OKTOBERFEST

Wenn in Sprockhövels Glückaufhalle Bayern-Flair aufkommt

Stilecht gekleidet: Jens Berger, Marius Jung und Gregor Grajcar (von links) auf dem Oktoberfest des SC Obersprockhövel in der Glückaufhalle.

Stilecht gekleidet: Jens Berger, Marius Jung und Gregor Grajcar (von links) auf dem Oktoberfest des SC Obersprockhövel in der Glückaufhalle.

Foto: Biene Hagel / Funke Foto Services

Sprockhövel.  Beim Oktoberfest des SC Obersprockhövel kommen die Besucher in Scharen – stilecht in Lederhose und Dirndl. Nicht nur der Trachtenzwang zieht an

„Ja mei, o’zapft is“ heißt es am Samstagabend wieder einmal in der Glückaufhalle. Der SC Obersprockhövel bläst zum Oktoberfest – und die Besucher kommen in Scharen. Wenn die Altherrenmannschaft eins kann, dann super Feste organisieren. Vom stilechten Essen bis zur Deko ist wieder alles perfekt.

Wie vorgeschrieben: mit einer krachledernen Hose gekleidet

Draußen vor der Tür gönnt sich Torsten Müller eine Brise frischer Luft. So wie vorgeschrieben ist er mit einer krachledernen Hose gekleidet. Er liebt allerdings die Oktoberfeste mehr als seine Lederhose. „Die ist von der Stange und zwickt überall“, gibt er zu. Macht aber nichts, das Feiern ist wichtiger. Besonders begeistert ist der 47-Jährige, dass sich alle „so rausgeputzt haben“.

In der Tat haben sich Männer und Frauen gleichermaßen mit ihrem Äußeren besonders viel Mühe gegeben. Wenn nicht die Sprache eindeutig auf Ruhrpott schließen ließe, man wäre sicher, dass man sich in Bayern befindet.

Sprockhövel ist an diesem Abend hundert Prozent Freistaat

Blau-weiß überall: Deko, Servietten, Fähnchen, Tücher, Essensangebote. Bayern lässt nicht nur grüßen, Sprockhövel ist an diesem Abend hundert Prozent Freistaat. Viele bewegen sich in ihrer Kluft – ob Krachlederne oder Dirndl – als hätten sie nie etwas anderes getragen.

Allein diese Hüte! Sie sind eine eigene Show. Eigentlich hätte man den ausgefallensten Männerhut an dem Abend prämieren müssen, so einfallsreich war der Kopfschmuck mancher Besucher. Ob Gamsbart oder Feder am Trachtenhut – viele hatten sich wirklich in Schale geschmissen und fantasievoll gekleidet – von Kopf bis Fuß. Unterhalb der Lederhose ging es stylisch weiter. Wer ein echter Bayer für den Abend sein will, der kombiniert dicke Kniestrümpfe oder Stulpen mit knöchelhohen Haferlschuhen.

Auch die Mädels stehen aufgebrezelt am Brezelstand

Auch die Mädels stehen aufgebrezelt am Brezelstand und genießen die bewundernden Blicke der Männer. Schließlich sieht man in diesen Gefilden selten die Damenwelt im Dirndl mit viel „Holz vor der Hütten“. Selfies haben an diesem Abend Hochkonjunktur. Die Fotos vom Oktoberfest im Ruhrpott müssen schließlich erst einmal ein Jahr lang halten, bis es neue gibt.

Aus seiner Begeisterung über so viel Möglichkeiten zur Augenweide macht auch der Vorsitzende des SC Obersprockhövel, Detlef Westerhoff, keinen Hehl. Er strahlt und lässt seinen Blick schweifen. Die Damen sind perfekt geschminkt, viele haben sich die langen Haare zu Zöpfen geflochten und blinkende Haarreifen aufgesetzt. Sie sind echte Hingucker.

Das Oktoberfest hat eine Größenordnung angenommen, dass man nur noch staunen kann

Stolz auf den zweiten Vorsitzenden, Klaus Calenberg, ist Westerhoff. „Diese gelungene Veranstaltung hat natürlich wieder er ins Leben gerufen“, freut er sich. „Mittlerweile hat das Oktoberfest eine Größenordnung angenommen, dass man nur noch staunen kann.“ Hunderte hübscher Menschen strömen in die Halle, wer nicht frühzeitig da ist, der muss vom Auto erst einmal einen langen Fußmarsch in Kauf nehmen. Denn Parkplätze sind Mangelware.

Auch das Programm an dem Abend kommt gut an. Zu Gast sind der Spielmannszug Richrath und die Garde- und Showtanzformation Temptation aus Duisburg. Die acht hübschen und sportlich fitten Mädchen bieten auf der Bühne eine Show, die das Publikum gebannt auf die Tänzerinnen gucken lässt.

Altherrengruppen bei der SCO-Mini-Playbackshow

Bis dann die Altherrengruppen mehrfach an dem Abend ihren großen Auftritt mit der heiß erwarteten SCO-Mini-Playbackshow haben, heißt es „Die Hände zum Himmel“. Gut durchdacht, haben die Veranstalter in der Halle immer Freiraum gelassen. Denn kaum wird der nächste Hit gespielt, strömen die Bayernfans auf die Flächen, um zu tanzen.

Wer ein Oktoberfest durchführen will, sollte sich beim SC Obersprockhövel Tipps für eine gelungene Veranstaltung holen. Man kann es nicht besser organisieren. Detlef Westerhoff, der es sichtlich genießt, dass die Party so gut lief, hat sich mittlerweile zum Lederhosen-Profi entwickelt. Er präsentiert sich in sehr weicher Tracht, die nirgendwo zwickt oder kneift, wie er verrät. Denn vorbei sind für ihn die Zeiten, in denen er sich in Witten beim Kostümverleih für viel Geld eine Krachlederne auslieh.

Mittlerweile ist er stolzer Besitzer einer eigenen bestens passenden Lederhose für die vielen Oktoberfeste, die mit Sicherheit noch kommen werden.

Die meisten Gäste freuen sich, mit Freunden zu feiern

Die meisten Gäste freuen sich, mit Freunden zu feiern. Das sei die Hauptmotivation, zur Glückaufhalle zu gehen. Der zweite Grund ist das ungewöhnliche Outfit. Mal in Tracht und nicht in Jeans, Kostüm oder Anzug, das hat was.

Sehr viele junge Besucher und Besucherinnen sind gekommen. Spitze finden die Veranstaltung etwa Louisa Gries (19), Pia Wegge (20), Lina Eilers (16), Inken Gabriel (20) und Mirjam Wagner (21) von der 1. TSG Handballmannschaft. Eins ist für sie klar: Sie bleiben heute bis zum „bitteren“ Ende.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben