Energie

Westnetz stellt 2021 Erdgas um in Burbach und Neunkirchen

Für die Gasumstellung müssen Techniker auf die Anlagen zugreifen.  

Für die Gasumstellung müssen Techniker auf die Anlagen zugreifen.  

Foto: Westnetz

Burbach/Neunkirchen.  Burbach und Neunkirchen werden als erste Kommunen im Siegerland vom Energieversorger komplett auf H-Gas umgestellt. 5500 Geräte sind betroffen.

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Der Energieanbieter Westnetz stellt auf eine neue Gasqualität mit mehr Energiegehalt um. Die Kommunen Burbach und Neunkirchen sind als erste im Siegerland dran – rund 5500 Geräte sind betroffen. Die Umstellung ist für 2021 geplant, doch bereits jetzt laufen die Vorbereitungen.

Worum geht es?

Bereits seit vier Jahren läuft bundesweit die Umstellung von Erdgas der Qualität „L“ (= low calorific gas) mit niedrigem Energiegehalt auf Erdgas der Qualität „H“ (= high calorific gas) mit höherem Energiegehalt. Mittlerweile haben die dafür erforderlichen Vorbereitungen durch den Verteilnetzbetreiber Westnetz auch das Siegerland erreicht. Burbach und Neunkirchen werden die ersten Kommunen sein, die in 2021 komplett auf H-Gas umgestellt werden.

Warum ist die Umstellung erforderlich?

„Der kontinuierliche Rückgang der L-Gasaufkommen in den deutschen und niederländischen L-Gasfeldern ist der Grund für die notwendige Umstellung des Gasnetzes, die sogenannte Marktraumumstellung“, sagt das Unternehmen. Um die L-Gas-Rückgänge auszugleichen und die Versorgungssicherheit jederzeit zu gewährleisten, stellen die Netzbetreiber alle Regionen, die bisher mit L-Gas versorgt werden, schrittweise auf H-Gas um. Seit Jahrzehnten werden in Deutschland Millionen von Kunden mit Erdgas-H beliefert. Die hohen nachgewiesenen Reserven erlaubten auch in Zukunft eine verlässliche Erdgasversorgung für alle Kunden, heißt es weiter.

Was bedeutet die Umstellung für Erdgaskunden?

Die Gasumstellung erfordert eine Anpassung aller installierten Gasgeräte in Haushalten sowie in Gewerbe- und Industrieunternehmen. Die Gasgeräteanpassung werde in Abhängigkeit der Herstellerangaben vorgenommen. Nach der Anpassung der Gasgeräte und Umstellung des Erdgasnetzes ergeben sich, laut Westnetz, für die Kunden grundsätzlich „keine Einschränkungen und Veränderungen bei dem Betrieb ihrer Gasverbrauchseinrichtungen“.

Im Vorfeld werden daher alle Gasgeräte – von der Heizung bis zum Warmwassergerät – erfasst. Im zweiten Schritt erfolgt die Anpassung der Gasgeräte. dazu werden die Brennerdüsen ausgetauscht und ein Mitarbeiter stellt die Anlage auf die neue H-Gasqualität um. In Burbach und Neunkirchen werden laut Projektleiter Stephan Birtner rund 5500 Gasgeräte betroffen sein. Den Beginn der Arbeiten werde der Verteilnetzbetreiber Westnetz frühzeitig ankündigen: „Wir werden den genauen Ablauf und die Details in den nächsten Wochen in einem Schreiben allen Kunden mitteilen“, sagt Birtner. Als zuständiger Gasnetzbetreiber in Neunkirchen und Burbach kümmere sich Westnetz vollständig um die Umstellung aller Gasverbrauchseinrichtungen.

Können alle Geräte an die neue Gasqualität angepasst werden?

„Die weitaus größte Anzahl der Gasgeräte kann auf die neue Gasqualität angepasst werden“, teilt das Unternehmen mit. Bei älteren Gasverbrauchseinrichtungen könne eine Anpassung technisch nicht möglich oder die Bereitstellung der Ersatzteile durch die Hersteller nicht mehr gewährleistet sein. Dann müsse ein Austausch erfolgen.

Wer trägt die Kosten?

Die Erhebung und die Anpassung der Gasgeräte sind für die Kunden kostenfrei. Der zuständige Gasnetzbetreiber kommt dafür auf. Müssen im Einzelfall Gasgeräte neu angeschafft werden, weil diese zum Beispiel technisch nicht mehr angepasst werden können, so können unter gewissen Voraussetzungen Kosten im Rahmen der gesetzlichen Regelungen erstattet werden, teilt Westnetz mit.

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