Gemeinschaft

150 Hagener machen mit beim Dorfladen

Der zum Jahresende  geschlossene Dorfladen in Hagen soll bald wieder starten, dazu hat sich eine UG gegründet.

Der zum Jahresende  geschlossene Dorfladen in Hagen soll bald wieder starten, dazu hat sich eine UG gegründet.

Foto: Matthias Schäfer

Hagen.   Den neuen Dorfladen wollen 150 Hagener finanziell unterstützen. Am 9. April ist die erste Gesellschafterversammlung, im Laden.

„Es ist wohl so etwas wie das Mega-Sports-Gen in uns“, beurteilt Hagens Ortsvorsteher Klaus-Rainer Willeke die jüngste Entwicklungen um den Dorfladen. Dieser hatte zum Jahresende 2018 geschlossen. „Nicht gut für die Dorfgemeinschaft“, urteilt Willeke, denn schon vor fünf Jahren hatte man in Hagen das Thema Einkaufen im Ort im ersten Dorfentwicklungsplan ganz hoch priorisiert. Jetzt steht die Rettung des Ladens kurz bevor - und 150 Hagener stehen hinter der Idee.

Zeitnahe Lösung finden

Und das kam so: Nach der Schließung mobilisierten einige Hagener das

Dorf, um eine möglichst zeitnahe Lösung zu finden. Im Februar wurde zu einer Versammlung gerufen: „Wir waren erstaunt, es kamen über 150 Personen“, berichtet Willeke. Die Arbeitsgruppe Laden stellte dort verschiedene Möglichkeiten vor. Es blieb die Unternehmer-Gesellschaft (UG), eine Vorform der GmbH. Der Plan: Unter ihren Fittichen soll ein Dorfladen geführt werden, der auf hohem Niveau Waren verkauft. Dazu benötige man als Einsatz mindestens 130.00 Euro. Über stille Teilhaber, da ist jeder im Ort angesprochen, sollen 50.000 Euro bereitgestellt werden, dazu kommen beantragte Fördergelder des Landes aus dem Dorfentwicklungsplan und es gibt Spenden von Sparkasse und Volksbank Sauerland.

Kiste für Selbstverpflichtungen

Anschließend stand eine kleine Dorfladen-Kiste auf der Veranda von Klaus-Rainer Willekes Haus: „Am Ende sind 150 Personen aus dem Ort und aus Wildewiese und vom Saal eine Selbstverpflichtung über eine bestimmte Summe eingegangen. Die Sache hat jetzt Dynamik aufgenommen“, so der Ortsvorsteher. Im Anschluss wurden bei der Bezirksregierung die Anträge auf Fördermittel rechtzeitig eingereicht. „Wir haben allerdings ein Problem: Wir sind mit den restlichen Planungen so schnell, möchten aber auch nichts tun, was förderschädlich ist, also etwa einen vorzeitigen Baubeginn“, berichtet Willeke weiter.

Anschließend hat sich dann die geplante Unternehmer-Gesellschaft gegründet: Neben Klaus-Rainer Willeke gehören Johannes Huxol und Albert Willeke als Gesellschafter dazu: „Mit den stillen Gesellschaftern möchten wir nun so schnell wie möglich den Dorfladen wieder eröffnen.“ Wie das gehen soll, dazu sind die Gesellschafter am Dienstag, 9. April, um 19.45 Uhr in den alten Dorfladen eingeladen. Es wird vom Vorstand der UG über die stille Teilhaberschaft informiert, es werden Ideen vorgestellt, was der Laden leisten soll und was an Umbauten notwendig sein wird:

Das Team ist alles

„Ganz wichtig ist uns vom Vorstand, dass natürlich nicht wir hinter der Ladentheke stehen wollen, sondern dass wir ein Team zusammenstellen.“ Diese Botschaft hat der Dorfladen-Experte Wolfgang Gröll aus Bayern den Hagener im Gespräch mit auf den Weg gegeben: „Der Erfolg hängt allein vom Team ab.“

Die jetzige Situation ohne Laden sei überaus schädlich. So seien auch die neuen Bewohner des Mehrgenerationen-Hauses in der ehemaligen Fabrik an der Hagener Straße von nahen Einkaufsmöglichkeiten ausgegangen. „Es ist nicht gut, wenn ein Element in unserem Dorfentwicklungsplan herausbricht“, sieht Willeke die derzeitige Lage im Ort. „Wir haben alle viel in unser Dorf investiert. Es ist bescheuert, wenn ein tragfähiger Laden nicht offen ist.“

Doch die Hagener geben ihm Rückhalt, dass der Laden bald öffnet: „Was nun passiert ist, haben wir nicht geahnt: Wolfgang Gröll hat uns mitgeteilt, dass man schon bis zu 100 Leute haben müsse, die Geld geben. Die hohe Kundenbindung sichere dann einen gewissen Grundumsatz. Nun haben aber 150 Leute unterschrieben, das ist natürlich viel besser als anfangs angenommen“, erklärt Willeke. Einige Eltern hätten auch für ihre Kinder gezeichnet.

Projektgruppe Ladenprofil

Für das Angebot haben die Hagener eine Projektgruppe Ladenprofil gegründet: Dort kümmert man sich um die Angebotspalette, etwa Brot aus der Biobäckerei, Fleisch, Brotaufstriche von Erzeugern in der Nähe. „Ich hatte aber schon viele Anrufe, in den mir aus den verschiedensten Richtung Fleisch, Eier oder auch Seife angeboten wurde“, berichtet Willeke von einem guten Stand zu diesem Aspekt. Auch soll der Treffcharakter des Laden weiter ausgebaut werden, dazu gehört auch ein Café.

Mehr zum Thema:

https://www.wp.de/staedte/sundern/hagener-wollen-eigenen-dorf-laden-eroeffnen-id216442797.html

https://www.wp.de/staedte/sundern/hagen-soll-kein-schlafdorf-werden-id209909625.html

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