Generationenwohnen

Senioren in Sprockhövel können junge Helfer aufnehmen

Studierende, Azubi und Senioren sollen durch das Projekt „Wohnen für Hilfe“ zusammengebracht werden.

Studierende, Azubi und Senioren sollen durch das Projekt „Wohnen für Hilfe“ zusammengebracht werden.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Der Seniorenbeirat Sprockhövel will Studierende und Azubi auf Wohnungssuche mit älteren, hilfesuchenden Hausbesitzern zusammenbringen.

Viele ältere Menschen in Sprockhövel bewohnen große Häuser und brauchen Hilfen im Alltag. Junge Menschen, Auszubildende wie auch Studierende suchen eine bezahlbare Bleibe. Der Seniorenbeirat möchte beide Seiten mit dem Konzept „Wohnen für Hilfe“ zusammenbringen und noch in diesem Jahr die Voraussetzungen für eine Umsetzung voranbringen.

Juso Luc Stahlhut bringt Thema ein

Peter Rust, Vorsitzender des Seniorenbeirates in Sprockhövel, hatte in der Mai-Sitzung den Vorsitzenden der Sprockhöveler Jusos, Luc Stahlhut, zu Gast. Der berichtete von einem Projekt, wie es in großen Uni-Städten wie Bochum oder Münster bereits umgesetzt ist und sowohl für ältere, meist alleinstehende Menschen sowie für junge Leute mit schmalem Budget beiderseitig Gewinn bedeutet. „Senioren wollen heute so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben und allenfalls ambulante Hilfen medizinischer Art in Anspruch nehmen“, weiß Rust. Oft fehlen Angehörige im näheren Umfeld oder sie leben zu weit weg, als dass sie etwa etwa aus der Apotheke besorgen oder einen Kasten Wasser in die Wohnung tragen könnten. Mit Blick auf die zunächst fremden Studierenden oder Azubi könnten da zwei Grundbedürfnisse zueinander finden, wenn dafür Strukturen aufgebaut würden.

Dreigleisiges Angebot mit Varianten

Rust berichtet von der Sprockhövelerin Margrit Heller, die bereits seit einigen Jahren junge Erwachsene zur Untermiete in ihrem Haushalt aufnimmt und über ihre positiven Erfahrungen vor dem Seniorenbeirat berichtete. Der Seniorenbeirat und der Jungstudent Luc Stahlhut haben das Projekt unter dem Titel „Wohnen für Hilfe“ für Sprockhövel in einem Konzept-Entwurf umrissen. Ein dreigleisiges Angebot soll beiden Bedürfnissen gerecht werden: Die einfach Untermiete, bei dem ein normaler Mietvertrag aufgesetzt wird, soll das Zusammenleben in einem Haushalt regeln. Die zweite Variante ist die ursprüngliche Form von „Wohnen für Hilfe“, bei der anstelle einer Miete ein gewisser wöchentlicher Stundensatz festgelegt wird, etwa für Arbeiten im Garten, Einkäufe, Arztbesuche oder auch Fahrdienste. Die dritte Variante ist eine Mischform aus den beiden ersten Möglichkeiten, in der ein bestimmter Anteil der Miete bezahlt wird und ein anderer durch Arbeiten abgeleistet wird.

Verschiedene Organisationen sind einzubinden

Die Umsetzung gestaltet sich indes etwas schwieriger, denn es müssen verschiedene Organisationen eingebunden werden. Einerseits muss es Institutionen geben, die den anbietenden Senioren ein Gefühl der Sicherheit und des Vertrauens vermitteln und die einen nahen Kontakt zur Zielgruppe für eine möglichst breitgefächerte Akquise haben. „Da wäre das städtische Seniorenbüro mit seiner Kartei und seinem Personal, das in der Bevölkerung bekannt und beliebt ist, eine passende Einrichtung“, ist Peter Rust überzeugt. Auch müsste das städtische Sachgebiet Bauen und Wohnen mit seiner Expertise für geeigneten Wohnraum eingebunden werden. Darüber hinaus muss der Kontakt zu Studierenden und Azubi hergestellt werden; Rust spricht von Hochschulwerk Witten, AStA Bochum, Hochschulsozialwerk Wuppertal und die Berufskollegs Hattingen und Witten.

INFO

In der Sitzung des Seniorenbeirates am 13. November soll ein Antrag für den Sozialausschuss formuliert werden.

Peter Rust hofft, dass sich auch die Sprockhöveler Ratsfraktionen für das Projekt „Wohnen für Hilfe“ begeistern können und die Stadtverwaltung im Seniorenbüro entsprechende Mitarbeiterkapazität einrichtet.

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