Baudenkmal

Kein Denkmalschutz für Wiegehäuschen in Sprockhövel

Das sogenannte Wiegehäuschen an der Hauptstraße 91 in Sprockhövel. Die SPD wünschte sich für das baufällige Gebäude einen Denkmalschutz.

Das sogenannte Wiegehäuschen an der Hauptstraße 91 in Sprockhövel. Die SPD wünschte sich für das baufällige Gebäude einen Denkmalschutz.

Foto: Fischer / Funke Foto Services GmbH

Sprockhövel.  Im Juni hatte die Politik in Sprockhövel den Abriss des Wiegehäuschens an der Hauptstraße verhindert. Doch Denkmalschutz gibt es nicht.

Die Verwaltung hat den Auftrag der Politik ausgeführt und Gespräche mit dem Eigentümer aufnehmen lassen, der das Wiegehäuschen eigentlich hatte abreißen wollen. Doch den Status eines Baudenkmals bekommt das Gebäude an der Hauptstraße 91 nun nicht.

Argument: Bausubstanz zu marode

Susanne Görner vom Planungsfachbereich der Stadtverwaltung teilte dem Fachausschuss am Dienstag mit, dass die Obere Denkmalbehörde nach Prüfung keinen Schutz für das Gebäude gewähren wird. Die Begründung: Die Bausubstanz sei zu marode, Teile des Ensembles wie die Waage seien nicht mehr funktionstüchtig. „Wie Wirtschaftliche Interessengemeinschaft Sprockhövel hat jedoch unterdessen mit dem Eigentümer gesprochen“, so Görner. Es sei zugesichert worden, das Wiegehäuschen zu erhalten.

Stadtarchivarin betont ortsgeschichtliche Bedeutung

Karin Hockamp vom Stadtarchiv vertritt eine andere Sicht auf das Wiegehäuschen als die Denkmalschutzbehörde. Sie sieht eine „ortsgeschichtliche Bedeutung dieser Objekte“ – und zählt zum Wiegehäuschen auch die dahinter liegende ehemalige Feilenhauerei Schaub dazu. Ihre Expertise: „Das Haus Hauptstraße 51, ehemalige Gaststätte und Fahrschule sowie die ehemalige Werkstatt, die ehemalige Fahrzeug- und Viehwaage und die ehemalige Tankstelle dokumentieren auf engem Raum die Entwicklung des Wirtschaftslebens in Sprockhövel, speziell die des Verkehrs- und Transportwesens und der Motorisierung im 20. Jahrhundert.“

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