Wirtschaft

Wilnsdorf: Oehmetic in Rudersdorf geht in die Insolvenz

Das Amtsgericht Siegen hat Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung angeordnet.

Das Amtsgericht Siegen hat Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung angeordnet.

Foto: Jens Plaum

Rudersdorf.  Der Wilnsdorfer Autozulieferer Oehmetic mit 100 Mitarbeitern hat die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt, und zwar in Eigenverwaltung.

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Zum Sachwalter im Verfahren hat das Amtsgericht Siegen Dr. Jan-Philipp Hoos aus der Kanzlei White&Case bestellt. Beratend tätig im Restrukturierungsprozess ist Philipp Künne aus der Düsseldorfer Kanzlei Buchalik Brömmekamp.

Die rund 100 Mitarbeiter sind im Zuge einer Betriebsversammlung informiert worden. Löhne und Gehälter sind durch das Insolvenzgeld gesichert.

Zweites Insolvenzverfahren nach 2015

Die Gründe für die wirtschaftliche Schieflage seien nicht zuletzt branchentypisch, heißt es. Die Probleme, mit denen die Autoindustrie zu kämpfen habe, würden sich auch auf die Zulieferer niederschlagen, sagt Philipp Künne mit Vorsicht. Zunächst gelte es aber, sich einen Überblick im Unternehmen zu verschaffen: „Produktion und Belieferung sind sichergestellt“, betonte er.

Oehmetic war bereits im Jahr 2015 in die Insolvenz gerutscht, auch damals in Eigenverwaltung. Eine defekte Maschine habe in der ersten Jahreshälfte zu nennenswerten Produktionsausfällen geführt. Im Jahr darauf hob das Amtsgericht das Eigenverwaltungsverfahren auf, das Unternehmen galt als erfolgreich saniert und entschuldet.

Geschäftsführung hat das Sagen

Die Insolvenz in Eigenverwaltung ist eine Besonderheit der Insolvenzordnung. Anders als im üblichen Verfahren hat die Geschäftsführung weitgehend das Sagen, kein Insolvenzverwalter. Der Sachwalter hat lediglich so etwas wie Überwachungsfunktion. Eigenverwaltung kann dann Mittel der Wahl sein, wenn sich dem Unternehmen eine echte Sanierungsperspektive bietet.

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