Gericht

Bewährungsstrafe: Drogen in Sunderner Wohnung angebaut

In einer Wohnung baute ein 29-jähriger Iserlohner Hanf an. Angeblich für den Eigenbedarf.

In einer Wohnung baute ein 29-jähriger Iserlohner Hanf an. Angeblich für den Eigenbedarf.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Sundern/Iserlohn.  Ein Iserlohner hat gestanden, in Stemel Hanf in einer Wohnung angebaut zu haben. Das flog auf, weil in einem Kindergarten der Geruch auffiel.

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Einem 29-jähriges Angestellten aus Iserlohn wurde vor dem Schöffengericht in Arnsberg der Besitz von Betäubungsmittel vorgeworfen. Laut Staatsanwaltschaft habe er in einer von ihm im Sunderner Ortsteil Stemel eigens für diesen Zweck angemieteten Wohnung eine Hanfplantage zur Gewinnung von Marihuana angelegt.

Der damals ermittelnde Kriminalbeamte gab als Zeuge an, man habe von Eltern der Kinder, die in der Nähe der Plantagen-Wohnung in den Kindergarten gingen, den Hinweis bekommen, dass es dort verdächtig stark nach Marihuana rieche. Die Abluft-Anlage der hoch professionell angelegten Plantage stieß den Geruch nach draußen in die Nähe des Kindergartens aus.

Rest war Routine

Der Rest war für die Kriminalpolizei in Sundern Routine: Sie fand, ausgestattet mit einem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichtes Arnsberg, eine Hanfplantage mit 64 erntereifen Pflanzen. Dem Wirkstoff-Gutachten des Landeskriminalamtes NRW zufolge wiesen diese einen besonders hohen Wirkstoff-Gehalt auf. Man stellte fest, dass die Ernte gut 20.000 Konsumeinheiten erbracht hätte. Das ließ den Verdacht des Handeltreibens aufkommen.

Vor Gericht ließ sich dieser verstärkte kriminelle Tatbestand nicht nachweisen. „Ich habe täglich acht bis neun Gramm Marihuana konsumiert, weil ich depressiv war und die Droge zur Beruhigung diente“, wollte der angeklagte Iserlohner dem Gericht erzählen. Über diesen Umstand zeigte sich der Vorsitzende Richter höchst erstaunt und wunderte sich, dass der Angeklagte bei der Konsummenge noch habe arbeiten können.

Drogen als Therapiemittel

Der Staatsanwalt forderte für das begangene Verbrechen (Mindestfreiheitsstrafe ein Jahr) eine solche Strafe von einem Jahr und fünf Monaten, allerdings zur Bewährung ausgesetzt. „Man muss bedenken, dass mein Mandant die Droge auch als therapeutisches Mittel konsumiert hat. Deshalb reicht hier die Verhängung der Mindeststrafe“, argumentierte der Verteidiger.

Das Gericht sprach diese dann aus. „Der Angeklagte hat keine Vorstrafen und geht regelmäßig seiner Arbeit nach. Deshalb kann man hier die Mindeststrafe verhängen, die zur Bewährung ausgesetzt wird“, so der Vorsitzende Richter des Arnsberger Schöffengerichts bei seiner Urteilsbegründung. Der angeklagte Angestellte muss jetzt als Auflage des Gerichts 1200 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

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