Politik

Den Schandfleck Freibad Amecke zurückbauen

Das ehemalige Freibad Amecke aus der Sicht des Luftbild-Fotografen

Das ehemalige Freibad Amecke aus der Sicht des Luftbild-Fotografen

Foto: Hans Blossey / WP Sundern

Amecke.  Drei Jahre war es still um das Amecker Freibad. Jetzt regt die SPD im Rat an, das marode Bad zurückzubauen und etwas Neues zu entwickeln.

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Genau vor zehn Jahren wurde des Freibad Amecke geschlossen. Zwar hoffte man im Herbst 2009, dass es im Frühjahr 2010 wieder öffnen sollte, doch der Rest ist bekannt. Trotz vieler Proteste der Nutzer und vor allem der Amecker blieb das Bad auch im Folgejahr zu. Die Sanierung sollte damals 1,25 Millionen Euro kosten. Eine Summe, die allein nicht aufzubringen war.

In den folgenden Jahren richtete sich die Hoffnung immer wieder auf die Investoren für den Ferienpark. Doch von denen hat man lange nichts mehr in Sundern gesehen und gehört. Die Zusage, dass man auch öffentliches Schwimmen fördern und ermöglichen würde, blieb ohnehin ein Versprechen. Mit der Insolvenz der Sundern Projekt GmbH 2014 war die Zusage dann Geschichte. Der 2015 gegründete Verein „Freibad Amecke Trägerverein“ schürte dann noch einmal Hoffnung, vor allem bei Eltern, die die Anlage gern wieder mit ihren Kindern genutzt hätten. Der Verein hat sich inzwischen aber de facto aufgelöst.

Antrag an Bürgermeister

Von daher scheint es logisch, dass das inzwischen völlig ruinierte Bad abgerissen werden soll, wie es nun

die SPD-Fraktion in einem Antrag an den Bürgermeister fordert. Vor zwei Jahren musste in einer Art Notfallaktion der Eingangsbereich abgerissen werden, da er einzustürzen drohte. Seitdem gibt es immer wieder Meldungen, dass sich nachts Menschen im Freibad herumtreiben, die es als eine Art Abenteuerspielplatz betrachten. Manchmal verirren sich auch Ziegen dorthin. Im Internet wird das Freibad als einer von den „Lost Places - Verlassenen Plätzen“ gehandelt und lockt noch mehr Abenteurer an.

Doch es gibt auch noch andere Sorgen: „Die Freibad-Fläche verursacht der Stadt jedes Jahr Kosten. Die Fläche ist neben der Tatsache, dass sie zu einem ,Schandfleck’ in Sundern geworden ist, auch ein Sicherheitsrisiko. Die vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen sind unzureichend, das Haftungsrisiko kaum zu kalkulieren. Der derzeitige Zustand stellt für den Verkauf eine Wertminderung. Sofern eine kommunale Nutzung des Geländes vorgesehen werden soll, ist diese Investition sowieso erforderlich“, schreibt Michael Stechele in seinem Antrag auf Rückbau des Freibades.

Attraktive Fläche

Mit der Realisierung der Regionale sei die Fläche für eine Freizeit-Nutzung attraktiver geworden, sehen die Sunderner Sozialdemokraten. „Eine Nutzung zu Freizeit- und Erholungszwecken ist daher sinnvoll und würde die Attraktivität des Sorpesee, gerade für junge Familien, steigern und gleichzeitig Sundern auf dem Weg, sich als attraktive Wohngemeinde zu positionieren, weiter voran bringen“, sagt Stechele.

Ein erster Schritt dahin sei aber zunächst der Rückbau der alten Freibad-Anlagen. Danach sieht er mehrere Möglichkeiten: „Als günstige Alternative ohne kostenintensive Wasseraufbereitung bietet sich die Gestaltung eines Wasserspielplatzes an gleicher Stelle an. Bereits bestehende Wasserspielplätze in der Umgebung wie in Hemer oder Hamm haben einen großen Zulauf und bieten eine hohe Aufenthaltsqualität.“

Da der gestalterische Umgang mit Wasser, Sand und Matsch als pädagogisch wertvoll einzustufen sei, würde Sundern um eine große Attraktion reicher sein, so die SPD.

Diskussion im Fachausschuss

Diskutiert wird der Rückbau des Freibades am kommenden Dienstag, 17. September, um 17.30 Uhr im Ausschuss für Stadtentwicklung im großen Sitzungssaal.

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