Tiersegnung

Ein Feiertag für Ben und Elvis in Sprockhövel

Die Hubertusmesse in der St.-Josefs-Kirche wurde in diesem Jahr erstmals mit einer Tiersegnung verbunden.

Die Hubertusmesse in der St.-Josefs-Kirche wurde in diesem Jahr erstmals mit einer Tiersegnung verbunden.

Foto: Manfred Sander / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Die Hubertusmesse in Sprockhövel wurde erstmals mit einer Tiersegnung verbunden. Im Gegensatz zu Segnungen in anderen Orten kamen aber nur Hunde.

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In Sprockhövel kamen viele interessierte Gläubige zur Hubertusmesse in St. Josef, die in großer Würde und mit Halali gefeiert wurde. Eine Neuigkeit erwartete die Kirchgänger im Anschluss: Da segnete Pfarrer Holger Schmitz auf dem durch Fackelschein illuminierten Kirchvorplatz erstmals Tiere. Das stieß bei den Anwesenden auf dankbare Resonanz.

Wuppertalerin kommt mit krankem Schäferhund

Drinnen in der Kirche ertönten noch die Jagdhörner, da hatte sich Michaela Salzmann auf dem stockdunklen Vorplatz bereits als erste mit ihrem Ben eingefunden. Der Goldenretriever schien zu spüren, dass hier gleich im Anschluss an die Messe etwas Außergewöhnliches geschehen würde. „Katholisch ist mein Mann. Aber als ich von dieser Tiersegnung erfahren habe, dachte ich mir, dass das für meinen Ben gut sein könnte“, sagt sie. Neugierde sei es gewesen, die sie veranlasst hat, mit ihrer Angie, einer kleinen Collie-Rasse, zu kommen, gibt Anke Lehmann vor. Etwas differenzierter sieht es Sybille Tomczak. „Ich weiß ja, dass Tiere keine Seele haben, insofern sind Segnungen eigentlich nicht angebracht. Trotzdem denke ich, dass ein Segen auch gut sein kann für meinen Hund.“ Petra Engstermann ist von Wuppertal angereist. Sie hat ihren Schäferhund mitgebracht. „Pronto ist krank, das belastet mich sehr“, klagt sie. Da habe sie die Nachricht von der Tiersegnung in Haßlinghausen auf eine besondere Weise angesprochen.

Tannengrün und Gehörn in der Kirche

Für die Hubertusmesse war das Kirchenschiff am Samstag ansprechend dekoriert worden. Entlang der Kirchenbänke waren Tannengrün und Gehörn befestigt, reich war der Altar mit Jagdtrophäen dekoriert. Hinter Pfarrer Holger Schmitz hatten sich 16 Hornistinnen und Hornisten des Bläserkorps Buschmannshof aufgebaut, die den Gottesdienst mit ihren Jagdfanfaren musikalisch untermalten. Außer den Musikern waren es die Pfadfinder vom Stamm St. Josef, die die Hubertusmesse unterstützt hatten, dazu der Förderverein der Gemeinde und der Hegering Haßlinghausen. Ganz vorne im Eingangsbereich der Kirche hatten während des Gottesdienste bereits einige Hundehalter mit ihren Tieren Stellung bezogen, denn die Hunde sind nun mal des Waidmanns treusten Gefährten.

Hundehalter mit Vierbeinern im Fackelschein

Für die Premiere der Tiersegnung wurden zur schöneren Illumination Fackeln in den Boden gesteckt. Hier formierten sich die Tierhalter im Halbrund, um die Ansprache von Pfarrer Schmitz zu hören. Elvis, Donner und andere Hunde mit stilvollen Namen wurden hier zur Ruhe gebeten. „Wir sind verbunden mit der Natur“, sagte der katholische Geistliche. „Tiere sind unsere Mitgeschöpfe, wir tragen Verantwortung für sie.“ Obwohl für die Tiersegnung in Haßlinghausen ausdrücklich alle Tiere eingeladen waren, so kamen doch ausschließlich Hunde. Von anderen Städten im Ruhrgebiet sind Segnungen bekannt, wo auch Katzen, Kaninchen und Vögel zum Termin gebracht werden.

Nächstes Jahr mit Papagei

Eine knappe Viertelstunde, und der Pfarrer hatte alle Vierbeiner mit Weihwasser benetzt. „Ich finde diese Geste einfach wunderbar“, freute sich Bernward Hummel aus Wetter. Er hat sich vorgenommen, im nächsten Jahr mit seinem Papagei zu kommen. „Ich hoffe dann aber, dass er in dieser würdevollen Zeremonie nicht irgendwelche dummen Sprüche rauslässt“, scherzte der Senior.

INFO

Die Tiersegnung geht auf den heiligen Franz von Assisi zurück.

Durch sein asketisches Nahverhältnis zur Natur wurde er zum Patron der Tiere. Seine Botschaft: „Ein jedes Lebewesen in Bedrängnis hat gleiches Recht auf Schutz“.

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