Imker

Honig vom Friedhof in Sprockhövel gestohlen

Pfarrer Arne Stolorz, Jakob Niederhoff, Friedbert Buchner und Bernd Schmidt (v.l.)  schauen auf die leeren Waben ihrer sieben Bienenvölker. Der Honig wurde gestohlen.

Pfarrer Arne Stolorz, Jakob Niederhoff, Friedbert Buchner und Bernd Schmidt (v.l.) schauen auf die leeren Waben ihrer sieben Bienenvölker. Der Honig wurde gestohlen.

Foto: Foto: Fischer / Funke Foto Services GmbH

Sprockhövel.  Die Imker der Gemeindegruppe Grüner Hahn in Sprockhövel sind bestürzt, weil Unbekannte den Honig ihrer Bienen auf dem Friedhof gestohlen haben.

Die Enttäuschung war groß, als die Imkerei-Mitglieder der Gemeindegruppe Grüner Hahn am vergangenen Donnerstag auf den evangelischen Friedhof kamen. Vom Eingang Otto-Hagemann-Straße linke Hand hundert Meter am Zaun stehen Bienenstöcke, sieben Völker sind hier unermüdlich tätig. „Eine Woche vorher hatten wir bereits in die Kästen geschaut und festgestellt, dass die Ernte reichhaltig würde“, sagt Bernd Schmidt. Doch jetzt stellte sich heraus, dass ihnen jemand zuvorgekommen war.

Unbekannte müssen Profis gewesen sein

Schätzungsweise 160 Kilogramm Honig im Wert von etwa 2000 Euro haben Unbekannte gestohlen. Die Ehrenamtlichen von der Evangelischen Kirchengemeinde Bredenscheid-Sprockhövel holten sofort die Polizei, eine Anzeige wurde aufgenommen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit waren es Imker, also Fachleute, die – bei Nacht – über den Friedhofszaun geklettert sind und die Bienenstöcke in schützender Imkerausrüstung öffneten, die prall vollen Wabenrahmen heraus- und mitnahmen. Klappe wieder auf den Stock, Steine drauf, so blieb der Diebstahl zunächst unsichtbar.

Polizei sieht keine Chancen auf Aufklärung

Polizeisprecherin Sonja Wever hat auch keine großen Hoffnungen, diesen Fall aufzuklären: „Ohne Spuren und Zeugen ist der Ermittlungsansatz gleich null.“ „Nicht, dass wir damit rechnen, auf diesem Weg wieder an unseren Honig zu kommen. Es ist nur einfach eine furchtbare Erfahrung, dass unsere ganze Arbeit umsonst gewesen sein soll“, klagt Friedbert Buchner. Die Kirchen-Imker hatten bei der Ernte ihrer Frühjahrstracht mit rund 500 Gläsern hochwertigem Honig gerechnet.

Sommertracht für Zwiebelturmkirche

Der Erlös aus der Frühjahrstracht sollte der Diakoniekasse der Gemeinde zugute kommen, im Herbst dann für die Sanierung der Zwiebelturmkirche. Und der Schaden ist weit höher, als es Zahlen wiedergeben können. Die Imkergruppe, das sind neben Schmidt und Buchner auch Karlheinz Schluckebier, Birgit Hilgendiek-Pörschke und der noch junge Jakob Niederhoff, stecken unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit in ihre sieben Bienenvölker. Keiner von ihnen hat je den Beruf des Imkers ausgeübt; in speziellen zertifizierten Seminaren an der Ruhr-Universität Bochum erwarben sie vor einigen Jahren die nötige Expertise, um sich der Hege und Pflege der Bienen widmen zu können.

Imker wollen trotz des Ereignisses weitermachen

„Vor fünf Jahren haben wir dann konkret begonnen. Auf dem Friedhof gibt es viele Blumen und Bäume, da bietet es sich an, hier Bienenkörbe aufzustellen. Es sind optimale Lebensbedingungen“, sagt Pfarrer Arne Stolorz. Gegenüber von den Bienenstöcken haben die Freiwilligen vom Grünen Hahn sogar eine Wiese mit bienenfreundlichen Blumen angelegt, „damit die Bienen auch etwas zu futtern haben“, sagt Schmidt. Um dieses Areal macht der Friedhofsgärtner mit seinem Rasenmäher einen großen Bogen.

Aufgeben wollen die Kirchenimker nicht, sie überlegen jetzt Sicherungsmaßnahmen für die Bienenarbeit. Jakob Niederhoff zieht eine Wabe aus dem Stock: Hier ist schon wieder sprichwörtlicher Bienenfleiß zu beobachten, „sie sammeln schon wieder für die Sommertracht!“

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