Gericht

19-Jähriger mit 80 Sozialstunden für Drogenbesitz bestraft

Ein junge Mann wurde mehrfach mit Marihuana erwischt. Davor stand er nun vor Gericht.

Ein junge Mann wurde mehrfach mit Marihuana erwischt. Davor stand er nun vor Gericht.

Foto: Daniel Karmann / dpa

Sprockhövel.  Ein junger Mann aus Sprockhövel wird mit Drogen erwischt. Er wird verurteilt. Ein Handel mit Marihuana kann ihm das Gericht nicht nachweisen.

Weges Besitzes von Rauschmitteln in drei Fällen wurde der 19-jährige M., der in Sprockhövel gemeldet ist, verwarnt und zu 80 Sozialdienststunden verurteilt. Dass der Angeklagte auch Handel mit Marihuana betrieben hatte, konnte in der Verhandlung am Amtsgericht nicht nachgewiesen werden.

Marihuana zum Eigenkonsum

M. gab auf Nachfrage des Richters Karl Martin Lucks zu, dass er im vergangenen Jahr mehrfach einige Gramm Marihuana bei sich trug, dies aber nur zum eigenen Konsum, beteuerte der Angeklagte. „Auch das ist eine Straftat, selbst wenn Sie das wohl nicht so empfinden“, sagte der Richter. „Sie haben doch schon so wenig Geld, und dann geben Sie das auch noch für Marihuana aus“, fragte Lucks. Er teile sich die Kosten mit Freunden, entgegnete daraufhin der Angeklagte.

Die Straftaten, also der Besitz von Marihuana in drei Fällen – einmal hatte M. 8,6 Gramm, ein weiteres Mal 5 Gramm und beim dritten Mal 9, 3 Gramm dabei – ereigneten sich in Neuss. Dort halte sich der Angeklagte nach eigener Aussage mehrheitlich auf.

Zeuge entlastet vom Vorwurf des Drogenhandels

Ein Handel mit dem Rauschgift konnte dem 19-Jährigen im Verlauf der Verhandlung nicht nachgewiesen werden. Ein 25-jähriger Zeuge sagte, dass auf dem Platz vor der Drogenberatungsstelle in Neuss zwar Marihuana kaufen wollte, doch nicht bei dem Angeklagten, sondern bei einer anderen Person. Von einem Kauf habe er aber wegen der vielen Menschen und der Polizei abgesehen, sagte Zeuge D.

Verhandelt wurde im gleichen Verfahren auch eine Erschleichung von geringwertiger Leistung. Laut Anklage sei M. ohne gültigen Fahrausweis mit einer Buslinie in Neuss gefahren. Das bestätige der Angeklagte mit dem Hinweis, dass er seinen Ausweis vergessen habe.

Verurteilung nach Jugendstrafrecht

Die Jugendgerichtshilfe schlug vor, den Angeklagten nach Jugendstrafrecht zu verurteilen. Bei M. sei aufgrund seines Werdegangs und seiner Drogensucht eine Reifeverzögerung nicht auszuschließen, so die Sachverständige. Dem Vorschlag, das Jugendstrafrecht anzuwenden, entsprach Richter Lucks.

„Ich hoffe, dass Sie dieses Urteil als letzte Warnung verstehen und Sie ihre Lebensweise ändern“, sagte die Staatsanwältin an M. gerichtet. Richter Lucks fügte hinzu:„Wenn Sie noch einmal auf der Anklagebank landen, dann kann es sein, dass Sie wirklich im Gefängnis landen. Das sollten Sie sich klar machen.“

Bis zum 30. November hat M. nun Zeit, seine 80 Sozialstunden in Sprockhövel abzuleisten. Bei einem Nicht-Antritt dieser Arbeit droht dem Angeklagten ein vierwöchiger Arrest.

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