Gutachten über die Auswirkungen des historischen Bergbaus im Rosterberg vorgestellt

Zehn Prozent der Fläche sind gefährdet

Foto: Föst

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Siegen. Rund zehn Prozent der Fläche des Rosterbergs hat die Bezirksregierung der höchsten Risikoklasse zugeteilt. Das Gutachten über die Auswirkungen des historischen Bergbaus wurde am Montagabend in der Aula des Rubens-Gymnasiums vorgestellt.

Gutachter Jens-Peter Lux hat in Archiven alle vorhandenen Unterlagen über den Jahrhunderte alten Bergbau gesichtet und bewertet. Außerdem stellte er die Bebauung der Oberfläche mit der Tiefe der darunter verlaufenden Grubengänge in einen Zusammenhang. Herausgekommen ist eine Gefahren-Klassifizierung in vier Stufen. „Glücklicherweise” seien nur zehn Prozent der Fläche in der höchsten Klasse, so Lux, der die Ergebnisse den vielen erschienenen Bewohnern aus dem Stadtteil Rosterberg in der Aula der Schule erklärte. Zurzeit laufen Erkundungs- und Verfüllungsarbeiten, um jegliches Risiko eines erneuten Tagesbruches am Rosterberg auszuschließen. Ein Erdbeben aufgrund von Bergbau, wie vor einigen Tagen im Saarland erlebt, könne für das Siegerland komplett ausgeschlossen werden, so Andreas Nörthen von der Bezirksregierung in Arnsberg. Der „größte anzunehmende Unfall” sei ein Tagesbruch. Im Jahr 2004 hatte das „Siegener Loch”, ein großer Tagesbruch zwischen zwei Wohnhäusern an der Gläserstraße, deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt.

Fünf Millionen Euro fließen in alte Gruben

Insgesamt 5 Millionen Euro hat die Bezirksregierung in die Erkundung und Sicherung der sechs dokumentierten Gruben investiert. Zurzeit sind Spezialisten mit der Verfüllung der Grube Philippshoffnung beschäftigt, deren Gänge dicht unter dem Peter-Paul–Rubens-Gymnasium verlaufen – und zwar sehr dicht: an einer Stelle trat im vergangenen Jahr beim Verfüllen der Beton zwischen den Pflastersteinen hervor. „Wir mussten sofort handeln und konnten keinen Tag länger warten”, hatte Peter Hogrebe von der Bezirksregierung im Oktober erklärt (die WR berichtete). Im Herbst sollen hier alle Sicherungsarbeiten beendet sein. Die Grube „Hohe Grethe”, die für das „Siegener Loch” verantwortlich war, sei – wie auch auch „Klappertshoffnung” (Bereich Siegerlandhalle) mittlerweile gesichert. Von Grube „Marius” (unter dem Jung-Stilling-Krankenhaus) gehe keine Gefahr aus. Der „Feldberger Erbstollen” könne bis 2009 gesichert werden. Nach Abschluss aller Erkundungs- und Sicherungsmaßnahmen sollen die Hauseigentümer Einzelgutachten erhalten, in denen bescheinigt wird, dass eine Gefährdung durch alten Bergbau nicht mehr vorhanden ist, so Peter Hogrebe. In Einzelgesprächen konnten die Anwohner gestern Abend erfahren, welchem Risikobereich ihr Grundstück zugeordnet wurde. Anfragen können auch in schriftlicher Form an die Bezirksregierung in Arnsberg gestellt werden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben