Bürgerbefragung

Sprockhöveler sind an einfachen Lösungen interessiert

Öffentliche Diskussion über Ergebnisse der Bürgerbefragung der Zukunftskommission in Niedersprockhövel.

Öffentliche Diskussion über Ergebnisse der Bürgerbefragung der Zukunftskommission in Niedersprockhövel.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Die Zukunftskommission in Sprockhövel diskutierte mit den Bürgern über ihre Wünsche. Sie zeigten sich an einfachen Lösungen interessiert.

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Das grüne Idyll mit Kuh, eine Dorfgemeinschaft und nachbarschaftlichem Austausch, so wird Sprockhövel zu mindestens gerne von der Stadtverwaltung präsentiert. Nicht umsonst ziert eine Kuh das Stadtwappen oder wirbt das Jubiläumsmotto mit dem „grünen Herzen“ – aber ist das eigentlich so? Wie zufrieden sind die Sprockhöveler und wie geht es ihnen eigentlich in den einzelnen Stadtteilen?

Fragenbogen-Aktion im Sommer als Grundlage

Genau dieser Frage widmete sich die Zukunftskommission zum Thema Stadt- und Quartiersentwicklung. Das Instrument dazu war ein Fragebogen: Über die Sommermonate bis Ende August hatten die rund 25.000 Sprockhövelerinnen und Sprockhövler die Möglichkeit, sich kritisch mit ihrem Lebensumfeld und der Stadt auseinander zu setzen. Die Ergebnisse wurden in einem offenen Dialog mit interessierten Bürgern im Foyer der Glückauf-Halle diskutiert.

Rücklauf an Bögen wird positiv beurteilt

„Insgesamt hatten wir einen vergleichsweise guten Rücklauf“, beschreibt Bodo Middeldorf, Moderator an diesem Abend. 426 – davon 360 online und der Rest entweder postalisch oder in den Sammelurnen im Bürgerbüro empfangen, mag nun relativ wenig erscheinen, so Middeldorf, aber, zieht er den Vergleich, „bei den Wahlen auf Bundesebene werden auch nur rund 1000 bis 1200 Menschen telefonisch befragt und da treffen die Voraussagen ja auch sehr zielgerichtet zu.“ Die rund dreißig neugierigen Besucherinnen und Besuchern im Auditorium hatten nach der kurzen Einleitung viel Bedarf an Diskussion über die gehörten Ergebnisse. Und eins zeigte sich schnell: Die präsentierten Inhalte deckten sich nahtlos mit den Forderungen und Anmerkungen der anwesenden Bürgerschaft.

Verkehr ist wichtiges Bürgerthema

Hauptthemen an diesem Abend: Die Verkehrssituation – sei es der Wunsch nach Beruhigung als auch besserer Anbindung – , die Wohnsituation für die älteren Menschen in Sprockhövel oder aber das stark geäußerte Verlangen nach mehr öffentlichen Begegnungsräumen. „Für Jugendliche sind die Angebote deutlich beschränkt“, beschreibt Michael Ibing. Jugendliche oder junge Erwachsene in der Stadt halten und das nicht nur zum Wohnen, sondern auch zum Verweilen einladen. Aber nicht nur das, findet Jürgen Reusch. „Es gibt viele Sportangebote, wo man zusammenkommen kann, sich trifft und für eine Stunde zur Gemeinschaft wächst, aber was ist danach?“, fragt sich der Sprockhöveler. Das Bedürfnis nach einem gemeinsamen Plausch danach sei groß, nur wohin? Meist gehe man dann doch einfach nach Hause.

Bestehende Möglichkeiten besser nutzen

Darüber hinaus auffällig: Nicht perspektivisch, sondern an kurzfristigen und einfachen Lösungen sind die Bürger interessiert. „Es muss doch nicht immer was neu gebaut werden“, findet eine ältere Sprockhövelerin. Das nutzen, was man hat. Immer wieder sind hier die leerstehenden Örtlichkeiten der ehemaligen Kaisers-Filiale Raum der Diskussion. Oder auch der Standort der Bücherei. Themen, denen sich die einzelnen Untergruppen der Kommission annehmen wollen: Ob neugegründete Arbeitskreise zu den Themen Umwelt und Mobilität unter Leitung von Wolfram Junge oder der Gruppe Wirtschaft, Handel und Marketing mit Volker Sonnenschein als Schirmherrn. Das Anliegen ist bei allen ähnlich: Das Beste für ihre Heimat rausholen und einen gemeinsamen Ansatz für alle Generationen finden.

INFO

Eine letzte Möglichkeit sich selbst mit zu diskutieren gibt es am 25. November in evangelischem Gemeindehaus von Gennebreck/Herzkamp.

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