Boule

Bei der Boule-Stadtmeisterschaft zählt nicht nur der Sieg

Ingrid Ommerborn nimmt teil an der Stadtmeisterschaft im Boule der TSG Sprockhövel Im Baumhof in Sprockhövel

Ingrid Ommerborn nimmt teil an der Stadtmeisterschaft im Boule der TSG Sprockhövel Im Baumhof in Sprockhövel

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Warum bei der Boule-Stadtmeisterschaft in Sprockhövel der Schießer Vortritt vor dem Leger hat und der Sieg nicht das Wichtigste ist.

Der Sport steht für Urlaub. Südeuropäische Herkunft, ein sandiges Spielfeld, glänzende silberne Kugeln. Nicht nur in Frankreich begeistert das Boule-Spiel eine Vielzahl von Menschen. Auch in Sprockhövel steht die Sportart hoch im Kurs. Einzeln oder im Team traten die Spieler bei der diesjährigen Stadtmeisterschaft an, die die TSG Sprockhövel ausrichtete.

Die Boule-Bahnen im Baumhof waren dafür bestens geeignet. Sonnenschein und gute Laune sorgen für echte Urlaubsgefühle. Die Regeln sind dabei einfach. Ziel ist es, mit den eigenen Kugeln möglichst nah an eine kleine bunte Zielkugel, das Schweinchen, zu gelangen.

Die richtige Technik zählt bei der Boule-Stadtmeisterschaft in Sprockhövel

Das Spielfeld ist zwölf Meter lang, das Schweinchen liegt auf sechs Metern. Rollen, kullern lassen oder im Bogen werfen, alle Wurfarten sind erlaubt. Auch die richtige Technik ist wichtig. Die Spieler haben sich angewöhnt, ihr Kugel zwischen dem Handballen und den drei Mittelfingern zu fassen. Der Handballen zeigt immer nach oben.

„Wie bei jedem Sport hat jeder Spieler seine Stärken und Schwächen“, betont Alfons Eilers. Er steht bereits als Stadtmeister im Einzel- und zusammen mit Udo Lankamp im Doppelspiel fest. „Es gibt den Schießer und den Leger. Der Schießer bekommt den Vortritt. Er schießt die gegnerische Kugel vom Schweinchen weg. Der Leger versucht die eigene Kugel möglichst nah am Ziel zu platzieren.“ Letzteres sei eher seine Disziplin. „In einem Team sollten nach Möglichkeit beide Fähigkeiten vertreten sein.“

Beim Triplett ist bei der Boule-Stadtmeisterschaft noch alles offen

Beim Triplett ist bis jetzt noch alles offen. Gerade ist Sabine Engelhard an der Reihe. Sie möchte in dieser Runde die Punkte für ihre Mannschaft holen. Gerade steht es elf zu drei für die Gegner. Bei 13 ist Schluss. Es sieht nicht gut aus.

Sabine Engelhard begibt sich in Position. Sie nimmt eine Kugel in die Hand. Atmet kurz durch und holt aus. Der Sand knistert, als das Rund auf dem Boden landet. Der Schiedsrichter misst die Entfernung. Der Wurf war nicht schlecht. Doch es geht besser.

Der Ball landet neben dem Schweinchen – und doch geht die Runde an die Konkurrenz

Das beweist die Rentnerin bei ihrem zweiten Versuch. Der Ball landet direkt neben dem Schweinchen. Sie holt den Punkt. Die Mitspieler loben: „Super Leistung!“ Doch am Ende reicht es nicht aus, diese Runde geht an die Konkurrenz. Doch davon kann man hier kaum sprechen, denn alle verstehen sich bestens und gönnen sich gegenseitig den Sieg.

Dirk Engelhard ist natürlich trotzdem stolz auf seine Frau. „Ich würde sagen, dass alle fast gleich stark sind. Jedes Spiel ist spannend. Fairness ist außerdem immer gegeben. Wir spielen zusammen, nicht gegeneinander.“ Auch er ist begeisterter Boulespieler.

Dirk Engelhard hat seine Leidenschaft für Boule bei der Arbeit entdeckt

Die Leidenschaft entdeckte er bei der Arbeit. Beim Landessportbund leitete er das Projekt „Älter werden“. Überzeugt sagt er: „Unser ältester Teilnehmer ist 92 Jahre alt. Eine weitere Mannschaftskollegin spielt sogar mit Rollator.“ Vor allem gefalle ihm, dass man den Sport im Freien betreiben könne. „Gemeinschaft ist vor allem für ältere Menschen wichtig. Für jüngere gibt es sicher spannendere Sportarten, die sie körperlich mehr fordern.“

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