Gehölzpflege

Keine Rodung: Straßenbäume werden für die Sicherheit gefällt

Gehölzpflege: Straßen.NRW kündigt im Zuge der Verkehrssicherung erneut umfangreiche Rückschnitte von Bäumen und Sträuchern an.

Gehölzpflege: Straßen.NRW kündigt im Zuge der Verkehrssicherung erneut umfangreiche Rückschnitte von Bäumen und Sträuchern an.

Foto: Stefan Scherer / Stefan Scherer / WP

Sprockhövel.  Straßen.NRW kündigt umfassende Schnitte an Bäumen und Sträuchern an den Straßen an. Zuletzt gab es massiv Kritik am „Kahlschlag“ in Sprockhövel.

Die Schonzeit für Hecken und andere Gehölze ist vorbei, die Gehölzpflegesaison beginnt. Der Landesbetrieb Straßen.NRW kündigt an, ab Dienstag, 1. Oktober auch im Ennepe-Ruhr-Kreis mit umfangreichen Pflegemaßnahmen zu beginnen. Im vergangenen Jahr hatte es massive Kritik gegeben. Auch in Sprockhövel, vor allem in Richtung Schwelm, wurde dem Landesbetrieb Kahlschlag vorgeworfen.

Sicherheit durch Baumfällung

Bis Februar dauern die Arbeiten an den Straßenrändern an. „Das Hauptaugenmerk liegt bei der Gehölzpflege auf dem Erhalt der Verkehrssicherheit. Kranke und alte Bäume haben verschiedene Schadsymptome, wie zum Beispiel Eschentriebsterben, Borkenkäferbefall oder Trockenheitsprobleme, verlieren ihre Standfestigkeit und stellen auf Dauer eine Verkehrsgefährdung dar“, erklärt Andreas Berg, Sprecher von Straßen.NRW.

Deshalb setzt der Landesbetrieb auf eine „selektive Bestandspflege“. Dabei werden Sträucher direkt an der Straße alle drei bis fünf Jahre zurückgeschnitten und im hinteren Bereich der Böschungen nicht mehr standsichere Bäume gefällt.

Abstimmung mit Naturschutzbehörden

„Vor allem, wenn die Bäume überaltert sind und zu nah am Fahrbahnrand stehen, muss ein Bestand intensiver bearbeitet werden“, erklärt Berg. Im nächsten Frühjahr trieben aber auch radikal zurückgeschnittene Gehölze wieder aus. Die Fällungen seien zudem mit den zuständigen Naturschutzbehörden abgestimmt.

Straßen.NRW ist dabei zuständig für alle Gehölze auf eigenem Grund an Landes-, Bundes- und Kreisstraßen. Auf Privatflächen ist der jeweilige Grundstückseigentümer zuständig.

Geschädigte Bäume im Kataster erfasst

Der Landesbetrieb beschäftigt Baumkontrolleure, die die Bestände an den Straßen prüfen und ein Baumkataster erstellen. Per GPS-Sender können geschädigte Bäume genau verzeichnet werden. Die Kontrolleure führten Sicht- und Klopfprüfungen durch. Im Zweifelsfall können die Gewächse auch eingehender – zum Beispiel mit Ultraschallmessungen – untersucht werden.

Für die Gehölzpflege muss zum Teil die Fahrbahn eingeengt, halbseitig oder auch kurzfristig voll gesperrt werden. Darüber will Straßen.NRW im Vorfeld genauer informieren.

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