Integration

Bürgerhaus Sprockhövel soll barrierefrei werden

Der Zugang zum Bürgerhaus in Niedersprockhövel ist nicht behindertengerecht, innen fehlt ein Fahrstuhl. Foto:

Der Zugang zum Bürgerhaus in Niedersprockhövel ist nicht behindertengerecht, innen fehlt ein Fahrstuhl. Foto:

Foto: Fischer / Funke Foto Services GmbH

Sprockhövel  Eine Behindertenbeiratsforderung wurde von der Politik in Sprockhövel aufgegriffen: Es wird geprüft, ob das Bürgerhaus barrierefrei werden kann.

. Seit vielen Jahren zählt der barrierefreie Zugang zum und die Erreichbarkeit aller Räume im Bürgerhaus an der Hauptstraße zu den Kernanliegen von Senioren- und Behindertenbeirat. Jetzt hat der Sozialausschuss einstimmig beschlossen, dass die Zentrale Gebäudebewirtschaftung (ZGS) eine Kostenkalkulation hierfür erarbeiten soll. „Das ist für uns ein wichtiger Teilerfolg“, sagte die Vorsitzende des Behindertenbeirats Dagmar Lock. Ihr Gremium hatte im Januar verärgert festgestellt, dass sich in diesem Bereich nichts entwickle und eine klare Botschaft an den Fachausschuss gesendet, „umfassende Barrierefreiheit“ im Bürgerhaus herzustellen.

Neue Räume in der Eickerstraße

„Die oberen Stockwerke sind nur über Treppen zu erreichen. Dort stattfindende Angebote von Volkshochschule und Musikschule sind für Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator bislang tabu“, so Lock. Ralph Holtze, Leiter der ZGS, berichtete von einem Gespräch mit der VHS-Leitung, die ihm zugesichert habe, sich um alle Interessenten des Kursangebotes kümmern zu wollen, auch die mit Handicaps. Eigentlich hat die Verwaltung beim Thema hürdenfreier Zugang zu öffentlichen Räumen einen anderen Kurs gefahren. In Kürze werden barrierefreie Räume an der Eickerstraße zur Verfügung stehen, teilte die Stadt mit. Sie entstehen in der früheren Sozialstation der Awo und sind neben dem jetzigen Jugendzentrum, Eickerstraße 23, gelegen. „Die Räume sind barrierefrei zu betreten, außerdem wird ein Zugang vom Jugendzentrum zu diesen neuen Räumen geschaffen, so dass sie auch vom Jugendzentrum genutzt werden können“, führte Holtze aus.

Für alle gesellschaftlichen Gruppen

Wichtig sei jedoch auch, dass das neue Angebot ausdrücklich auch der Bevölkerung und gesellschaftlichen Gruppen wie Vereinen und Initiativen zur Verfügung stehe, so Holtze. Die Räume werden dafür entsprechend hergestellt und eingerichtet. Die Fertigstellung der Umbaumaßnahme, die durch die ZGS erfolgt, wird voraussichtlich noch Anfang Juni sein.

Parteien unterstützen die Initiative

Im Ausschuss stellten sich jedoch ungeachtet der Arbeiten in der Eickerstraße alle politischen Vertreter hinter die Forderung des Behindertenbeirats: SPD, CDU und Grüne bekundeten, dass die Umrüstung des Bürgerhauses in Angriff genommen werden müsse. Die Verwaltung informierte, dass eine umfassende Barrierefreiheit des Bürgerhauses nur durch den Anbau eines Fahrstuhls entstehen könnte. Konkret wurde die ZGS um Prüfung gebeten, wie das technisch umgesetzt werden kann und welche Kosten zu erwarten sind.

Behindertenbeirat will weiter kämpfen

Dagmar Lock weiß, dass ein hoher Finanzbedarf hierbei alles wieder in Frage stellen kann. Aber trotzdem lohne der Kampf: „Sprockhövel wird älter. Wenn die Menschen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen sollen, dann darf es in unserer Stadt im öffentlichen Bereich keine Zonen geben, die ihre Freiheit einschränkt.“

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