörpert. Über Idee, Umsetzung und Praxis an der Hauptstraße im Dorf machten sich mit der Heimatministerin Ina Scharrenbach am Samstag auch Regierungspräsident Hans-Josef Vogel, Staatssekretär Klaus Kaiser und Bürgermeister Ralph Brodel persönlich ein Bild. Zusammen mit vielen Einwohnern wurde gefeiert, der Musikverein Hagen sorgte für Fest-Stimmung am Samstagvormittag.

Moderator Heinz Krischer erinnerte dazu an die Geschichte des Dorfladens, der auf dem Fundament eines einst bestehenden Geschäftes entstanden ist. „Unser Dank gilt der Familie Biggemann und den vielen Helfern, die bei der Umsetzung der Idee geholfen haben“, so Krischer. Im Dezember 2018 – nach fünf Jahren Betrieb – war der einstige Dorfladen in Hagen aus familiären Gründen geschlossen worden. Über die folgenden Monate wurde die Einrichtung von den Hagenern nicht nur als Einkaufsmöglichkeit vor Ort stark vermisst. Auch ein Treffpunkt zum Austausch von Nachrichten aus dem Dorf sei damit verloren gegangen.

46.000 Euro Förderung vom Land

Wie wichtig den Menschen aus Hagen die Wiedereröffnung des Dorfladens war, zeigt allein die Liste derer, sich mit Rat und Tat und vor allem auch finanziell in das Projekt eingebracht haben. Heinz Krischer richtete seinen Dank im Namen aller u.a. an die 200 stillen Teilhaber des Dorfladens, die hier fast 60.000 Euro investiert haben. Und stellvertretend für die vielen Helferinnen und Helfer am Projekt nannte er den Hagener Schreiner Hubert Appelhans, der mit 88 Jahren noch eigens zwei Tische gefertigt hat, die jetzt die Ladeneinrichtung ergänzen.

Der Erfolg, so Krischer sei auch der Bezirksregierung und dem Heimatministerium zu verdanken, aus dem Ministerin Scharrenbach einen Förderscheck von 46.000 Euro überreichte. Ina Scharrenbach gratulierte den Hagenern zu ihrem einzigartigen Projekt. „Das ist der erste Dorfladen im Regierungsbezirk, der mit Mitteln des Ministeriums gefördert wird“, so die Ministerin.

Dabei sei der Dorfladen etwas ganz Besonderes und nütze dem Handel und dem Zusammenkommen der Menschen. Das sei in Hagen in hervorragender Art und Weise gelungen. Mit dem Mut, so ein Projekt zu starten, zeigten Bürger, dass das Dorf eine Zukunft habe. Das, so Scharrenbach, würden allerdings schon allein die vielen Kinder zeigen. Die Mittel aus dem Dorferneuerungsplan seien gut angelegt, um diese Normalität zu bewahren.

Ortsvorsteher Klaus-Rainer Willeke lobte das engagierte Team mit Silvia Biggemann, Ursula Willeke und Damiana Koprek, die das Kernteam des Dorfladens stellen. Auch hätten viele in der Vorbereitung der Eröffnung nicht die Nerven verloren, auch wenn es mal schwierig wurde.

Grundversorgung im Dorf

„Wir haben im Dorfmittelpunkt über sechs Monate etwas vermisst“, so Willeke. Mit der Eröffnung, die schon vor einer Woche ganz still stattgefunden habe, habe man jetzt wieder eine Grundversorgung im Dorf. „Wir wollen, dass unser Dorf lebt“, so Willeke, der Dorfladen sei auch als Treffpunkt wichtig. Darüber hinaus wolle man mit dem Dorfladen das Konzept der Regionalität fördern. Honig aus Hagen, Wurstprodukte der Metzgerei Krengel oder der eigens für Hagen kreierte Dorfkäse aus der Abtei Königsmünster seien ein Beleg dafür.„Der Dorfladen ist vor allem ein Statement“, so Heinz Krischer in der Feierstunden, „wir glauben an die Zukunft unseres Dorfes!“ In Hagen hab man nach der Schließung des Ladens im Dezember nicht den Kopf in den Sand gesteckt: Die Gemeinschaft sorge stets für einen attraktiven Ort.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben