Fußball-WM

Altes Album von der Fußball-WM 1954 geöffnet

Gregor Israel aus Hövel mit seinem WM-Buch von 1954.

Foto: Matthias Schäfer

Gregor Israel aus Hövel mit seinem WM-Buch von 1954. Foto: Matthias Schäfer

Hövel.   Sein Vater musste die Tabakmarke wechseln, damit Gregor Israel vor 64 Jahren an die Sammelbilder für ein Album mit den WM-Helden füllen konnte.

„Einen Fernseher hatte damals in Hövel keiner“, erinnert sich Gregor Israel an die Fußball-Weltmeisterschaft 1954. Der Pensionär war damals 10 Jahre alt, also blieb ihm nichts anderes als daheim am Radio die Spiele zu hören. „Ein Tross Jugendlicher ist zu Fuß nach Eisborn gelaufen, dort gab es im Gasthof zur Post ein TV-Gerät“, weiß er noch. Beim Endspiel habe er natürlich der legendären Herbert-Zimmermann-Reportage zugehört und in der Küche mitgefiebert: „Das hat uns alle euphorisiert“, gesteht er die Empfindungen, als Deutschland nach einem keineswegs so grandiosen Turnier den Weltmeister-Titel holte.

Viele Spiele gesehen

Für den jungen Höveler war das aber eine entscheidende Wendung in

seinem Leben: „Ab da war Fußball für mich immer wichtig.“ Noch heute kann er die damalige Mannschaftsaufstellung heruntersagen: „Das prägt sich ein.“ Und bis heute hat der 74-Jährige viele entscheidende Spiele gesehen, vor allem im Dortmunder Stadion: „Denn ich bin seit jeher BVB-Fan.“ Das lag wohl vor allem an den Meisterschaftsspielen in den Jahren 1956 und 1957: „Das haben wir auf einen ganz kleinen Fernseher im Unternehmer-Haushalt von Schulte-Feldmann geschaut“, erinnert sich Gregor Israel daran.

Lange beim FC Sauerlandia

Der Höveler war dann mit von der Partie als es beim FC Sauerlandia nach einer ersten Delle direkt nach dem Krieg wieder losging. „Ich habe bis 55 Jahre noch bei den Alten Herren gespielt“, berichtet er. Auch heute noch ist Fußball sein Spezialgebiet. Einer der Gründe, warum das so ist, ist sein Sammelalbum der Helden von 1954. Ganz anders als die heutigen Panini-Alben erschien es erst Ende 1955: „Das war eine lange Sammelzeit“, erinnert sich Gregor Israel.

Probleme bei der Beschaffung

Dazu kamen andere Probleme: Die Sammelbilder lagen in Tabakpäckchen der Firma C.F. Vogelsang: „Die einfachen Tabakpäckchen enthielten ein Bild, der große Pack zwei. Zu kaufen gab es den Tabak im örtlichen Lebensmittelhandel der Familie Vornweg. Doch Vater Israel, ein Kettenschmied, rauchte am liebsten Tabak der Marke MB: „Ich musste ihn also überzeugen, dass er die Marke wechselte“, so Isreal. Das gelang und in seiner Schatzruhe kam übers Jahr Bild zu Bild. Getauscht wurde mit dem Kollegen Reinhold König. Der hatte einen unbestrittenen Vorteil: „Sein Vater kaufte die große Packung Vogelsang, er hatte also mehr Bilder“, so Gregor Isreal. Also wurde getauscht und getauscht.

Mutiger Schritt

Doch Mitte 1955 fehlten ihm immer noch etliche Bilder für das Album. „Da habe ich allen Mut zusammengenommen und an die Firma Vogelsang geschrieben. Ganz ehrlich. Anbei habe ich eine Liste mit den fehlenden Bildern gelegt und die doppelten dazu.“ Kurze Zeit später kam ein Brief aus Bremen in Hövel an: „Er enthielt alle fehlenden Bilder.“ Im Herbst 1955 kaufte sich dann Israel den passenden Bildband, der viele Texte über die WM, die WM-Helden und auch noch Berichte über die eher unrühmlichen Spiele nach dem Endspiel in Bern enthielt: „Das letzte ist der Sieg über Irland.“

Und was macht Gregor Israel am Sonntag? „Wir sehen in unserer Wandergruppe die deutschen Spiele gemeinsam an. Reihum.“

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