Seelsorge

Unterstützung in Krisen: Zwei neue Notfallseelsorger in Deuz

Stefan Kebschull (vorne links) und Kathi Klein (vorne rechts) verstärken künftig das Notfallseelsorgeteam Siegen.

Stefan Kebschull (vorne links) und Kathi Klein (vorne rechts) verstärken künftig das Notfallseelsorgeteam Siegen.

Foto: Kirchenkreis

Deuz.  Stefan Kebschull und Kathi Klein unterstützen ab sofort Menschen, die schlimme Schicksale erleben.

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Menschen beistehen in schweren persönlichen Krisen, nach plötzlichen Todesfällen und Unglücken: Kathi Klein und Stefan Kebschull sind am Sonntag mit einem Gottesdienst in der Evangelischen Kirche in Deuz als neue ehrenamtliche Notfallseelsorger eingeführt worden. Die 31-jährige Verwaltungsfachangestellte und der 55-jährige Geschäftsführer eines Planungsbüros verstärken nach intensiver Ausbildung künftig das gut 15-köpfige ökumenische Notfallseelsorgeteam Siegen.

Für dieses herausfordernde Ehrenamt brauchten die beiden neuen Notfallseelsorger die Vergewisserung: „Ihr seid nicht allein unterwegs“, sagte Pfarrer Tim Winkel in seiner Predigt über die biblische Geschichte der Jünger, die nach der Kreuzigung auf dem Weg nach Emmaus unverhofft Jesus begegnen. So wie Jesus seine Jünger begleite, machten sich nun auch Kathi Klein und Stefan Kebschull auf den Weg, Menschen zu begleiten.

„Die Notfallseelsorger in ihren lila Jacken sind anders als die anderen Uniformierten“, sagte Winkel. Sie würden für Menschen, die gerade ein tragisches Unglück oder einen schweren Verlust erlebten, zu Wegbegleitern. „Notfallseelsorge ist Seelsorge im Wissen, auch im Letzten gehalten zu sein“, sagte der Pfarrer. Dabei gebe es nicht auf jede Frage eine Antwort. „Dann heißt es: gemeinsam schweigen, aushalten.“ Die Arbeit der Notfallseelsorger zeige: „Hoffnung reicht weiter als Not, Sorgen und Verzweiflung“, betonte Winkel.

Menschliche Abgründe

Frank Rüter, Pfarrer für Notfallseelsorge in Südwestfalen, sagte im Gottesdienst, dass die Arbeit als Notfallseelsorger den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel abverlange. Sie würden Tag und Nacht von der Leitstelle der Feuerwehr angefragt. Bei ihren Einsätzen begegneten sie Menschen, die ganz unterschiedlich auf schreckliche Ereignisse reagierten, und blickten manchmal in menschliche Abgründe. „Wir müssen das auch in unser Weltbild, unseren Glauben integrieren“, sagte Rüter. „Ich mache diese Arbeit auch, weil ich weiß, dass Gott da ist, auch in solchen schlimmen Ereignissen.“ Anschließend halfen ihnen ihre Kolleginnen und Kollegen von der Notfallseelsorge in ihre neue Arbeitskleidung: Die lila Jacken.

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