Orchester

Sprockhövelerin ist Gründungsmitglied von Uni-Blasorchester

Stefanie Böhmer aus Sprockhövel (Mitte, mit Brille) spielt Tenor-Tuba im Sinfonischen Blasorchester der Ruhr-Universität Bochum.

Stefanie Böhmer aus Sprockhövel (Mitte, mit Brille) spielt Tenor-Tuba im Sinfonischen Blasorchester der Ruhr-Universität Bochum.

Foto: Benedikt Sendlinger

Sprockhövel.  Stefanie Böhmer aus Sprockhövel ist Gründungsmitglied des Sinfonischen Blasorchesters der Ruhr-Universität Bochum, das 2014 gegründet wurde.

192 Studiengänge bietet die Ruhr-Uni Bochum (RUB) an – aber nicht in Musik. Gleichwohl befinden sich unter den rund 43.000 Studierenden nicht wenige praktizierende Musiker. Davon profitieren im Musischen Zentrum der Hochschule ein respektables Universitäts-Sinfonieorchester, ein reines Streichorchester, ein Chor und seit 2014 auch eine eigene Bläsertruppe, die sich Sinfonisches Blasorchester der Ruhr-Universität Bochum (SBR) nennt.

Am Anfang stand die Blockflöte

Zu den Gründungsmitgliedern zählt Stefanie Böhmer aus Niedersprockhövel; die 26-jährige Biologie-Doktorandin ist ein musikalisches Multitalent und spielt Trompete, Tenortuba, aber auch Klarinette. „Meine Anfänge habe ich ganz brav vierjährig in der Musikschule Sprockhövel gemacht mit musikalischer Früherziehung und Blockflöte“, berichtet sie. Und sie blieb auch nach der Schule der Musik treu, schloss sich als Trompeterin verschiedenen Ensembles etwa in Hattingen an, spielt bis heute im Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Sprockhövel.

Moderne Werke im Repertoire

Eine Musikerin ihrer Güte könnte überzeugend ihren Platz in klassischen Sinfonieorchestern finden. „Letztlich ist das aber nicht meins“, bekennt sie. „Wenn man dort nicht als Solist auftritt, hat man als Bläser nur geringe Einsatzanteile in der gängigen Orchesterliteratur.“ Ganz anders ist das im Blasorchester, bei Originalkompositionen und Arrangements sind alle denkbaren Blech- und Holzbläser plus Schlagwerk im Intensiveinsatz vereint. Auch im Repertoire unterscheidet sich das Uni-Blasorchester: „Nach dem Vorbild eines bekannten Blasorchesters in Witten spielen wir viel moderne Werke, besonders gerne Filmmusik“, sagt Böhmer.

Populäre Filmvertonungen sind zu hören

In den nächsten beiden Konzerten am 6. und 7. Juli (Samstag um 19 Uhr, Sonntag 16 Uhr) im Audimax der Uni etwa stehen die höchst populären Vertonungen von „Der Herr der Ringe“ und „Star Wars“ auf dem Programm, da ist satter Bläsersound im Wagner-Format angesagt. Aber auch die Musik zu „Superman“ und „Pocahontas“. „Das macht einiges her, wir arbeiten mit Effekten und haben sieben bis zehn Schlagwerker im Einsatz“, frohlockt die Sprockhövelerin. Bei der Gründung waren es anfangs 40 Musikerinnen und Musiker, heute nehmen zu den einmal pro Semester angebotenen Doppelkonzerten bis zu 90 Spieler an den Pulten im Saal Platz.

Bis zu 1800 Besucher im Konzert

Das SBR ist ein Projektorchester, zu dem in jedem Semester neue Musikerinnen und Musiker stoßen – und das naturgemäß auch immer wieder einige nach dem Abschluss verlassen. Einen eigenen Etat hat der Klangkörper nicht, lediglich der Dirigent wird von der Hochschule bezahlt. Und da auch kein Eintritt bei den Konzerten verlangt wird, ist das SBR auf Spenden angewiesen, die die gut 1800 Konzertbesucher jedoch am Ausgang erfahrungsgemäß auch gerne geben.

Das Orchester ist kostenintensiv

Die Kostenseite eines solchen Apparates ist nicht zu unterschätzen: „Noten kosten viel Geld. Wir müssen zwar keine Saalmiete bezahlen, aber bei unseren konzertanten Großveranstaltungen die Security und Brandwache tragen“, sagt Stefanie Böhmer. Auch die Anschaffung neuer Instrumente ist ein Kraftakt, der über Spenden umgesetzt werden kann. Auch der Asta hat den RUB-Bläsern mal ein großes Geschenk gemacht und für einen fünfstelligen Euro-Betrag Pauken besorgt.

Am Ende das Steigerlied

Damit möglichst viele Musikfreunde in die Semesterkonzerte des Blasorchesters kommen, sind alle Musiker auch bei der Werbung voll im Einsatz. „Wir plakatieren fast die ganze Innenstadt von Bochum zu“, sagt Stefanie Böhmer. Für Reichweite sorgen ihre Informationen in Facebook und Instagram.

Und so hoffen die blasmusikalischen Studierenden der RUB auf möglichst viele Konzertbesucher Anfang Juli. Übrigens wartet die knappe Hundertschaft zum Ende ihres Konzertes mit einer Besonderheit auf: Dann wird das Steigerlied gespielt, in einer kunstvollen Verarbeitung mit dem „Bochum“-Song von Grönemeyer. Böhmer: „Schließlich befinden wir uns im Herzen des Ruhrgebietes.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben