Wohnprojekt

Investor Convivo will in Sprockhövel Seniorenwohnungen bauen

Die Baufläche im Vordergrund für den Wohnpark für Senioren oberhalb des Seniorenwohnheimes Haus am Quell an der Straße Dellwig.

Die Baufläche im Vordergrund für den Wohnpark für Senioren oberhalb des Seniorenwohnheimes Haus am Quell an der Straße Dellwig.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Der Investor Convivo will in Haßlinghausen Servicewohnungen bauen. Sie sollen gegenüber der Senioreneinrichtung Haus am Quell entstehen.

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Der aktualisierte Pflegebericht 2018 des Ennepe-Ruhr-Kreises hat aufgezeigt, dass es in Sprockhövel vor dem Hintergrund des demografischen Wandels an Kapazitäten in der stationären und teilstationären Pflege fehlt. Nun präsentierte die Verwaltung die Planung eines Investors, der einen Standort in Haßlinghausen ins Visier genommen hat.

Planung nimmt Haßlinghausen ins Visier

Es tut sich was in dem für Sprockhövel so wichtigen Bereich der Seniorenwohnungen. Der Pflegebericht hatte verdeutlicht, dass abseits der mittlerweile immer weniger beliebten konventionellen Altenheime insbesondere die teilstationäre Pflege unter Einbeziehung von barrierefreiem Servicewohnen und Pflegewohngemeinschaften nachgefragt werden. Die Unternehmensgruppe Convivo, als Grundstücksentwickler stark engagiert im auf dem Gebiet der Nutzungskonzepte für betreutes Wohnen im Alter, hat Interesse angemeldet und Planungen für eine Wohnanlage am Dellwig in Haßlinghausen vorgelegt.

Baurecht muss noch geschaffen werden

„Beabsichtigt ist, barrierefreie Wohnungen mit Service- und ambulanten Betreuungsleistungen sowie Pflegewohngemeinschaften zu errichten“, umriss Fachbereichsleiterin Soziales, Evelyn Müller, das Projekt. Sie sollen gegenüber des Altenpflegeheims Haus am Quell, Dellwig 6, auf einer unbebauten Wiese gebaut werden. Dabei handelt es sich um ein Grundstück, das im Flächennutzungsplan als Fläche für Gemeinbedarf ausgewiesen ist, insofern entspreche die Planung den Zielen des Flächennutzungsplans. Um Baurecht zu schaffen, muss ein Bebauungsplan unter der Bezeichnung „Dellwig II“ aufgestellt werden.

66 Servicewohnungen in der Planung

Das Convivo-Projekt ist umfangreich. Es ist geplant, im Dellwig insgesamt 66 Servicewohnungen in unterschiedlichen Größen zu bauen – von einem Ein-Zimmer-Appartement mit etwa 40 Quadratmetern bis zu Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen von 60 bis 80 Quadratmetern. Möglich wären auch noch größere Wohnungen bis zu einer Fläche von 120 Quadratmetern. Daneben sind zwei Wohngruppen mit je zwölf Plätzen sowie eine Tagespflege vorgesehen. Ergänzt wird der Wohnpark durch einen Dienstleistungspavillon mit Kiosk, Bäcker und Café.

Synergieeffekte mit Pflegeheim Haus am Quell

Die Verwaltung referierte, dass die Wohnungen als Eigentumswohnungen errichtet werden und durch einen Betreiber in Gesamtzahl angemietet werden, dieser wiederum vermietet die Wohnungen weiter an die entsprechenden Pflegebedürftigen. Die Verwaltung von Sprockhövel begrüßt die Initiative der Unternehmensgruppe Convivo mit barrierefreien Wohnungen als Servicewohnungen mit ergänzenden Nutzungen und Pflegewohngruppen ausdrücklich. „An diesem Standort sind Synergieeffekte mit dem Pflegeheim Haus am Quell zu erwarten, außerdem hilft es der Stadt, die vom Pflegebericht aufgezeigten Defizite in Haßlinghausen zu vermindern“, so die Verwaltung. Das Portfolio von Convivo betreut bundesweit aktuell 4950 Kunden aus – das nächstgelegene Projekt wird in Velbert gebaut.

Gespräch mit Investor in einer Sondersitzung

In der Ausschusssitzung mochte die grüne Fraktion zwar das Konzept zur Kenntnis nehmen, es aber noch nicht dem Stadtentwicklungsausschuss empfehlen, um das erforderliche Baurecht zu schaffen. SPD, CDU, FDP und WfS jedoch sprachen sich dafür aus, MiS enthielt sich. Um jedoch noch detaillierter über das Dellwig-Projekt zu sprechen, soll im Januar eine Sondersitzung des Ausschusses für Soziales, Integration und Demografie einberufen werden, zu der auch der Investor eingeladen wird.

INFO

Die Convivo-Gruppe wurde in den frühen neunziger Jahren als ambulanter Dienst in Bremen gegründet.

Zurzeit gibt es 80 Standorte. Überwiegend handelt es sich um stationäre Einrichtungen. Dazu kommen die Bereiche Tagespflege, ambulante Pflegedienste, ambulante Wohngruppen, Wohnen mit Service und Wohnparks.

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