Stadtverband

CDU Sprockhövel will Stadtfinanzen in Ordnung halten

Der neue CDU-Stadtverbandsvorsitzende Christian Waschke beim Gespräch mit der WAZ über Kommunalpolitik in Sprockhövel im Café Z in Haßlinghausen.

Foto: Fischer

Der neue CDU-Stadtverbandsvorsitzende Christian Waschke beim Gespräch mit der WAZ über Kommunalpolitik in Sprockhövel im Café Z in Haßlinghausen. Foto: Fischer

Sprockhövel.   Christian Waschke ist neuer Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes. Der praktizierende Katholik betont das Konservative der Partei.

Auf der Jahreshauptversammlung des CDU-Stadtverbandes Ende Februar ist Dr. Christian Waschke zum neuen Stadtverbandsvorsitzenden gewählt worden. Wo er die Probleme der Stadt und ihre Möglichkeiten sieht, dazu befragte Redakteur Matthias Spruck den 53-jährigen IT-Projektmanager aus Haßlinghausen.

Wenn Sie für die CDU werben, welche Argumente sprechen dafür, sie in Sprockhövel zu wählen?

Die CDU steht für das Konservative, wir halten die Stadtfinanzen in Ordnung. Darauf kann man sich bei uns verlassen, bei einigen anderen Parteien nicht.

Sie stellen die Finanzkompetenz in den Mittelpunkt des CDU-Profils.

Ja. Wobei wir hier in der Kommunalpolitik mit vielen Anforderungen von außen konfrontiert sind, auf die wir keinen Einfluss haben. Sowohl vom Bund wie auch vom Land werden uns viele Kosten aufgedrückt. Es geht um das Prinzip: „Wer die Musik bestellt, soll sie auch bezahlen.“

Welche meinen Sie?

Die Unterbringung von Flüchtlinge liegt in der Verantwortung der Stadt. Damit haben wir die Verpflichtung, angemessenen Wohnraum zu schaffen. Die Tendenz, die sich mittlerweile abzeichnet, dass sich die ZGS als städtische Tochtergesellschaft zu einer Wohnungsbaugesellschaft für sozialen Wohnungsbau entwickelt, ist meines Erachtens ein falscher Ansatz. Sozialer Wohnungsbau gehört in die Hände privater Investoren, wobei die Stadt die Rahmenbedingungen schafft.

Wo sehen Sie Probleme in Sprockhövel, um die man sich kümmern muss?

Städtische Gebäude müssen renoviert werden, wir haben auf unseren Gemeindestraßen erheblich viele Schlaglöcher. Da sehe ich dringenden Handlungsbedarf.

Was läuft gut in der Stadt?

Wir weisen eine gute Bilanz für unsere Schulen und Kindergärten auf, da möchte ich der Verwaltung ein großes Lob aussprechen. Obwohl Geburtenzahlen immer wieder schwanken, gelingt die Planung in diesem Bereich nach meiner Beobachtung gut. Die gesetzlichen Ansprüche auf Betreuungsplätze werden in Sprockhövel erfüllt.

Wo steht die CDU beim Thema Gymnasium für Sprockhövel?

Wir unterstützen diese Idee, müssen aber den immensen Finanzbedarf im Auge behalten, da sind Kosten im zweistelligen Millionenbereich zu erwarten, wenn eine solche weiterführende Schule gebaut werden soll. Die CDU wünscht sich einen Träger für ein Gymnasium, einen kirchlichen etwa. Darüber hinaus muss natürlich die Bezirksregierung beteiligt werden und die Aussprache mit den Nachbarstädten, deren Gymnasien Sprockhöveler Schüler zurzeit besuchen. Alles in allem gilt beim Gymnasium: Wir müssen realistisch bleiben.

Es wird viel von der Erosion bei den Volksparteien gesprochen. Machen Sie sich Sorgen um die Zukunft der CDU?

Nein. Wir haben bei der Bundestagswahl ein respektables Ergebnis geholt. Und wir tun hier vor Ort vieles, um bei der Bevölkerung durch Präsenz Vertrauen zu schaffen. So verteilen wir Karsamstag wieder Ostereier an der Mittelstraße und der Hauptstraße, wir besuchen zu Muttertag die Menschen in den Altenheimen. Bei all diesen Gelegenheiten kommen wir mit den Bürgern ins Gespräch, erfahren Zuspruch, aber natürlich auch Verdruss, den wir ernst nehmen müssen. Die CDU ist darüber hinaus aber auch eine soziale Einrichtung: Wir organisieren alljährlich Fahrten wie zuletzt nach Xanten, wir stiften im Wechsel einen Kultur- und einen Sportpreis. Und über unseren Bundestagsabgeordneten Ralf Brauksiepe fühlen wir uns gut vertreten in Berlin.

Zusammen mit den Grünen haben Sie bei der letzten Kommunalwahl Ulli Winkelmann als Bürgermeister durchgesetzt. Sind Sie mit seiner Arbeit zufrieden?

Es war zunächst für uns wichtig, dass gegen die SPD in dieser Frage eine Mehrheit organisierbar war. Und ja, wir sind mit seiner Arbeit zufrieden. Winkelmann hat, unterbrochen von seiner mittlerweile überwundenen Krankheit, etwa mit seinem Engagement für die Vital-Förderprojekte, viel für die Stadt getan.

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