Feuerwehr-Streit

Landesgeschäftsführer stärkt Präsident Ziebs den Rücken

Kreis-Feuerwehrverbandspräsident Rolf-Erich Rehm (l.) und NRW-Landesgeschäftsführer Christoph Schöneborn beim Verbandstag in Schwelm.

Kreis-Feuerwehrverbandspräsident Rolf-Erich Rehm (l.) und NRW-Landesgeschäftsführer Christoph Schöneborn beim Verbandstag in Schwelm.

Foto: Christian Arndt / WP

Sprockhövel.  Im Feuerwehr-Streit stärkt NRW-Verbandsgeschäftsführer Christoph Schöneborn aus Sprockhövel seinem Präsidenten Hartmut Ziebs den Rücken.

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In Sachen Feuerwehr hat es der Schwelmer Hartmut Ziebs bis ganz nach oben gebracht: Er ist Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) und sogar Vizepräsident des Weltfeuerwehrverbandes. Doch jetzt geriet der in Feuerwehrkreisen überaus beliebte Ziebs erheblich unter Druck: Fünf von sieben DFV-Vizepräsidenten haben ihm das Vertrauen entzogen und fordern seinen Rücktritt, Berichten zufolge wegen seiner klaren Haltung gegen die AfD und rechte Sympathisanten in der Feuerwehr.

Irreparabler Schaden für den Verband

Der Sprockhöveler Christoph Schöneborn, NRW-Landesgeschäftsführer des Verbandes, stärkt seinem Präsidenten den Rücken, sein Verband fordert nun wiederum die sofortige Abwahl der fünf Vizepräsidenten. „Der Schaden für das Ansehen der Feuerwehr ist nicht mehr zu reparieren“, sagte Schöneborn im Gespräch mit dieser Zeitung. „Sollte die fünf Herren im Amt bleiben, hat unser Verband keine Zukunft.“ Obwohl der Feuerwehr-Streit bereits in der vergangenen Woche hohe Wellen geschlagen hat, sei bis heute nicht bekannt, warum besagte Mitglieder des Präsidiums den Rücktritt des Präsidenten fordern. Außer dem Landesverband NRW gelten auch die Untergliederungen Brandenburg und Sachsen-Anhalt als Unterstützer des Schwelmers, allein der Saarländische Landesverband hat sich bis Montagnachmittag noch nicht zu dem Konflikt geäußert. Hartmut Ziebs stehe überzeugend für die Öffnung des DFV: „Seit seiner Wahl 2016 hat er die internationale Zusammenarbeit ausgebaut, die Präsenz des Verbandes in den sozialen Medien vorangetrieben und das Verhältnis von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen in der Feuerwehr gestärkt“, bilanziert Christoph Schöneborn.

Landrat und Kreisfeuerwehrverband vermissen Kameradschaft und Respekt

Insbesondere in Schwelm und im Ennepe-Ruhr-Kreis aber auch weit darüber hinaus reagieren Politiker und Verwaltungsspitzen, haupt- und ehrenamtliche Weggefährten mit Unverständnis. Zu ihnen zählt auch Landrat Olaf Schade, der sich einer Erklärung von Rolf-Erich Rehm, dem Präsidenten des Kreisfeuerwehrverbandes Ennepe-Ruhr, anschließt. „Die Vorgänge im DFV, die unser Ehrenmitglied im Kreisfeuerwehrverband Hartmut Ziebs in Misskredit bringen, machen mich sehr betroffen.“ Rehm zeigt sich entsetzt darüber, dass Kameradschaft, Vertrauen und Respekt für Teile der höchsten Feuerwehrvertretung in Deutschland scheinbar nur Worthülsen seien, die leichtfertig „auf dem Altar eigener Machtgelüste geopfert“ würden.

Noch im Laufe des Montag, so Schöneborn, wollte der Landesverband NRW einen Antrag auf Abwahl der fünf Vizepräsidenten auf die Tagesordnung einer außerordentlichen Delegiertenversammlung setzen.

Update 21. November: Im Gespräch mit unserer Redaktion hat sich Hartmut Ziebs geäußert und seine Kritiker zum Rücktritt aufgefordert.

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