Umgehungsstraße

L70n: Noch nicht alle Grundstücke stehen bereit

Die Baustelle der Umgehungsstraße in Sprockhövel mit Blick in Richtung Mathilde-Anneke-Schule.

Die Baustelle der Umgehungsstraße in Sprockhövel mit Blick in Richtung Mathilde-Anneke-Schule.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Planungen für den zweiten Bauabschnitt ab Annekeschule werden zum Jahresende vorgestellt. Doch einige Grundstückeigner weigern sich zu verkaufen.

Während sich der Autoverkehr mühsam an der Baustelle des Kreisverkehrs vorbei bewegt, haben die Verantwortlichen von Straßen NRW bereits die Zeit nach dem ersten Bauabschnitt im Blick, der das Teilstück der Umgehungsstraße von der Anneke-Schule bis zur Haßlinghauser Straße umfasst. Doch alle für das weitere Projekt benötigten Grundstücke hat Straßen NRW noch nicht gekauft, einige Eigentümer wollen sich dem Verkauf verweigern.

Eigner äußern sich in den sozialen Medien

In den sozialen Medien melden sich Eigentümer zu Wort, die aus ihrer Situation überhaupt keinen Hehl machen und sich brüsten, ihren Grund und Boden auf keinen Fall für das Straßenbauprojekt zur Verfügung zu stellen. „Eine Mitarbeiterin von Straßen NRW war bei mir, um über einen Verkauf zu verhandeln“, sagt einer der Eigner im Gespräch mit dieser Zeitung. Es habe ihn doch sehr gewundert, dass die Mitarbeiterin von Straßen NRW gar nicht mit ihm über den Grundstückspreis verhandeln wollte. „Die Flexibilität für Verhandlungen haben wir gar nicht“, sagt Andreas Berg, bei dem Straßenbaulastträger verantwortlich für das L70n-Projekt. „Die Preise für Grundstücke sind gesetzlich geregelt und deutschlandweit dieselben.“ Tatsache sei doch: „Es gab ein Planfestellungsverfahren, es liegt ein Ratsbeschluss für die Umgehungsstraße vor und wir haben Baurecht!“, betont Berg. Ungern thematisiert der Projektverantwortliche, was bei beharrlicher Weigerung der Grundstückseigentümer zu verkaufen, droht: Es würde ein so genanntes Besitzeinweisungsverfahren eingeleitet, was im schlimmsten Fall mit der Enteignung zugunsten des Straßenbauprojektes enden würde – mit erheblichen Einbußen für die Eigner.

Europaweite Ausschreibungen

Aber auch wenn der Erwerb von Grundstücken bislang nicht abgeschlossen ist, die Ausführungsplanung für den zweiten Bauabschnitt wird nach Auskunft Bergs im Oktober oder November vorgestellt. „Dann erfolgen die Ausschreibungen für den Projektabschnitt, und das wegen des größeren Umfangs europaweit“, so Berg. Neben den Straßenbauarbeiten umfasst das Lärmschutzwände an der Mathilde-Anneke-Schule, Parkplatz, Regenrückhaltebecken, Brücke, Stützwände, weitere Lärmschutzwände. „Wir hoffen, dann ab Februar nächsten Jahres die Aufträge vergeben zu können“, sagt Andreas Berg. Die europaweite Ausschreibung bedeute indes nicht, dass am Ende wirklich ausländische Firmen in Sprockhövel zum Zuge kommen. „Die Erfahrung lehrt, dass es dann doch deutschlandweit operierende Firmen aus der Region sind, die den Zuschlag erhalten.“

Zurzeit wird Asphalt aufgetragen

Straßen NRW geht davon aus, dass der erste Bauabschnitt zum Jahresende abgeschlossen sein wird. „Zurzeit wird Asphalt aufgetragen, es wird gepflastert. Am kommenden Samstag soll für die in der Nähe der Baustelle gelegenen Firmen eine Zufahrt angepasst und demnächst noch eine Gasleitung verlegt werden. Wann genau der Verkehr dann über den Kreisverkehr geleitet wird, kann Andreas Berg noch nicht sagen.

INFO

Einen Antrag auf vorzeitige Besitzeinweisung kann der Projektträger bei der Enteignungsbehörde der Bezirksregierung stellen. Voraussetzung ist, dass die betroffenen Grundstückseigentümer oder Besitzer ein angemessenes Kauf- beziehungsweise Entschädigungsangebot ausgeschlagen haben und keine Bauerlaubnis erteilen.

Der Antrag muss mit den erforderlichen Unterlagen eingereicht werden. Besonders die Eilbedürftigkeit der Maßnahme muss der Projektträger begründen.

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