Interview

Stadtfest in Sprockhövel wird diesmal fast kunsttofffrei

Momentaufnahme vom Sprockhöveler Stadtfest im vergangenen Jahr.

Momentaufnahme vom Sprockhöveler Stadtfest im vergangenen Jahr.

Foto: Fischer / Funke Foto Services GmbH

Sprockhövel.  WIS-Vorsitzender Lutz Heuser spricht über die Baustelle für den Kreisverkehr, die Aufwertung der Hauptstraße – und das Sprockhöveler Stadtfest.

Niedersprockhövel im Blickpunkt: Der Einzelhandel richtet sich bereits auf das große Stadtfest im September ein, aktuell wird aber eher über die Baustelle an der Wuppertaler Straße für den Kreisverkehr der künftigen Umgehungsstraße gesprochen. Fragen an Lutz Heuser, dem Vorsitzenden der Wirtschaftlichen Interessengemeinschaft Sprock­hövel (WIS).

Was hören Sie aus der Händlerschaft zu den Auswirkungen der Baustelle aufs Geschäft?

Lutz Heuser: Die Händler an der Hauptstraße sind völlig entspannt. Ich selbst habe mein Büro quasi auf dem Gelände und habe, natürlich vom Lärm abgesehen, keine Einschränkungen. Alles ist erreichbar, und wir Händler fühlen uns auch von der Stadtverwaltung stets gut informiert über den Fortgang der Arbeiten. Auch die Kunden spiegeln es den Händlern, dass das Einkaufen trotz Baustelle problemlos läuft.

Gibt es Beeinträchtigungen durch die Nachtbaustelle?

Überhaupt nicht, die Beschilderungen erschließen sich ohne Probleme. Auch hier gilt: Die Stadt informiert frühzeitig. Angespannter wird die Situation erst, wenn die Wuppertaler Straße in die Baumaßnahme einbezogen wird.

Im Frühjahr hat die CDU die Industrie- und Handelskammer sowie die Immobilien- und Standortgemeinschaft Barmen zu einem Vortrag eingeladen, bei dem es darum ging, die Eigentümer der gewerblichen Immobilien entlang der Hauptstraße für eine Verschönerung und Verbesserung dieses Bereiches zu interessieren. Gibt es Rückmeldungen von den Eigentümern?

Es waren damals viele Händler da, aber nur wenige Eigentümer. Die Stadtverwaltung, so mein Eindruck, steht der Sache nicht so positiv gegenüber, wohl weil der Einfluss der Anwohner bei so einem Zusammenschluss, bei dem auch Fördermittel des Landes fließen würden, zunähme.

Wie sehen Sie die Zukunft der Hauptstraße?

Im Gegensatz zur Mittelstraße, wo die Leerstände zunehmen, recht gut. Ich bin sicher, dass die Fläche des jetzigen Busbahnhofs in Niedersprockhövel nach einer Verlegung großes Potenzial hätte für mehr Lebensqualität in der Innenstadt. Denn die kommt nicht mit immer mehr Läden, sondern mit Kaffee und Kuchen, Bummeln und schönen Verweilorten. Wenn der Sommer nicht zu heiß wird, werden wir zum Stadtfest blühende Straßen in Niedersprockhövel durch neue Blumenampeln haben.

Wie weit ist die Initiative gekommen, das Stadtfest plastikfrei zu bekommen?

Das Stadtfest wird fast kunststofffrei sein, aber nicht plastikfrei. Erstmals gibt es in diesem Jahr ein schriftliches Verbot, alle gastronomischen Betriebe auf dem Stadtfest haben Mehrweggeschirr und Besteck, allein die Pommesbuden haben wir nicht auf Linie, aber sie werden kompostierbares Geschirr anbieten. Dass wir bei dem größten Fest in Sprockhövel versuchen, möglichst ohne Plastikmüll auszukommen, sehe ich in der heutigen Zeit als Selbstverständlichkeit. Es wird übrigens auch kein Feuerwerk geben in diesem Jahr – wegen der Schadstoffemissionen. Aber es gibt eine Überraschung als Ersatz.

Wie sieht es mit dem Einsatz von Glas aus?

Das frühere Glasverbot ist aufgehoben, wir werden jetzt ein Glasflaschenverbot haben. Dabei geht es um Sicherheit, denn sonst haben wir überall gefährliche Glasscherben auf den Straßen. In meiner Funktion als DRK-Vorsitzender habe ich letztes Jahr festgestellt, dass keine Schnittverletzungen bei Stadtfestbesuchern zu beklagen waren.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben