Wohnen

Auf Bauhofgelände könnten künftig Senioren wohnen

Noch ist der Bauhof in Haßlinghausen voll in Betrieb. Das attraktive Grundstück böte sich für alternative Wohnformen an.

Noch ist der Bauhof in Haßlinghausen voll in Betrieb. Das attraktive Grundstück böte sich für alternative Wohnformen an.

Foto: Fischer / Funke Foto Services GmbH

Sprockhövel.  Die Stadt Sprockhövel sucht Gelände für Seniorenwohnprojekte. Der Bauhof wäre bestens geeignet. Doch bis zum Umzug vergehen noch Jahre.

In Sprockhövel wächst die Zahl der Senioren in den nächsten Jahren deutlich. Da die älteren Mitbürger immer weniger gerne in ein Altenheim gehen möchten, wächst der Bedarf an alternativen Wohnformen. In Sprockhövel wird zurzeit in diesem Zusammenhang über das Grundstück des Bauhofes in Haßlinghausen diskutiert, der an die Hiddinghauser Straße umziehen wird. Doch das wird noch dauern.

Grüne thematisieren Standort Susewind

Im Sozialausschuss wurde ein Antrag der Grünen erörtert, die mit Verweis auf den aktuellen Pflegebericht des Ennepe-Ruhr-Kreises auf eine Unterdeckung bei den Pflegeplätzen bis 2025 in der Höhe von 200 verwiesen. „Da sollte die Verwaltung das Grundstück am Susewind besonders in den Blick nehmen“, forderte Grünen-Fraktionschef Thomas Schmitz. Der Standort des Bauhofes biete die Möglichkeit, dort zentral gelegene und verkehrstechnisch günstig zu erreichende Betreuungs- und Pflegeplätze zu schaffen.

Verwaltung: Thema ist bereits auf der Agenda

Der CDU-Vorsitzende Torsten Schulte sprang den Grünen bei, gab aber zu bedenken, dass die Verwaltung nicht auf diese eine Nutzungsmöglichkeit festgelegt werden sollte. Für die Verwaltung äußerte sich Ralph Holtze, Chef der ZGS, der nach dem Sinn des grünen Antrags fragte und daran erinnerte, dass in einer Ratssitzung 2018 zum Thema Bauhof bereits von seiner Seite Vorschläge für eine künftige Nutzung des rund 5000 Quadratmeter großen Grundstücks gemacht worden seien. „Ich hatte zum Ausdruck gebracht, dass dieses Grundstück bestens für alternative und barrierefreie Wohnprojekte geeignet ist.“ Ein Seniorenwohnprojekt sei ohnehin bereits fester Bestandteil der Entscheidungsgrundlage, insofern sei die vorgetragene Idee der Grünen nicht neu. „Die Verwaltung und die ZGS waren es, die die Vorteile des Grundstücks in Haßlinghausen erkannt haben für die Zielgruppe der Senioren und daher den Umzug des Bauhofes überhaupt in Erwägung gezogen haben“, so Holtze.

Mehrgeschossige Bauweise möglich

Der Bebauungsplan mache es möglich, dass dort mehrgeschossig gebaut werden könne. Fachabteilungsleiterin Evelyn Müller empfahl dem Ausschuss, eine Empfehlung auszusprechen, dieses „Filetstück“ nicht für normalen Wohnungsbau freizugeben, sondern ein Konzept für Mehrgenerationenwohnen mit der Kombination Wohnbereich/Gemeinschaftsbereich in Auftrag zu geben. SPD-Fraktionschef Wolfram Junge legte nahe, das Anliegen an den Stadtentwicklungsausschuss weiterzugeben. Die Verwaltung wurde nun mehrheitlich beauftragt, verschiedene Nutzungskonzepte für Wohngruppen für zu entwickeln, wobei die Aspekte der Pflege berücksichtigt werden.

Fertigstellung eines Projektes nicht vor Sommer 2021

Einen Zahn zog Holtze jedoch der Politik: Für den neuen Bauhof habe er erst einen positiven Bescheid für seine Bauvoranfrage erhalten, nun müsse der Bauplan erstellt werden. „Bis ein Projekt auf diesem Grundstück fertig ist, wird es Sommer 2021!“

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